Gibt es Sprüche,Gedichte dazu?

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4 Antworten

Suchen Sie mal im Internet "Sommerlieder" "Sommergedichte".

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Kommentar von Shani1227
03.07.2016, 10:58

Ich wollte mehr auf Herbst eingehen, aber ich schaus mir mal an :)

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Der Herbst als Färber 

  Da steigt der Herbst frisch von den Bergen nieder,

und wie er wandert durch den grünen Wald,

gefällt ihm nicht, dass überall das Laub dieselbe Farbe hat.

Er sagt: "Viel hübscher ist’s rot und gelb, das sieht sich lustig
an."



So spricht er, und gleich färbt der Wald sich bunt. -

Und wie der Herbst drauf durch den Garten geht

und durch den Weinberg, spricht er:

"Was ist das? Der Sommer tat so groß mit seiner Hitze,

und Wein und Obst hat er nicht reif gemacht?



Schon gut, so zeig ich, daß ich’s auch versteh!"

Und kaum gesagt, so haucht er Wein und Obst

mit seinem Atem an, und siehe da:

die Äpfel und die Pflaumen und die Trauben,

zusehends reifen sie voll Duft und Saft.



Drauf kommt der Herbst zur Stadt und sieht die Knaben

in ihrer Schule sitzen voller Fleiß.

Da ruft er ihnen zu, "Grüß Gott ihr Buben!

Heut ist Sankt-Michaelis-Tag, da gibt es

lange Ferien. Kommt zu mir aufs Land!



Ich hab den Wald sein Laub schön bunt geblasen;

ich hab den Apfel rot gefärbt die Backen;

ich will euch klar und blank die Augen wehen,

und Eure Backen will ich tüchtig bräunen,

wie sich`s für Buben schickt. Versteht ihr mich?"



So spricht der Herbst und jubelnd ziehn die Knaben

auf seinem Ruf durch Berg und Wald und Feld

und kehren heim mit neuer Lust zur Arbeit.

Robert Reinick (1805-1852)

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Luise Büchner (1821-1877)

Herbstlied

Es liegt der Herbst auf allen Wegen,
In hundert Farben prangt sein Kleid,
Wie seine Trauer, seinen Segen
Er um sich streut zu gleicher Zeit.

Es rauscht der Fuß im welken Laube,
Was blüht' und grünte, ward ein Traum -
Allein am Stocke winkt die Traube
Und goldne Frucht schmückt rings den Baum.

So nimmt und gibt mit vollen Händen
Der Herbst, ein Dieb und eine Fee;
Erfüllung kann allein er spenden,
Doch sie umfängt ein tiefes Weh! -

O, Herbst der Seele! deine Früchte,
Sind auch Gewinn sie, oder Raub?
Der Wünsche Blüte ist zunichte,
Der Hoffnung Grün ein welkes Laub.

Zu schwer erkauft, um zu beglücken,
O, Seelenherbst, ist deine Zier!
Der Saft der Traube kann entzücken,
Doch keine Wonne strömt aus dir.

Barthold Heinrich Brockes (1680-1747)

Herbstgedanken

Da ich die grüne Pracht der Bäume zärtlich liebe
Und folglich mich anjetzt im Herbst bei ihrem Fall,
Bei der Entblätterung der Wipfel überall
Und der Vernichtigung des Laubes recht betrübe,
So deucht mir doch, ob hör ich sie im Fallen
Zu meinem Troste dies mit sanftem Lispeln lallen:
"Du siehest uns von dem geliebten Baum
Nicht, um denselben zu entkleiden,
Noch um ihn nackt und bloß zu lassen, scheiden;
Ach nein, wir machen frisch und schönern Blättern Raum."

Herbstgedanken
(c) Anita Menger 

Das erste Frühlingslächeln,
wie lange ist es her?
Schon nähert sich der Winter,
so brummig wie ein Bär.

Der Sommer kurz und hitzig
erscheint mir wie ein Traum,
doch hängt der Duft der Rosen
noch immer süß im Raum.

Mit Lenzblut in den Adern
und Schnee auf meinem Haupt
durchstreife ich die Wälder,
die herbstlich bunt belaubt.

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Herbst

-- Nun laß den Sommer gehen,
Laß Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein?

Joseph Freiherr von Eichendorff

-- Herbstsonne
(c) Anita Menger

Der Sommer ist vergangen,
der Herbst hat angefangen,
Frau Sonne bleibt sein Gast.
Sie ist dem Herbst verbunden
und schenkt ihm goldne Stunden,
verweilend - ohne Hast.

Will sie auch nicht mehr prahlen,
so schickt sie dennoch Strahlen,
nur milder als bisher.
Der Wind singt seine Weise,
nach Abschied klingt es leise,
doch auch nach Wiederkehr.

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