Gibt es überhaupt eine effektive, gewaltfreie Alternative zu öffentliche Demonstrationen?

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5 Antworten

Veranstalter von Grossdemonstrationen sollten sich bewusst sein, dass eine solche Gelegenheit vom "schwarzen Block" fast sicher ausgenutzt werden wird, um mal wieder richtig Randale zu machen und sich mit der Polizei zu prügeln.

Ich halte es deshalb für lächerlich, wenn sie hinterher, nachdem alles entgleist ist, der Polizei und ihrer Taktik die Schuld zuweisen.

Als diejenigen, die diese "Gelegenheit" geschaffen haben, sollten sie selbst einen Ordnungsdienst organisieren und verhindern, dass der schwarze Block sich eingliedert und damit durch die friedlichen Demonstranten geschützt an seinen "Einsatzort" gelangen kann.

Wenn ihnen das nicht gelingt, dann sollten sie sofort die Demonstration auflösen, um den Randalinskis die Möglichkeit zu nehmen, sich nach ihren Attacken immer wieder hinter den harmlosen Demonstranten zu verstecken und von dort aus neue Angriffe zu starten.

Nur so könnte die Polizei mit der nötigen Härte vorgehen, ohne dabei ständig Rücksicht auf "Normalos" nehmen zu müssen, die von den Gewalttätern als nützliche Idioten ausgenutzt werden.

Chapeau!

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Superantwort. Dankeschön.

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Demonstrationen haben in ihrer Wirkung wenige Alternativen.

Eine Demonstration lebt davon, dass viele Menschen anzeigen, dass sie mit irgendwas nicht einverstanden sind. Je mehr das sind, desto deutlicher werden sie wahrgenommen. Und es beteiligen sich deshalb so viele an ihr, weil man in der Masse außer Präsenz zeigen und laufen nicht viel machen muss.

Eine andere Alternative wäre der Generalstreik: Geschäfte bleiben geschlossen, niemand geht zur Arbeit, das gesamte öffentliche Leben wird lahm gelegt. Aber es muss schon richtig dicke kommen, bis sich in der Bevölkerung ein solches Verfahren anbahnen würde, denn der Generalstreik trifft ja schließlich auch alle.

Andere Aktionen sind mit wesentlich mehr persönlichem Einsatz verbunden und immer wieder sehr umstritten, weil sie meist an die Grenzen des Legalen gehen: Sitzstreiks, um die Zufahrtswege zu blockieren z.B. oder das Anketten an Gleise sind hierzu Beispiele.

Unterschriftenaktionen sind auch immer sehr beliebt, haben aber keine große Wirkung. Im Medienzeitalter muss halt die Aktion publikumswirksam auffallen, und das tun Aktionen leider nur dann, wenn sie spektaklär sind, in welche Richtung auch immer.

Ich betone immer wieder gerne, dass fast 70% der Wähler bei der letzten Wahl die "Volksparteien" gewählt haben und damit dem Elend für weitere lange Jahre Tür und Tor geöffnet. Viele schreien ja auch Umwelt entlasten, aber auf den eigenen PKW verzichten oder 5,- für den Liter Benzin waren dann zuviel für die Grünen und Ihre Prozente. Es fehlt an politischen und perspektivischen Alternativen, deshalb entlädt sich die Dummheit der Menschen im schwarzen Block.

Wie fourseasons schon richtig sagte: Über sein eigenes Verhalten die Dinge indirekt beeinflussen. Wenn z.B. keiner mehr Fleisch aus Massentierhaltung kauft, stirbt sie über kurz oder lang aus. Wenn alle umweltbewußt leben und einkaufen, gibt es langfristig nichts schädliches mehr. Genauer drauf achten, wen/was man wählt und nicht irgendwas wählen, weil es der Nachbar wählt. Wenn alle mehr auf sich selbst achten würden und ihre Idealvorstellung vom Leben auch soweit es geht leben würden, regelt sich alles von ganz allein. Solange aber viele mit nem "Spritfresser" zu ner Demo gegen Umweltverschmutzung fahren, hat die Demo keinen Sinn.

Ich bin der Meinung, daß gewaltvolle Demonstrationen nur materielle und ideelle Werte zerstören. Gewalt erzeugt Gegengewalt und kann deshalb nie effektiv sein. In vielen Menschen schlummert ein kleiner Rambo, gottseidank siegt aber doch meistens der Verstand. Was nun effektiv ist, kommt sehr auf das jeweilige Anliegen an. Bei politischen Mißständen das Wahlverhalten überdenken, Eingaben machen, Volksabstimmungen, seinen Abgeordneten mit Gesuchen und Vorschlägen bombardieren etc. Im persönlichen Bereich gilt, nicht (nur) gegen Andere zu demonstrieren, sonder bei sich selbst anfangen, etwas zu ändern.

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