Gibt es Therapeuten die Verhaltenstherapie mit gleichzeitiger Psychoanalyse oder Ähnlichem bieten?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Es gibt VT die auch eine Analyse Ausbildung haben und umgekehrt. Allerdings sehr wenige da sehr teuer und zeitaufwändig.

Es ist allerdings kein Therapeut auf seine Ausbildung fixiert so dass er frei in der Wahl seiner Therapie Methoden ist und durchaus auch andere Ansätze integrieren darf.

Ein guter und schlauer Therapeut, der der Praxis treu bleibt und dem seine Patienten wichtig sind wird genau das tun - diverse hilfreiche Ansätze kennen lernen und integrieren und je nach Patient anwenden.

Ich kennen keinen guten und erfahrenen Therapeuten, der anders arbeitet.

Übrigens auch keinen VT der nie über die Vergangenheit spricht und keinen Analytiker der nur der Vergangenheit verhaftet wäre.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich möchte diese Frage mal auf zwei Ebenen beantworten, zuerst die formale: In Deutschland sind drei Therapieformen kassenzugelassen: Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (sozusagen die Kurzform der PA) und Verhaltenstherapie. Wenn Du zu enem Analytiker gehst, wird der auch Analyse anbieten, wofür er kassenzugelassen ist und selbst die sehr wenigen Therapeuten, die eine Zulassung in beiden Verfahren haben, können für eine Therapie nur eines davon beantragen. Jetzt inhaltlich: Verhaltenstherapie ist nicht mehr wie in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Therapie, in der nur konditioniert wird oder Konditionierungen gelöscht werden, sondern eine komplexe Therapieform, in der es viele Weiterentwicklungen gegeben hat und inzwischen vieles integriert worden ist. Ein Beispiel aus neuerer Zeit: Achtsamkeit (eigentlich aus dem Buddhismus entlehnt) ist inzwischen in vielen Verhaltenstherapien (sicherlich auch in manchen tiefenpsychologisch fundierten T.) einbezogen. Dementsprechend arbeiten Verhaltenstherapeuten (wenn sie nicht gerade frisch von der Uni/Ausbildung kommen) nicht mehr einfach mit Reiz-Reaktionsfolgen, sondern mit allem, was ihnen in ihren (oft mehrfachen) Ausbildungen zur Verfügung steht. Fazit: Der von Dir aufgebaute Gegensatz zwischen Psychoanalyse und Verhaltenstherapie (vergangenheits-/ursachen- vs. gegenwarts-/symptombezogen) existiert in der Therapierealität so kaum. Die Therapien unterscheiden sich eher in der therapeutischen Haltung und den Methoden voneinander. Ich hoffe, Dir ein wenig weitergeholfen zu haben, auch wenn ich sehr vereinfachen musste, um hier keine Vorlesung zu halten ...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die therapeutische Beziehung wird von Psychotherapieforschern
unterschiedlicher Ausrichtung als grundlegender und übergeordneter
Wirkfaktor anerkannt. Die psychoanalytischen Konzepte „Übertragung“ und
„Gegenübertragung“, die wesentliche Aspekte der therapeutischen
Beziehung fassbar machen, haben mittlerweile auch Eingang in die
Verhaltenstherapie gefunden. Da diese Konzepte aber sowohl in der
Psychoanalyse als auch in der Verhaltenstherapie unterschiedlich
verwendet werden und sich auf unterschiedliche Phänomene beziehen, ist
die Verständigung zwischen Psychotherapeuten verschiedener
therapeutischer Ausrichtungen erschwert. Es wird deshalb postuliert, die
verbalen und nonverbalen Prozesse der Beziehungsregulierung, die für
die Gestaltung einer hilfreichen psychotherapeutischen Interaktion
bedeutsam sind, schulenunabhängig zu erforschen und deren Wirksamkeit zu
bewerten. Damit könnte die Integrationskultur in der Psychotherapie
gestärkt werden.

Abstract zitiert nach:
Bänninger-Huber, E. (2014). Übertragung und Gegenübertragung in Verhaltenstherapie und Psychoanalyse. Psychotherapeut, 59(3), 206-211.

Wer die komplett unterschiedlichen Begrifflichkeiten von "Übertragung" und "Gegenübertragung" in beiden Therapieformen auch noch innerhalb einer Therapiestunde balancieren will, muss schon ziemlich abgehoben sein. Aber vielleicht will eine depressive Tussi aus Düsseldorf beim Golfen oder Pilates ein wenig dummes Zeug schwafeln.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von 8Raben
05.04.2016, 11:14

Entschuldigung, aber trotz mehrfachen Lesens , erschließt mir sich nicht wirklich der Sinn im Bezug auf meine Frage.. . Ausser das es einen Austausch Verschiedener Therapieformen untereinander gibt. Was ja iwo auch selbstverständlich ist. Wenn man sich Verbessern möchte.

1

Kein Experte. Aus meiner Sicht hast du dir die Antwort aber schon selber gegeben. Aber wenn du das studierst, dann lese das besser nicht... (total unqualifiziert :)
(hält mich aber nicht auf, sorry ;)

Die Psychoanalyse bzw Tiefenpsychologie versucht individuell den Problemen auf den Grund zu gehen.

Die Verhaltenstherapie stellt Strategien zur Bewältigung zur Verfügung, durch die der Patient dann mehr Auswahl hat, wie er mit den Problemen umgeht, die gerade auf ihn zukommen.

Zu wissen woher etwas kommt, warum man sich so oder so entschieden hat, von wem man sich warum abgewendet hat. Deswegen braucht man nicht immer gezwungenermaßen Psychoanalyse. Anders wäre es bei verdrängten Situationen.

Es liegt an der Art der Störung, ob eine Verhaltenstherapie, Psychotherapie in der Tiefenpsychologie oder welche Therapie sinnvoller ist.

Gehirn und Verhalten organisieren sich selbst, da macht es schon Sinn zu lernen wie man Situationen vermeidet und soweiter und das auf Dauer weg zu konditionieren.. ja, manchmal auch beim Bäcker.... :)

Also das Verhalten oder Denken wird umstrukturiert. Man kann sich ja nicht die Wurzel allen übels irgendwie rausreißen, aber man kann den Weg drumherum pflastern.

Wäre natürlich schön, wenn noch eine Antwort kommt, würde mich auch mal interessieren.

(.. es kommt ja ein Input der dem Patienten ermöglicht, mit Input anders umzugehen.. Aber input ist ja nicht alles. Man lebt ja auch von sich aus aus sich heraus...)

(und nochmal sorrry. Aber es dauert Ewigkeiten, bis jemand qualifiziertes mal antwortet, solange halt einfach nur drüberschauen. Is ja nicht in Stein gemeißelt..)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von 8Raben
05.04.2016, 11:48

Also was die Psychoanalyse angeht, trifft das aber nicht nur auf Verdrängte Sachen zu. Manchmal sind einen selbst bewusste Tatsachen nicht Komplett Transparent. Beziehunsgweise deren Tragweite oder Beziehung zu anderen Dingen, die sich so wiederum auf einen selbst auswirken.

Wenn etwas Komplett Verdrängt ist , geht es meiner Meinung nach schon in Richtung Trauma. Da ja dann scheinbar innerhalb der bewältigung des Traumas etwas in stocken geraten ist. Normalerweise Läuft ein Traumatisches Erlebniss in mehreren Phasen mit vielen Wiederholungen einher bis man es überwunden hat. Das schafft ein Gesunder Mensch mit einem Gutem Umfeld manchmal sogar ohne "Direkte" Psychotherapie.

Aber da gibt es ja auch viele Verschiedene Ausprägungen usw. Es kommt aus den Momentanen Status der Person an, ob diese durch andere Dinge zusätzlich belastet wird usw.

Aber auf den Input bezogen sehe ich das ja auch Ähnlich , es ist gut wenn man bestimmte Verhaltensmuster Verändert oder durchbricht. Aber trotzdem Verändert man sich ja selber auch immer wieder. Da bringt es ja auch nix immer die selben "Gehwegplatten" rauszukramen um eine Umleitung zu legen.

Wichtig wäre ja auch eben darauf einzugehen oder aber den Ursachen zu begegnen.

0

Hallo,

also grundsätzlich ist es eigentlich so, dass ein Therapeut entweder verhaltenstherapeutisch ODER psychoanalytisch arbeitet, dementsprechend ist das eine ganz andere Ausbildung.

Verhaltenstherapie und Psychoanalyse sind eine von vielen psychologischen Grundrichtungen und unterscheiden sich in vielem. Ich will nicht ausschließen, dass es vielleicht doch irgendwo einen Therapeuten oder eine Therapeutin gibt, die beides macht, aber ich würde eher nicht davon ausgehen, weil es wie gesagt zwei unterschiedliche Ansätze sind.

Vielleicht hilft dir diese Seite weiter: http://www.psog.de/verhaltenstherapie-oder-tiefenpsychologisch-fundierte-psychotherapie/

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?