Gibt es noch mehr Leben im Universum?

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12 Antworten

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Fang aber erstmal kleiner an, nämlich ob es überhaupt weiteres Leben im Universum gibt? Zu 100 % läßt sich die Frage erst dann beantworten, wenn wir welches gefunden haben - bis dahin bleibt es bei z.B. 99.9 % und zwar ja!

Bis hin zu einzelligen Mikroorganismen kriegen wir das einigermaßen zusammen. Das wird vermutlich auch auf diversen anderen Planeten möglich sein, wahrscheinlich sogar in unserem Sonnensystem.

Auf der ISS wurde dazu ein Versuch mit der Widerstandsfähigkeit von Mikroben gemacht. Die wurden etwa 500 Tage dem Vakuum ausgesetzt. Dazu klirrende Kälte im Schatten und enorme Hitze bei direkter Sonnenein-strahlung - sie haben die Tortur überlebt. Und auf der Erde wissen wir, daß einige Mikroorganismen sogar im Inneren eines Kernreaktors überlebt haben.

Wenn also Mikroorganismen entstehen, dann können sie offenbar fast überall überleben, solange sie nicht einfach geschmolzen werden.

Der Sprung von Mikroorganismen zu komplexeren Mehrzellern ist allerdings nicht ganz so einfach. Offenbar vergingen auch auf der Erde mehr als 1 Mrd. Jahre. Die Mitrochondrien in unseren Zellen sind nämlich eigene Zellkerne mit eigener DNA. Wie es zu dieser Symbiose kam wissen wir nicht genau und ob es Mehrzeller ohne ein solches Kraftwerk geben kann ebenfalls nicht.

In jedem Fall wird es ein Weilchen dauern, bis aus Einzellern Mehrzeller wurden. Ein Planet muß sich aber keineswegs in einer ruhigen Zone befinden, damit das geschehen kann. Das hat der ISS-Versuch bewiesen.

Wenn diese Mehrzeller sich aber zu komplexeren Formen entwickeln, dann ist schon eine gewisse Ruhe nötig. Aber völlige Ruhe ist nicht nötig und vielleicht sogar kontraproduktiv - die Erde hat mehrere sehr schwere Katastrophen erlebt (Gammaburst, Supervulkanismus, Asteroideneinschläge).

Viele Wissenschaftler (z.B. Lesch) sind der Ansicht, daß die störungsfreie Bahn, die unsere Sonne um das Milchstraßenzentrum "eiert", für die Entwicklung komplexeren Lebens existentiell ist. Wenn man diese Bahn nimmt, plusminus kleine Abweichungen von paarhundert Lichtjahren, dann kommen nicht allzu viele Sonnensysteme in Frage. In 50 LJ um unsere Sonne gibt es offenbar keine Planeten, die geeignete Bedingungen bieten. Das wären aber immerhin, bei einer Umlaufbahn von mehr als 160.000 LJ immerhin über 3000 potentielle Sonnensysteme - plus jener, die um einige hundert LJ von dieser Bahn abweichen, macht 10.000 bis 30.000.

Das berücksichtigt aber nicht, ob es nicht auch ähnliche Bahnen in anderem Abstand vom Milchstraßenzentrum geben könnte - jede ähnliche Bahn fügt etwa die gleiche Anzahl Sonnensysteme dazu. 

Und das Modell verneint die Möglichkeit, daß komplexeres Leben sich auch in unruhigeren Gegenden der Milchstraße entwickeln kann. In der Zentrumsregion, dem Bulge, sieht die Chance zwar schlecht aus, aber für die Spiralarme mag ich dem nicht zustimmen. Mit der Erde als Beispiel reicht es durchaus, wenn komplexes Leben einmalig 50 bis 100 Mio Jahre in einer ruhigen Zone eine Chance bekommt. Davor kann es ziemlich häufig geknallt haben, aber auch mit einem nahen Sternentstehungsgebiet wird die betreffende Gaswolke irgendwann aufgebraucht sein und nicht immer wird ein Riesenstern in fataler Nähe entstehen, der sich nach kurzer Zeit mit einer Supernova verabschiedet.

Wenn wir in der Milchstraße also mehrere habitable Bahnen um das Zentrum haben, dann kann es dort mehr als 100.000 potentiell geeignete Sonnensysteme geben und wenn man gelegentliche Ruhephasen in zumeist unruhigen Zonen dazurechnet, sogar Millionen.

Millionen potentiell belebte Planeten, allerdings verteilt auf einen Zeitraum von wenigstens 2 Mrd. Jahren (seit es Population I Sterne in größerer Menge gibt).

Daß sich aus komplexerem Leben auch intelligentes Leben entwickelt ist sehr wahrscheinlich. Schließlich kann man auch Tieren keine Intelligenz absprechen und offenbar ist Intelligenz ein Selektionsvorteil. Dann ist es fast schon zwingend, daß sich überall dort, wo komplexes Leben entstanden ist, auch intelligentes Leben entwickelt hat oder wird.

Ich füge jetzt mal das Fermi-Paradoxon ein, der gefragt hat, wo denn die Aliens sind? Fermi hat ausgerechnet, daß eine einzige intelligente Spezies, die Raumschiffe baut und sich ausbreitet, nach paarmillionen Jahren die gesamte Milchstraße bevölkert hätte.

Das war aber in den 1950er Jahren und beinhaltet einige Fehler:

- wer erwartet ernsthaft, daß eine intelligente Spezies Jahrmillionen überlebt?

- wer garantiert denn, daß jede Kolonie auch tatsächlich überlebt?

- und dann wäre da noch die bösartige Variante, die es statistisch auch geben muß: eine aggressive Spezies, auf die eine sich ausbreitende, friedliche irgendwann stoßen würde, könnte auf die Idee kommen die Kolonien ihres Konkurrenten regelmäßig zu sabotieren.

>> geht weiter - ich trau dem Editor nicht >>

nax11 07.07.2017, 09:01

>> wo waren wir?

Das Fermi-Paradoxon kann man getrost ignorieren, zumal wir auch einige Möglichkeiten kennen unsere Existenz final zu beenden.

Freeman Dyson hat ein anderes Modell entwickelt, nach dem eine intelligente, technisch orientierte Spezies irgendwann ihr gesamtes Sonnensystem nutzt. Konkret würde sie ein Sonnensystem komplett umbauen mit künstlichen Planeten, aber vor allem mit sonnenorbitalen Großstrukturen auf denen diese Wesen leben und das Sonnenlicht möglichst komplett nutzen. 

Eine solche Dyson-Späre stößt aber auf das gleiche Problem wie das Fermi-Paradoxon. Der Aufbau solch gigantischer Strukturen dauert viele zehntausend (eher 100.000++) Jahre. Lebt eine intelligente Spezies wirklich so lange?

Dagegen spricht, daß wir solche Dyson-Sphären bisher nicht gefunden haben, obwohl sie recht gut erkennbar sein müßten.

Das kann natürlich bedeuten, daß es in der Milchstraße nur sehr wenige oder sogar gar keine weitere intelligente Spezies gibt. Aber auch, daß selbige bereits ausgestorben ist, oder derzeit in der Steinzeit lebt. Beide können wir nur dann finden, wenn wir hinfliegen, was derzeit unmöglich ist.

Zur Gesamtzahl möglicher Spezies kann man aber wieder die Geschichte der Erde heranziehen: vor 65 Mio Jahren starben die Dinos aus, aber ohne besagten Asteroiden hätte es vielleicht paar Mio. Jahre später intelligente Dinos gegeben?

Für uns haben die 65 Mio. Jahre jedenfalls ausgereicht. Daraus kann man den Schluß ablieten, daß es 50 oder 100 Mio Jahre nach dem Aussterben einer intelligenten Spezies durchaus auf dem gleichen Planeten einen Nachfolger geben kann. Dann könnte eine 2 Mrd. Jahre ältere Sonne als unsere (bzw. einer ihrer Planeten) in dieser Zeit durchaus 20 bis 50 verschiedene intelligente Spezies nacheinander hervorgebracht haben.

Letztlich ist die Schätzung völlig willkürlich. Die Drake-Gleichung hilft da überhaupt nicht, denn das ist eine Gleichung mit 7 Unbekannten. Deren Ergebnis für die Milchstraße variiert von der pessimistischsten Annahme "1" (Wir) bis mehrere Millionen. Bezogen auf das ganze Universum also "1" bis einige "Billiarden"!

Bis wir wenistens irgendetwas gefunden haben wird sich daran nichts ändern und du kannst die Zahlen einsetzen, die dir persönlich am wahrscheinlichsten erscheinen.

Gruß

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Lies http://greiterweb.de/zfo/Leben-und-Zivilisation-im-Universum.htm#msgnr0-93 .

Der Physiker Marcelo Gleiser denkt, Ziel der Evolution sei einfach nur jede mögliche Vielfalt - dass es dabei gelegentlich auch zu intelligentem Leben kommt, sei reiner Zufall, der Evolution aber überhaupt nicht wichtig

Sein Argument: Die Art "Mensch" gibt es erst seit einigen 100 000 Jahren, die Dinosaurier allerdings gab es weit länger, etwa 150 Mio. Jahre lang. Ähnlich intelligent wie Menschen wurden sie dennoch nicht.

Dass es überhaupt zu biologischem Leben komme, sei einfach nur eine Frage der Umweltbedingungen und ihrer Konstanz über die Zeit hinweg.

nax11 07.07.2017, 08:02

Die Art "Mensch" gibt es erst seit einigen 100 000 Jahren, die Dinosaurier allerdings gab es weit länger, etwa 150 Mio. Jahre lang. Ähnlich intelligent wie Menschen wurden sie dennoch nicht.

Ich muß Marcelo Gleiser da leider widersprechen:

Der Homo Sapiens Sapiens mag noch nicht viel älter als 100.000 Jahre sein, aber der Homo Sapiens Neandertalensis schon. Warum letzterer ausgestorben ist, darüber wird sich fleißig gestritten, aber die Ansicht, er sei ein tumber Verwandter, hat sich nicht durchgesetzt. Zudem war er mit unseren Vorfahren paarungsfähig und ich bezweifle, daß Sapiens-Weibchen es regelmäßig mit "Affen" getrieben haben.

Was die Dinos betriff, so hatten sie wohl keine Chance höhere Intelligenz zu entwickeln, weil ihnen ein gewisser Asteroid auf den Kopf fiel. Als Speziesgruppe sind die Dinos sogar jünger als die Säuger, die sich beide etwa gleichzeitig aus Reptilien entwickelten. Die Säuger bekamen erst ihre Chance als die Dinos ausstarben - die Homoniden sind nur eine Randgruppe der Säuger.

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grtgrt 07.07.2017, 11:29
@nax11

Gerade wenn Neandertaler ähnlich intelligent waren wie zeitgleich mit ihnen lebende andere Vorfahren des modernen Menschen, würde das darauf hindeuten, dass Intelligenz allein noch keine Garantie für das Überleben einer Spezies darstellt.

Praktisch alle Arten höher entwickelter Tiere verfügen über ein gewisses Maß an Intelligenz. Aber warum hat sie sich dieses Merkmal nur in Homo Sapiens Linie so explosionsartig entwickelt?

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Die Wahrscheinlichkeit für jede Form von Leben im Universum (Bakterien, Mikoben, etc.) liegt mit Sicherheit bei 100%. Die Wahrscheinlichkeit von anderem, intelligentem Leben könnte demnach ähnlich hoch sein.

Es kann aber auch sein, dass wir Menschen zu den Pionieren gehören, wenn man sich die Theorie zur Entstehung des Universums ansieht und ab welcher Zeit das Universum kühl genug wurde, sich schwerere Elemente bilden konnten, genügend Sterne der 3. oder 4. Generation entstanden sind, usw.

Neuesten Erkenntnissen nach, haben sich die ersten Nachweise für die Anfänge von organischer Materie auf der Erde bereits kurz nach Entstehung und Abkühlung der Erde gebildet, also fast unmittelbar nachdem es auch nur irgendwie möglich wurde. Das wäre ja schon mal ein gutes Zeichen.

Fakt ist aber auch, dass sich in unserer näheren Umgebung (vllt. 50 Lichjahre), definitv kein höher-entwickeltes bzw. technologisch fortschrittliches Leben befindet. Daher ist die Wahrscheinlichkeit auf Grund der Distanzen im Weltall, dass wir jemals mit Aliens direkten Kontakt haben, bei nahezu 0%...

Ich würde mal ja sagen. Es gibt Milliarden von Galaxien und Sonnensystemen. Man vermutet ja schon auf dem Jupitermond Europa Leben. Warscheinlich gibt es in sämtlichen Sonnensystemen Leben.

Ich mein schau dir die ganzen UFO Sichtungsberichte an es gibt davon Locker 100.000 und selbst wenn nur eine davon echt ist würde das bedeuten das es intelligentes Leben gibt. Also die Warscheinlichkeit dafür ist wirklich extrem hoch aber warscheinlich werden sämtliche Daten darüber unter Verschluss gehalten

Mit mehr als nur sehr hoher Wahrscheinlichkeit ja.  Planeten zb gibt es mehr als nur sehr viele. Es gibt nach neuen Untersuchungen und Messungen sogar mehr Planeten als Sterne im Universum.  Und auch  Monde könnten Leben beherbergen. Auch höher entwickeltes oder Intelligentes Lebens ist sehr gut möglich selbst wenn nur einer von 100 Milliarden Planeten höher entwickeltes Leben hätte. Es gibt wahrscheinlich mehr als 18 Trillionen Planeten im Universum .

Die Wahrscheinlichkeit dafür ist extrem hoch, weil das Universum sehr³³³ groß ist. Selbst bei einer äußerst pessimistischen Rechnung, sollte in der Milchstraße noch Leben zu finden sein.

Es gibt Ca. 100-300 Milliarden Sterne in der Milchstraße. Rechnen wir mit 90 Milliarden.

Davon sind ca 20% G Sterne. Rechnen wir mit 10%. ( Und Ignorieren andere Sonnentypen bei denen auch Leben entstehen könnte.)

Davon befinden sich Ca. 25% in Galaktische Habitabler Zone. Rechnen wir mit 15%.

Bei Ca. 0,0002% der Sterne finden wir Planet mit Erdähnlichen Durchmesser, in der Habitablen Zone. Rechnen wir mit 0,0001%

Macht. 135000 Planeten auf dem Leben Theoretisch Möglich wäre. Alleine in der Milchstraße.

Es gibt Ca 1 Billion Galaxien. Rechnen wir mit 1 Mio. anderen Galaxien.

Dann gäbe es 135 Milliarden Planeten in unserem Universum, welche der Erde entsprechen. Würde man Optimistischer an die Sache ran gehen gäbe es Billionen Planeten auf denen Leben möglich ist.

Die Größe des Universums macht es eigentlich unmöglich, das es kein anderes Leben gibt. Die Größe des Universums macht es fast Unmöglich, dieses andere Leben jemals zu entdecken.

nax11 07.07.2017, 07:53

Die "galaktische, habitable Zone" ist geringer oder größer, je nach Standpunkt. Lesch beispielsweise bezieht die nur auf die Bahn, in der unsere Sonne um das Milchstraßenzentrum eiert.

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Ja, weil wenn das Universum wirklich unendlich groß ist, dann muss es alles denkbare irgendwo da draußen geben. Jede Kombi ist möglich. Nur das wir diese Welt dann treffen ist nahezu unmöglich. 

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch,das es außerhalb der Erde noch mehr Leben gibt.

(Es stellt sich eigentlich nur noch die Frage, ob wir die mit unseren eingeschränkten Sinnen überhaupt auch wahrnehmen können.)

Ich bin der festen Überzeugung, dass es noch viele weitere Stätten am Universum gibt, an denen Leben existiert.

"Gibt es noch mehr Leben im Universum?" 

JA, gibt es oder NEIN, gibt es nicht. 

Ich verstehe die Frage nicht. Wenn noch nicht einmal die Wissenschaft diese Frage bisher schlüssig beantworten kann, wie sollten wir GF-Hobby-Exo-Biologen das können? 

Und was wir vermuten, spielt überhaupt keine Rolle. Vermuten kann man viel, aber ohne mindestens irgendeinen Anhaltspunkt ist das doch nichts als Spökenkiekerei. 

Und würde man Leben feststellen, wäre uns die Wissenschaftler voraus (mir zumindest), denn sie wüssten es ja schon, bevor wir GF-User es aus der Presse erfahren würden. 

Die Logik Deiner Frage erschließt sich mir deshalb jetzt nicht. Aber vielleicht hat jemand ja ein geheimes Wissen. 

In der heutigen Naturwissenschaft wird die Existenz von Leben eher angenommen als bestritten, vor allem Leben in Form von Mikroben. Das Buch "Lebensraum Universum" ist ganz aktuell (2017) und behandelt das Thema ausgiebig, vielleicht ist es was für dich? :-)

Ich bin mir sicher das es diese Frage in diesem Themenbereich bestimmt schon 700x gibt und man einfach zu faul ist mal auf google zu gucken... traurig.

Rudivoder 06.07.2017, 14:32

ist doch trotzdem schöner eine Konversation zu führen und auch dazu ist doch dieses Portal da.

Zudem fragt sie nach Meinungen und nur weil bei der Frage 700 mal Meinungen abgegeben wurden heißt das doch noch lange nicht, dass jetzt nicht vielleicht andere ihre Meinung dazu äußern oder irre ich mich da?

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Defender1994 06.07.2017, 15:19

Da liegst du zum Teil richtig. Es können Leute dazu kommen die evtl. Andere Meinungen haben.

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