Gibt es überhaupt so etwas wie Zufall?

17 Antworten

Zu dieser Frage gibt es gleich mehrere Fragen. Bedeutet die Tatsache, dass wir immer nur ausschnittsweise Gesetzmäßigkeiten erkennen, kausale Zusammenhänge, dass alles ein unentrinnbares Räderwerk ist, ein totaler Determinismus? Ist Kausalität, wie David Hume es gegen Kant sieht, nicht eher eine Gewohnheit der Reduktion von Komplexität, um in einer komplizierten Welt überleben zu können? Was haben wir nicht alles an Kausalitäten erforscht, und wieviel haben wir im Griff? Man kann in einem Netzwerk von Kausalität durchaus annehmen, dass bei den unendlich vielen Verknüpfungen und reziproken Wirkungen nicht nur Situationen entstehen, in denen sich immer eine starke Kraft durchsetzt, sondern in denen es Pattsituationen gibt, einen Kräftepatt und niemand vorhersagen kann, welche Entwicklung dann weiterläuft. Das aber unterbricht eine eindeutige Kausalität.

Das Erkennen von Kausalität, hin und wieder auch nur die Einbildung davon, von "zufälligen" Ähnlichkeiten abgeleitet, ist ein Akt menschlichen Bewusstseins. Mal bescheiden ausgedrückt: Dabei sind wir nicht die Besten. Beim Blick in die Vergangenheit manipulieren wir zu Geschichten, die uns gut aussehen lassen; beim Blick in die Gegenwart übersehen wir vieles und haben nur lückenhafte Vorstellungen; und erst beim Blick in die Zukunft schlägt unsere Vorstellungskraft Purzelbäume, bleibt uns höchstens die magere Verlängerungn lückenhaften Vergangenheitswissens. Dass es dann massenhaft Konstellationen gibt, die wir so nicht erwartet haben, ist kein Wunder und wir nennen sie dann Zufall. In dieser Version ist ZUFALL eher eine Ausrede für unser unzulängliches Bewusstsein. Wir sterben und haben ein begrenztes Leben: Und dennoch träumen viele von einem ewigen Leben. Unser Wissen ist äußerst bescheiden: Und dennoch träumen wir vom allumfassenden Wissen einer unendlichen Determination. Ob alles determiniert ist oder ob wir ewig leben: Beides sind Sehnsüchte über unsere Begrenztheit hinaus.

Ich wiederhole hier zum tausendsten Mal: Existenzfragen außerhalb der Mathematik und der formalen Logik sind verkehrte Fragen. Die führen immer am Wesen der Dinge vorbei! Alles was in der Alltagssprache präsent ist, existiert auch in irgend einer Weise.

Der Zufall ist ein Ereignis ohne geschlossene Kausalkette innerhalb des jeweiligen Ereignishorizontes. Beispiel:

A - Herr Maier steht an der Bushaltestelle auf dem Weg zur Arbeit. 

B - Frau Müller steht an der Bushaltestelle auf dem Weg zum Arzt.

C - Herr Maier erhielt vor 3 Tagen eine Ohrfeige von Frau Müller.

Das Ereignis A ist unzufällig (oder auch notwendig) im Ereignishorizont "Arbeitswelt von Herrn Maier", aber zufällig in Bezug auf die Krankengeschichte von Frau Müller. Die Begegnung mit Frau Müller ist in beiden Horizonten zufällig. Dass sich Herr Maier bei der Begegnung grußlos abwendet, ist unzufällig unter Einbezug des Ereignisses C. Und auch die Begegnung selbst ist wieder unzufällig unter Einbezug aller genannter Horizonte und unter Einschluss des Fahrplans der Verkehrsbetriebe samt Verspätung .....

Wenn man die Ereignishorizonte weit genug fasst, wird jeder Zufall zur Notwendigkeit.

Es gibt nichtlineare Prozesse / Dynamik, Komplexität, 'wesensmäßige' (=prinzipielle) nicht-Vorhersagbarkeit, Chaos, chaotische Turbulenzen, und Heisenberg'sche Unschärfe. Wenn auf verschiedenen Größenordnungen mehrere verschiedenartige Einflußfaktoren mit verschiedenen lokalen Auswirkungen und  Reichweiten bei verschiedenen Bewegungszuständenalle jeweils mit winzigsten dynammischen Abweichungen zu einem völlig anderen Ergebnis führen können, dann schafft es - denk' ich - nichmal mehr die Natur selbst, die jede Rechnung sprengenden Variantenverzweigungen und Unwägbarkeiten zu überblicken oder zu berechnen, also vom Wesen her, geht's nich', mein' ich. Ein Beweis ist das nicht. Doch, die abenteuerlichen Zustände, die auf Quantenebene herrschen, an der Grenze zu jeglicher Realität, legen nahe, daß nicht das komplette Universum restlos berechenbar ist, wie ein Uhrwerk.

Wie sich die Vielfalt hier auf unserem Planeten und im Kosmos 'mal so, 'mal so entwickelt im Détail mag einen Eindruck vermitteln, daß nicht alle alleine nach dem Zufall geschieht, aber auch den Notwendigkeiten der herrschenden Zustände / Konstellationen / Gegebenheiten folgt. Es wird in der Wüste etwas wachsen, wenn Regen fällt , aber was und wo genau der Wind an Samen angeweht hat, die Fuß fassen und keimen wird und ob eine Pflanzenart die Oberhand gewinnt oder eine andere und welche und wieviele Vögel und Tiere genau den Weg dorthin finden und wie genau dieser Garten aussehen wird im Détail, kann mE unmöglich vorprogrammiert sein.

Nimm ein trächtiges Tier, das um Haaresbreite einer Katastrophe entkommt. Ein anderes Tierpaar, das auf einem Holzscheit die Ozeanüberquerung überlebt. Solche Situationen, wo die weitere Entwicklung am seidenen Faden hing in jeweils höchst komplexen Situationen mit vom Wesen her unberechenbarem Ausgang.gab's sicher in vielen Mrd Jahren sehr viele. Komplexität ist nach oben offen .. da bleibt kein sinnvoll anzunehmender Spielraum für ein Uhrwerk-Universum.

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Wie würden sich die Gesetze der Quantenmechanik auf unser Universum, den Urknall und Paralleluniversen auswirken, wenn sie wirklich überall existieren würden?

Hallo, ich glaube ich habe das noch nicht so ganz verstanden;) Wenn also die Gesetze der Quantenmechanik wirklich innerhalb und außerhalb unseres Universum gelten würden und für den Urknall verantwortlich wären:

  1. Könnte es dann Paralleluniversen geben auch mit Doppelgängern von uns?

  2. Könnten sich diese Paralleluniversen auch vermischen. Also theoretisch auch mit unserem Universum und es zerstören, hätten wir dann bisher nur Glück gehabt dass das nicht passiert ist?

  3. Wenn unser Universum "quasi" wie auf der Oberfläche eines Ballons expandiert, schrumpft oder zerplatzt dann dieser Ballon und verschwindet am Ende des Universums wieder im Nichts ?

Mir geht es nur darum, ob diese Thesen streng mit den Gesetzen der Quantenmechanik vereinbar und wahrscheinlich wären. Dann hätte ich schon eine gute Vorstellung was alles möglich ist, denn viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gesetze der Quantenmechanik den Urknall mit verursacht haben und überall wirken.

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Gelten die physikalischen Gesetze überall im Universum?

Ich diskutiere mit jemanden der davon überzeugt ist, das die physikalischen Gesetze im Universum auch unterschiedlich sein könnten und meint das die Menschheit es nicht genau wissen kann, weil sie noch nicht überall im Universum gewesen ist. Aber das wäre aber doch paradox oder? Wenn sich physikalischen Gesetze von Ort unterscheiden würden, würde es zwangsläufig zu Problemen kommen. In einem schwarzen Loch gelten doch auch noch die physikalischen Gesetze. Nur in einer sehr bizarren und extremen Form im Vergleich zum restlichen Universum.

Beispielsweise könnten sich dann die mechanischen oder magnetischen Kräfte unter gleichen Bedingungen total anders oder gegenteilig verhalten , Massen würden vielleicht keine gravitative Wirkung haben oder ein Atom würde sich sogar anders zusammensetzen. Das kann doch nicht sein oder? Natürlich ist das auch alles unter der Berücksichtigung zu sehen, das die allgemein als wahr geltenden Gesetze nicht zu 100% stimmen müssen, sondern einfach ob solche Gesetze, auch wenn sie sich von unseren unterscheiden, gleich wären.

Ich habe dazu nicht wirklich etwas gutes gefunden. Meistens nur irgendwelche "Mysterie-Seiten" die mit gefährlichen Halbwissen um sich werfen. Es wäre auch gut wenn mir jemand einen Link reinschreiben könnte, der das ganze gut zusammenfasst.

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was spricht dafür dass wir in einer simulation leben?

ich weiß, dass es nicht wissenschaftlich ist, aber für mich wirkt irgendwie das ganze universum so surreal, so merkwürdig. einfach nicht richtig, nicht pur. es fängt schon damit an, dass "das alles" einen anfang hat...und sehr wahrscheinlich auch ein ende. und jedes mal, wenn ich darüber nachdenke, bekomme ich gänsehaut

aber nun zum eigentlich: was spricht dafür? gibt es darauf hinweise? kann man so etwas jemals nachweisen? ich meine, das wäre im prinzip etwas "außerhalb" des universum, so etwas kann man doch nicht nachweisen.

oft wird in diesem zusammenhang auch gesagt, dass die simulation "fehler" aufweist, so wie im film matrix. also dass gewisse physikalische gesetze plötzlich nicht ganz so klappen, wie sie es sollten. aber kann eine simulation nicht auch fehler enthalten?

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