Gibt es objektive wahre moralische Werte?

10 Antworten

Gute Fragte! 

Darüber hab ich früher echt oft Nachgedacht und ich finde, ja das ganze folgt schon einer Logik.

Und zwar einer ziemlich tiefsitzenden, mehr philosophisch-rationalen als einer stur-religiös/oder -ethischen. Und zwar, hat sie mit dem Leben zu tun. 

Zum einen gibt es in unserer Welt so etwas wie Kausalität und die besagt, dass auf jede Aktion eine Reaktion folgt. Das heißt im Endeffekt, wenn ich jemandem eine reinhaue, muss ich damit rechnen dass ich auch eine zurückbekomme. 

So jetzt haut mich aber der Jemand schon wieder, und ich will das auch vergelten, so wie er das vergelten will, was ich gemacht habe. Und ich hau also nochmal zurück, der andere auch, weil er will ja auch wieder vergelten. Ein Teufelskreis! 

Es sei denn, man wendet irgendwann Jesus christlichen Rat an und lässt es einfach stecken nochmal zurück zu schlagen. Daher dient der Rat auch nicht der Einteilung von Handlungen in "gut" und "böse" sondern hat einfach praktischen Nutzen, als Unterbrechung des Teufelskreises.

Die Leute denken das sei beim Tod anders, aber eigentlich stimmt das nicht. Wenn A die Mutter von B tötet, dann tötet B irgendwann die Mutter von A.. usw. aus diesem Stoff besteht jede Krimiserie... 

Aber richtig aberwitzig wird das erst, wenn man versteht was/wer man eigentlich wirklich ist und was man hier macht... weil, dabei beißt sich irgendwann dann Jeder dafür in den Hintern, dass er die anderen Lebewesen nicht so behandelt hat, wie er selbst auch gern behandelt werden würde...

Einige moralische Ansichten sind aber tatsächlich dämlich.. Man muss eben prüfen und das was konstruktiv ist behalten... ;)

Okay danke für deine Antwort. Die Sachen die du schriebst, beriefen sich ja allesamt auf den Nutzen einer Handlung, für andere und sich selbst. Das ergibt ja auch Sinn wenn man auf dieser praktischen Ebene bleibt, bloß ist es für mich noch keine legitime Begründung für die Pflicht der Moral. 

Dass das Nützliche gleichzeitig auch die Pflicht ist, ist nur eine weitere bloße Behauptung die einen argumentativen Beweis erfordert.

Deswegen habe ich das Beispiel auf der verlassenen Insel ja ganz bewusst in die Richtung gelenkt, dass das Töten für mich kein Nachspiel hätte, wir wären ja schließlich ganz alleine auf der Insel, ohne Aussicht auf Rettung, das "Auge um Auge" würde nicht eintreffen.

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@LatinClover

Sehr guter Einwand! 

Der Sinn der Sache erschließt sich dann, wenn man mal danach fragt was der Sinn des Lebens/der Existenz an sich eigentlich ist.

Angenommen Du selbst wärst zwei Mal auf der Insel. Also einmal als A und einmal als B, Du wüsstest das Du A und B bist. Würdest Du dich selbst umbringen? - welchen Sinn macht das und wie entscheidest Du wer überlebt? 

Weder die Moral noch das Nützliche sind Pflicht(aber manchmal sinnvoll) es wäre nur dämlich das offen zu sagen und damit den Planeten in ein Chaos aus Idioten zu stürzen, die keiner Moral mehr folgen. Weil es keine Pflicht ist, hat man einen freien Willen, weil Moral manchmal Sinn macht, folgt man ihr. 

Außerdem bleibt nichts ohne Konsequenzen, aber auch gar nichts, jede Ursache hat eine Wirkung, ziemlich sicher..

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Da ich daran glaube bin, dass es einen Gott gibt, der sich uns in der Bibel offenbart, bin ich davon überzeugt, dass wahre moralische Werte nur von Gott kommen können, der uns erschaffen hat und allmächtig und weise ist.

Deshalb ist Gott für mich der Ursprung für unser Gewissen (das Gut und Böse unterscheiden kann) und für objektive wahre moralische Werte...

Jesus hat gelehrte, seine Mitmenschen zu lieben und die goldene Regel aufgestellt: "Alles nun, was ihr wollt, das die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten" (Matthäus 7,12).

Du fragst im Grunde nach dem Ursprung der moralischen Gesetze und ob ich sie freiwillig und gern beachten möchte oder ob ich dazu gezwungen werde.

Für einen evolutionär denkenden Menschen wird es schwierig, diese Frage zu beantworten. Denn in einer um das "Überleben des Tüchtigsten" hart kämpfenden Spezies ist Moral nicht entwickelbar.

Für einen religiösen Menschen ist die Antwort auf diese Frage hingegen leicht.

Gott schuf den Menschen und gab ihm Moralgesetze mit auf den Weg. Da er den Mensch aber mit einem freien Willen ausstattete, machte er das Befolgen seiner Gesetze nicht zum Zwang. Er wollte keine Roboter, die ihm blind gehorsam sind (wie instinktgesteuerte Tiere). Er wollte Menschen, die ihm aus Liebe freiwillig gehorchen.

Er erklärte ihnen auch die Folgen ihres Handelns — ob gut oder schlecht.

Leider entschieden sich die Menschen gegen seine Leitung und Gesetze. Die Folgen müssen wir bis heute tragen. 

Zwar sind Regierungen durch Gesetzgebung daran interessiert, eine gewisse Moral aufrecht zu erhalten, aber das gelingt zusehends mit abnehmbaren Erfolg. Es gelingt ihnen nicht wirklich, die Gesetze zu Grundsätzen zu machen, die "ins Herz" gehen, wie jemand vor mir hier schrieb.

Dennoch bleiben die Moralgesetze des Schöpfers universell gültig. Und es gibt Menschen, die sie aus Liebe zum Schöpfer gern und freiwillig befolgen, selbst wenn es ihr Leben kostet (z. B. Hinrichtung von Wehrdienstverweigerern). Sie haben Gottes Gesetze im Herzen:

„Denn das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen schließen werde“ ist der Ausspruch Jehovas. „Ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen, und in ihr Herz werde ich es schreiben. Und ich will ihr Gott werden, und sie selbst werden mein Volk werden.“ (Jeremia 31:33)

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Hier einige zeitlose Werte, die in den Herzen vieler Menschen "angekommen" sind:

Die Goldene Regel. „Alles daher, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun ...“ (Matthäus 7:12).

Den Nächsten lieben. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 22:39). „Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu; daher ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes“ (Römer 13:10).

Andere achten und ehren. „Habt in brüderlicher Liebe innige Zuneigung zueinander. In Ehrerbietung komme einer dem anderen zuvor“ (Römer 12:10).

Den Frieden suchen. „Haltet Frieden untereinander“ (Markus 9:50). „Wenn möglich, haltet, soweit es von euch abhängt, mit allen Menschen Frieden“ (Römer 12:18). „Lasst uns denn den Dingen nachjagen, die dem Frieden dienen“ (Römer 14:19).

Vergeben. „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“ (Matthäus 6:12). „Werdet aber gütig zueinander, voll zarten Erbarmens, einander bereitwillig vergebend“ (Epheser 4:32).

Treu sein. „Freu dich doch an deiner eigenen Frau! . . . Erfreue dich an deiner Frau, die du als junger Mann geheiratet hast. . . . Mein Sohn, willst du dich wirklich mit einer anderen vergnügen und mit einer fremden Frau schlafen?“ (Sprüche 5:15-20, Hoffnung für alle).

Gütig, mitfühlend und sanft sein. „Kleidet euch . . . mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut“ (Kolosser 3:12).

Das Böse mit dem Guten besiegen. „Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen“ (Matthäus 5:44). „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse stets mit dem Guten“ (Römer 12:21).

Naja doch, ein evolutionär denkender Mensch kann Moral entwickeln und zwar indem er auf die Idee kommt, dass mit seiner Intelligenz und Bewusstsein die Pflicht einhergeht, moralisch zu handeln. 

Darüber hinaus gibt es auch z.B. die Tugendethik nach Aristoteles und Kant. Und vergleichbare Konstrukte.

In allen von dir genannten Beispielen geht das "soll" von einer Autorität aus, nämlich der Autorität des Gottes. Die Existenz Gottes kann ich aber nicht beweisen, von daher kann ich daraus auch keine universale Pflicht ableiten. Es könnte ebenso gut einen "bösen" Gott geben, der mir das Gebot auferlegt zu töten wo ich nur kann. Die bloße Möglichkeit dieser Entität verpflichtet mich noch lange nicht ihrem Gebot Folge zu leisten.

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@LatinClover

LatinClover,

Zustimmung zu Deinem Gedanken, ein evolutionär denkender Mensch kann Moral entwickeln.

Deine Frage bezog sich jedoch eher auf die Ursache / Herkunft von Moral.
Konnte sich Moral evolutionär entwickeln? Darüber streiten Evolutionisten.

Schau mal hier:

Ist Moral evolutionär begründbar?

"Das Gewissen und die Ethik werden sich kaum in einem seit Millionen von Jahren dauernden gnadenlosen Überlebenskampf entwickelt haben."

(http://www.0095.info/de/index\_thesende3\_menschundkultur\_gewissenundethik.html)

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Kann die Existenz Gottes bewiesen werden?

"Denn seine unsichtbaren [Eigenschaften] werden seit Erschaffung der Welt deutlich gesehen, da sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden, ja seine ewigwährende Macht und Göttlichkeit, so daß sie unentschuldbar sind" (Römer 1:20)

Auch die vielen bis ins Detail erfüllten Prophezeiungen sprechen für die Existenz Gottes.
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Zustimmung: es gibt einen "bösen" Gott, der nur töten will:

"unter denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, ..." (2. Korinther 4:4)

"Ich [Jesus] werde nicht mehr viel mit euch reden, denn der Herrscher der Welt kommt. Und er kann mir nicht beikommen" (Joh. 14:30)

"Wir wissen, daß wir von Gott stammen, aber die ganze Welt liegt in der [Macht] dessen, der böse ist." (1. Joh. 5:19)

"und der Teufel sagte zu ihm[Jesus]: „Dir will ich diese ganze Gewalt und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben worden, und wem immer ich [sie zu geben] wünsche, dem gebe ich sie." (Lukas 4:6)

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Zustimmung: wir müssen niemandem folgen. Wir haben einen freien Willen.

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Für einen evolutionär denkenden Menschen wird es schwierig, diese Frage zu beantworten. Denn in einer um das "Überleben des Tüchtigsten" hart kämpfenden Spezies ist Moral nicht entwickelbar.

Doch, Gruppenselektion.

Gott schuf den Menschen und gab ihm Moralgesetze mit auf den Weg.

Da deine Geschichte hier die Existenz von Moralgesetzen schon beinhaltet, ist sie keine Erklärung für Moralgesetze. Was tut Gott, um Moralgesetze zu erschaffen? Und sind diese Gesetze dann nur beliebig? Hätte Gott nicht genauso gut Mord und Folter zum höchsten Gut erheben können?

Er wollte keine Roboter, die ihm blind gehorsam sind (wie
instinktgesteuerte Tiere). Er wollte Menschen, die ihm aus Liebe
freiwillig gehorchen.

Er wollte also keine Roboter, aber trotzdem Leute, die Gründe und damit Ursachen für ihre Handlungen haben, aber dennoch frei entscheiden? Für mich klingt das nach einem Gott, der seinen Kuchen behalten und essen will.



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