Gibt es Verjährungsfristen was bauliche Veränderungen (Eigentumswohnung) angeht?

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in der Tat unterliegt der Rückbauanspruch (vgl. § 1004 BGB) für ungenehmigte bauliche Veränderungen einer Verjährungsfrist, diese beträgt 3 Jahre, längstens jedoch 10 Jahre.

Von daher gesehen, ist die durchgeführte baullche Veränderung also schon insges. 2 x verjährt.

Jetzt aber kommt das große ABER: da im Zuge dieser baulichen Veränderung gemeinschaftliche Fläche abgesondert wurde (nämlich der ein Teilbereich des Treppenhauses sowie der im Gemeinschaftseigentum stehende Dachboden), kann die Herausgabe eben dieser Fläche von der Gemeinschaft eingefordert werden, vgl. § 902 BGB - Unverjährbarkeit eingetragener Rechte.

Da der jetzige oder zukünftige Eigentümer lediglich Handlungsstörer (anders als zum Zustandsstörer) ist und auch die diesbezügl. Verjährungsfristen abgelaufen sind, hat die Gemeinschaft die Rückbaukosten zu tragen..

Danke für den wertvollen Hinweis auf §902 BGB, der war mir bislang entgangen. Der besagten Eigentümerin ging es darum, Kapital zu schlagen, d.h. sie wollte, dass ich den Dachboden als Sondereigentum erwerbe. Da ich nicht gewillt war, ihren absurden Preisforderungen nachzukommen, bestand sie eben auf der Rückführung des alten Zustandes. Dass sie dafür jetzt bezahlen soll, wird sie kaum erfreuen. Noch eine ergänzende Frage: Wenn ich das richtig verstehe, müssen Eigentümer, die an der Wiederherstellung nicht interessiert sind, auch nicht für die Kosten aufkommen, oder? Denn eine Eigentümerin, die 2 Wohnungen besitzt, ist am Erhalt des Ist-Zustandes interessiert.

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@Martine66

Genauso verhält es sich. Besagte WEerin kann den Rückbau auch im Alleingang aus den ihr zustehenden individualrechten durchsetzen, hat dann aber auch allein die kosten zu tregen.

Faßt die Wohnungseigentümergemeinschaft Beschluß über den Rückbau, sind die Kosten von allen WEern anteilig zu tragen.

Bitte bedenke beim kauf, daß sich die gegenwärtige Eigentümerkonstellation jederzeit ändern kann, denn wenn auch die jetzige, besagte WEerin letztendlich die Füße stillhält, es kann jederzeit ein neuer Eigentümer der WEG hinzutreten, der von seinen Rechten Gebrauch macht.

Der derzeitige Bau- u. Nutzungszustand wird für Dich, so wie er sich derzeit darstellt, nie verläßlich sein.

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@geige

Vielen Dank, für deinen wertvollen Rat, Geige. Ich gehe davon aus, dass sie einen Rückzieher machen wird und lieber dem Sondernutzungsrecht zustimmt als noch Kosten zu haben. Bei der letzten Eigentümerversammlung stand dieser Punkt auf der Tagesordnung. Sie bevollmächtigte den Verwalter ihr Stimmrecht wahrzunehmen. Hat also eigentlich der Sondernutzung schon zugestimmt, als es dann aber vor den Notar gehen sollte, der alles schon vorbereitet hatte, machte sie einen Rückzieher.

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also ich würde die angelegenheit, sehr genau prüfen lassen und im zweifel nicht kaufen.

  1. wurde die tür, vor der aufteilung in weg versetzt? wenn nein,
  2. stimmte die weg, dem zu?
  3. gab es rechte aus der te die dies zuließen?
  4. gab es vereinbarungen mit dem damaligen eigentümer?
  5. wurden überhaupt beschlüsse irgend einer art in den letzten 20 jahren dazu getroffen?
  6. was steht im grundbuch und im aufteilungsplan?

außergerichtliche einigungen u.u. mit änderung der te sind in jedem falle vorzuziehen, aber in der praxis immer sehr schwierig - und es kostet natürlich alles geld...

Danke für die Antwort. Leider sind die genauen Umstände nicht mehr auszumachen. Das Haus ist ca. 60 Jahre alt. Vor 20 Jahren kaufte der letzte Eigentümer zu dem noch Kontakt besteht die Wohnung und wie er sagte, konnte er Wünsche äußern. Dazu gehörte ein Dachausschnittbalkon und die vorverlegte Tür. Beides wurde wohl vor seinem Kauf veranlasst und durchgeführt. Weder Grundbuch noch TE enthalten irgendwelche Hinweise darauf. Es hat im Haus schlicht und ergreifend niemanden interessiert.

Die einzige Eigentümerin aus der Zeit, die auch 2 Wohnungen besitzt und eine bewohnt, ist mit dem vorhandenen Zustand vollkommen einverstanden. Die Eigentümerin, die sich dagegen sperrt, besitzt ihre Wohnung auch schon mehrere Jahre und bislang interessierte sie sich weder für den Dachboden noch für den verlegten Eingang. Erst als ich eine Klärung wollte, witterte sie Geld und wollte mir den dachboden für eine unannehmbare Summe als Sondereigentum verkaufen. In den letzten 20 Jahren war also weder der Dachboden noch der verlegte Zugang in irgendeiner Form Gesprächsgegenstand. Es war halt wie es war. Grundbuch und Aufteilungsplan zeigen weder Dachterasse noch verlegten Eingang.

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ich glaube nicht, dass es eine Verjährungsfrist gibt.

Ich vermute auch mal, das die Baubehörde auch nichts davon weiß. Und wenn das alles sauber gelaufen wäre, hätte doch ein Bauantrag gestellt werden müssen. So wie sich dein Bericht liest sind das ja grichische Verhältnisse.

Die Frage ist ja : könnte eine Unfallgefahr von dem Umbau ausgehen, wie sieht der Brandschutz aus. Von daher kann es keine Verjährungsfirsten geben.

Ich weiß nicht, ob zur Verlegung einer Wohnungstür eine Baugenehmigung braucht. Sicher wurde keine gestellt und die damaligen Eigentümer waren einverstanden. Durch den Umbau der Tür entstand sicher keine Gefahr. Anders könnte das auf dem Dachboden aussehen. Der wurde mit Styropor verkleidet und es wurde Strom verlegt. Wäre mir das Sondernutzungsrecht erteilt worden, hätte ich einen Elektriker bezahlt, der das überprüft. Ebenso hätte ich mal unter den Styropor geschaut, wegen eventueller Feuchtigkeit und so. Das sind nun alles Kosten, die auf die Hausgemeinschaft zukommen.

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