Gibt es psychosomatische Kliniken wo man nebenbei eine Ausbildung machen kann?

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2 Antworten

Hallo. Ich kann nur zu deinen Erfolgen gratulieren, dass du dich so hoch gekämpft hast! Ich weiß selbst wie sich so etwas anfühlt. Darauf kannst du stolz sein. Ich war auch in stationärer Behandlung. Ich würde es dir schon empfehlen. Mir hat es sehr geholfen. Es gibt ja auch Tageskliniken. Selbst wenn es nicht möglich ist (und das würde ich spontan von meinem wissen her sagen) würde ich es an deiner Stelle machen. Arbeite erstmal an dir selber. Und dann kannst du dich vollkommen auf deine Ausbildung konzentrieren. Wenn du den Wunsch hast, nochmal die Schule zu besuchen, kannst du dich ja da auch anmelden und die stationäre Klinik würde ja, wenn etwas wäre immer da sein. Allerdings würde es mit der Einweisung und Schulbeginn knapp werden. Bei sind damals von Ameldegespräch und Einweisung gerade mal drei Wochen vergangen. Da mussten andere länger auf ihren Platz warten. Deswegen würde ich sagen, melde dich an und hoffe das du schnell einen Platz bekommst.

Hast du es schon mit ambulanter Psychotheraphie versucht? Dein Psychologe kann dir dabei helfen, schneller einen Platz zu bekommen und gerade am Anfang kann er mit dir über deine Ängste reden (und das sie völlig unbegründet sein können). Das folgende mag total blöd klingen, aber lass es einfach auf dich zukommen. Ja ich weiß... Aber ich hatte manchmal bzw oft schon solche Ängste gehabt, im nachhinein unbegründet. Ich mache mir selbst immer zu viele Gedanken, was passieren könnte usw.. Aber das kann man in deinem Fall auch nicht so einfach sagen, ich weiß.
Mach dir eine Liste und schreib auf was für schlimme Sachen passieren könnten. Und schreib dann auch wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, das es eintrifft und wie du es evtl. vorbeugen könntest
Bsp: die schulische Leistung nicht schaffen - je nach schwierigkeit des Faches und die kompetenz der Lehrer - von Anfang an im Unterricht mitmachen und rechtzeitig lernen.

Nur so als Beispiel. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Ich hoffe das ich dir wenigstens etwas helfen konnte!

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Kommentar von BlackSad15
02.08.2016, 22:28

Hallo, vielen dank erstmal für die Antwort. Ja nur leider habe ich noch so viele schwierigkeiten und mich stört das schon ziemlich dass ich einige Sachen nicht so schaffe wie andere. Meine Psychologin hat mir damals auch öfters empfohlem in eine stationäre Behandlung zu gehen aber ich wollte es immer alleine schaffen, nun bereue ich dass ich ihr Angebot nicht angenommen habe. Genau Tagesklinik hatte sie auch mal erwähnt, aber dann geht bestimmt nur eins, entweder Tagesklinik oder Schule ?

Ich bin mir so unsicher ob ich das schaffe mit der Schule, ich hab so eine Panik immer wenn ich dran denke fang ich an zu weinen. Aber ich möchte auch endlich mal vorran kommen und eine Ausbildung braucht man ja heutzutage einfach. Dann habe ich noch total Angst wenn ich die Schule nicht schaffe dass ich mir meine Zukunft kaputt mache und als Harz4 er ende. So eine Liste mach ich mir immer im Kopf, ich sage mir was passieren kann und ob das wirklich passieren kann, aber mir geht es sofort danach wieder schlecht.

Die schulische Leistung oder die Lehrer sind nicht mal das Problem, ich weiss auch nicht genau woran es liegt, ich hatte das schon früher als kleines Kind in der Grundschule und es ist nie ganz weg gegangen und dann das mobbing hat das alles erst so schlimm gemacht. Ich weiß einfach nicht mehr weiter und habe so ein starken innerlichen druck.

Aber vielen dank noch mal für die Hilfe und ich werde mit meiner Psychologin noch mal über eine Klinik sprechen, ich erinnere mich auch daran dass sie sagte sie kennt die Leute dort und fährt öfter da hin um Patienten zu besuchen und die kann bei der Aufnahme bestimmt was machen.

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Das du bist hier hin so viel Willen zeigst, kannst du dir selbst hoch anrechnen.

Eine Klinik zu besuchen und nebenbei eine Ausbildung machen wird vom Zeitmanagement her nicht möglich sein. Selbst bei einem teil-stationären Konzept, wie der Tagesklinik, ist es nicht möglich nebenher eine Ausbildung zu absolvieren. Wenn du eine Klinik besuchst, dann wirst du in diesem Zeitraum zeitlich so eingebunden sein, dass eine Ausbildung aussetzen muss respektive, du diese nicht aufnehmen kannst.

Möglich wäre es jedoch eine ambulante Therapie zu machen. Dort hättest du dann deine regelmäßigen Termine, die sich zeitlich an deine Arbeitszeiten anpassen lassen - beispielsweise finden diese dann am Nachmittag statt. Bei einer ambulanten Therapie hat man für gewöhnlich einen, maximal zwei Termine die Woche. Unabhängig davon, wie nun deine zukünftigen Pläne aussehen, glaube ich das ein Therapeut, im Zuge einer ambulanten Therapie, ein guter Weg wäre. So hättest du über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit, das Gespräch zu suchen und hast regelmäßig jemanden an der Seite, für den Fall, dass du ein Tief durchlebst.

Eine sehr hilfreiche Suchmaschine für Therapeuten verlinke ich dir an der Stelle einmal:

https://www.therapie.de/psyche/info/

Über diese Seite findest du recht komfortabel Therapeuten in deinem Umfeld und kannst dich bei diesen melden. Bei Fragen zu der Therapiesuche, welche Mittel und Wege es abseits dessen gibt, kannst du dich gerne bei mir melden - entweder über eine Freundschaftsanfrage oder über einen Kommentar.

Natürlich bleibt zu hoffen, dass du die Ausbildung durchstehst und sich die anfänglichen Ängste mit der Gewöhnung an das Umfeld wieder legen. Bevor wir aber nochmal einen Blick auf Mögliche Hilfsmittel werfen, gibt es neue eine Alternative für den Fall, dass du die Ausbildung nicht absolvieren kannst.

Über die Agentur für Arbeit kann man eine "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" beantragen - nötige Informationen kann man sich direkt vor Ort einholen. Das ist eine Rehabilitation und ist, je nach Leistung, zugeschnitten auf Jugendliche mit psychischen Erkrankungen/Einschränkungen. Über einen Bildungsträger macht man dann eine Maßnahme, es ist eine Art Erprobung, um dich an den Arbeitsalltag zu gewöhnen und weiter zu stabilisieren. Das alles verläuft im Kontext von psychologischer Unterstützung, einer Sozialberatung und geschultem Personal. Auch werden dort die Vorbereitungen getroffen, für einen Einstieg in eine Ausbildung. 

Du kannst dich da bei der Agentur für Arbeit informieren und dich beraten lassen. Es ist zu Beginn mit ein wenig Bürokratie verbunden aber ist der Antrag erst einmal gestellt, bist du auf der sicheren Seite.

Im Anschluss hast du, je nach der Einschätzung deiner Rehaberatung (die Person, die die Zuständigkeit für "deinen Fall" hat), die Möglichkeit auch eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk (BBW) zu absolvieren. Das sind Ausbildungseinrichtungen, die Ausbildungen anbieten mit zusätzlichen Leistungen. Es gibt zum Beispiels BBWs die explizit nur Menschen mit psychischen Erkrankungen/Einschränkungen ausbilden. Der Unterschied zu einer "normalen Ausbildung" besteht im Hilferahmen - beispielsweise das auch dort ein Psychologe direkt vor Ort ist. An und für sich, inhaltlich wie auch vom Abschluss her, unterscheidet sich die Ausbildung sonst in keinster Weise, von der "normalen".

Ich denke du hast, allein aufgrund deines bisherigen Werdegangs, eine gute Chance diese Leistungen in Anspruch zu nehmen. 

Wichtig ist - Du brauchst dich für all das weder schämen noch dich schlecht fühlen. Schwere psychische Erkrankungen sind belastend und stark einschränkend. Dafür kannst du aber rein gar nichts. Das macht dich weder zu einem Menschen zweiter Klasse oder etwas ähnliches. Ich habe Menschen kennengelernt, die beispielsweise in solch einem BBW ihre Ausbildung gemacht haben und das sind unfassbar kluge Köpfe, sympathische Menschen, denen das Leben nur übel mitgespielt hat. 

Vergesse das an der Stelle nicht.

Bis dahin, ist aber auch noch Zeit und vielleicht wirst du all das auch nie brauchen weil es doch klappt und daran solltest du dich vorerst halten. Die Berufsschule, du schreibst es bereits, beginnt erst in ein paar Wochen. Versuche die Zeit bis dahin zu nutzen um dich zu beruhigen und dir ein Gefühl zu geben.

Das kann bei neuer Kleidung beginnen, die dir ein besseres Gefühl verschafft weil du dich in ihr wohl fühlst. Das können ruhige Serienabende sein, die dich auf andere Gedanken bringen oder auch Vorbereitung.

Ordner, Blöcke, eine brauchbare Tasche - für die Berufsschule wirst du das brauchen und vielleicht beruhigt es dich schon ein wenig zu wissen, dass du für deinen ersten Tag gewappnet bist. Selbiges gilt für den Fahrtweg et cetera. Die soziale Komponente lässt sich schwer vorhersehen oder verändern aber du kannst nahezu alles andere vorbereiten und dir damit ein Gefühl der Sicherheit verschaffen.

Würde man dies zusammen nehmen, würdest du in Kleidung, in der du dich wohl fühlst, von Grund auf vorbereitet und abgesichert in deinen ersten Tag starten. Ein gute Kombination aus Vorbereitung und Entspannung in den kommenden Wochen wäre ein guter Schritt.

Weiterhin kannst du diese Zeit auch nutzen, um einen Therapeuten zu finden beziehungsweise die ersten Wege zu gehen. Selbst wenn sich bis zum Beginn noch nichts festes ergeben hast, hast du so aber schon die ersten Schritte gemacht und kannst dir ruhigen Gewissens sagen - "Es geht voran."

Voran wird es auch ganz sicher gehen, egal was nun passiert oder eben nicht passiert. Es gibt viele Mittel und Wege, um in das Berufsleben einzusteigen. Nutze, sofern es passt, deine Optionen und schöpfe die Möglichkeiten aus, die dir zustehen. 

Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft und hoffe sehr, dass du deinen Weg machen wirst.

Liebe Grüße.

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Kommentar von BlackSad15
02.08.2016, 22:16

Also erst mal vielen dank für die hilfreiche Antwort.

Das dachte ich mir schon dass es zeitlich bestimmt schwer bzw nicht möglich ist beides zu machen. Das mit der Ambulanten Therapie hört sich ganz gut an finde ich, das gucke ich mir dann mal den Link genauer an.

Ich hoffe auch dass es klappt, bei der Schule war ich schon zwei mal angemeldet aber musste immer wieder absspringen weil ich noch nicht so weit war, aber die waren immer sehr verständnisvoll. Das Gefühl ist etwas besser geworden aber ich bin mir noch sehr unsicher ob ich das packe, klar ich habe 4 Jahre lang keinen normalen Alltag geführt aber dieses Gefühl ist mehr und auch nicht nur ein bisschen Nervosität vor einer neuen Schule. Ich habe total Angst falls ich das wieder nicht packe dass ich mir meine ganze Zukunft versaue. Habe ne Aufnahmeprüfung usw gemacht und es ist ein kreativer Bereich was auch eigl meine Richtung ist. Aber der Gedanke was wenn das nicht klappt ist trotzdem da.

Ich versuche im Moment einfach nicht an die Schule zu denken, weil es mir sonst total schlecht geht und ich fange an zu weinen. Ich kann mir auch gut vorstellen dass es leichter wäre wenn ich langsam anfangen würde, also vielleicht erst wenige stunden irgendwo etwas mache und dass dann immer weiter steiger bis ich richtig drin bin.

Vielen dank noch mal für die hilfe und ich hoffe dass es bald alles irgendwie klappt.

Liebe Grüße zurück.

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