Gibt es nur eine Art des Kapitalsimus?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Als Karl Marx den Kapitalismus beschrieben hat, hatte er vor allem den angelsächsischen Kapitalismus in seiner damals historisch konkreten Ausformung vor Augen. D.h. die Stufe der industriellen Revolution incl. der großen Finanzmittel, diese zu finanzieren, die nur von wenigen aufgebracht werden konnten und die damit verbundene politische Organisation. Wenn man dann aber heute Saudi Arabien und Großbritannien vergleicht, fallen sofort riesige Unterschiede ins Auge. Saudi Arabien ist feudal regiert. Es gibt dort kaum Industrieproduktion. Quelle ihres Reichtums ist die Ölförderung. Die Gelder, die sie dort verdienen stecken sie z.B. in europäische Industrieproduktionen, z.B. Mercedes. England dagegen ist ein altes Industrieland mit demokratischer Regierung. Kein Wunder also, dass der Kapitalismus in beiden Ländern ein vollkommen anderes Gesicht hat.

Inzwischen ist auch Russland ein privat-kapitalistisches Land, in dem der Staatskapitalismus von den ehemaligen sozialistischen Funktionären in ihre Taschen privatisiert wurde und die angeblichen ehemaligen Besitzer des Volkseigentums schauen meistenteils in die Röhre, sind arme Teufel. Sie haben ein Leben für ihr angebliches Volkseigentum gearbeitet, das sich in den lukrativsten Teilen ihre kommunistischen Heilsverkünder unter den Nagel gerissen haben. Eine noch interessantere Mischform ist in China anzutreffen. Da herrscht noch offiziell die Kommunistische Partei mit einem stärkeren Staatsdirigismus, als wir ihn von Brüssel in Europa kennen. Doch die noch staatlichen Produtionen sind uneffektiv und die in internationaler Kooperationen entstandenen privaten Produktionen haben neue Millio- und sogar Milliardäre hervorgebracht, die meist ebenfall ehemalige Funktionäre oder deren Kinder sind. Diese Kröten haben unsere sozialistischen Heilserlöser noch nicht so richtig geschluckt, geschweige denn verdaut.

Zur Zeit wird die Wirtschaft gerade digital umgekrempelt und bereits seit den neunziger Jahren - schaut man auf die Liste der größten Vermögen - schichten sich auch da die Vermögensinhaber um. Der technisch und ökonomisch geprägte Kapitalismus heute hat überhaupt nichts mehr mit der Zeit von Karl Marx zu tun. Der Finanz- und Spekulationssektor z.B. spielt eine Rolle in vollkommen neuer Qualität. Kapitalismus ist ja nur eine Bezeichnung für einen ökonomischen Status, den man noch unterscheiden kann, ob er in privater oder gesellschaftlicher Verfügung ist. Unterschiedliche politische Organisationsformen sollte man inzwischen ausklammern, da die Verknüpfung mit der ökonomischen Basis nicht mehr so stringent ist. Vietnam, Indien, Mexiko oder Iran, wie will man die politischen Systeme dieser kapitalistischen Länder auf einen Nenner bringen? Ökonomie aber ist immer im Wandel, seit der erfolgreichen Anwendung wissenschaftlichen Fortschritt gegenüber den Zeiten davor in ungeheuer beschleunigtem Tempo. Damit ändert sich auch das, was wir Kapitalismus nennen und mal gespannt, wann der erste Soziologe einen neuen Namen ins Gespräch bringt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ökonomisch nein, politisch ja.

Angelsächischer Kapitalismus (US) und Rheinischer Kapitalimus (BDR) sind nichts anderes als Metaphern.
Es gibt eine kapitalistische Ökonomie, wenn auch unterschiedliche Interpretationen (Keynes, Hayek, Schumpeter und einige mehr).
Letztlich drehen die sich alles um "den Tanz ums Goldene Kalb", als Geld.

Nur beantwortet die Ölonomie keine sozialen Fragen, weil es ihre Aufgabe nicht ist und der Markt keine sozialen Pflichten hat.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein. Man unterscheidet in der Regel zwischen zwei Modellen, dem Rheinischen Kapitalismus und dem Angelsächsischen Kapitalismus. Ich persönlich würde noch als zwei weitere Modelle die Gelenkte Volkswirtschaft(wie z.B. in Frankreich) und die völlig freie Marktwirtschaft(nirgendwo realisiert) anführen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Abahatchi
26.05.2016, 13:36

völlig freie Marktwirtschaft

Was es ja so nicht wirklich gegen kann, denn Anarchie engt auch die eigenen Möglichkeiten ein und kann somit nicht völlig frei sein. Wie gut "völlig freie" Marktwirtschaft funktioniert, sehen wir doch in einigen Staaten in Afrika, in denen es keinerlei staatliche Relgeungen mangels eines funktionierenden Staates gibt. 

0

Nein, es gibt zb. Die freie Marktwirtschaft, die sozialistische Marktwirtschaft etc...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

In seinem Wesen ist er stets gleich, auf der Erscheinungsebene kennt er jedoch etliche Spielarten:

1. liberaler Kapitalismus

2. sozialdemokratischer K. a la Schweden unter Olaf Palme z.B.

3. Konservatismus

4. Demokratismus z.B. Schweiz

5. Faschismus

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Als Gesellschaftssystem? Ja.

Allerdings kan man das mit unterschiedlichen politischen Systemen ausgestalten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Im Kommunismus galt die Planwirtschaft. Im Kapitalismus ist es die Marktwirtschaft.

Man unterteilt in verschiedenen Formen. Im Finanzbereich, im Produktionsbereich und wohl noch anderes. Da kannst du googlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Abahatchi
26.05.2016, 13:39

Im Kommunismus galt die Planwirtschaft. Im Kapitalismus ist es die Marktwirtschaft.

In der Marktwirtschaft des Kapitalismus musz sehr gut geplant werden, um am Markt bestehen zu können. Der Untergang der sogenannten Marktwirtschaft liegt unter anderem an der Unfähigkeit richtig zu Planen, denn wer an den Bedürfnissen des Volkes vorbei plant, ist zum Scheitern verurteil. 

Vielmehr zeugt doch die sogenannte Planwirtschaft von wirrer Planlosigkeit.

0

Was möchtest Du wissen?