Gibt es noch Hoffnung auf ein "gutes "Leben mit Borderline?

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Meine ehemalige beste Freundin hat Borderline, die Mutter meiner festen Freundin hat Borderline und auch bei einem guten Freund wurde Borderline diagnostiziert.

Alle 3 führen ein halbwegs normales Leben. Man merkt allerdings die Krankheit im Zusammenleben immer wieder. Mal ist sie weniger präsent mal mehr. 
Mit Drogen haben zwar alle 3 zu tun, aber Probleme damit hat, zumindest bis jetzt, keiner. Sie konsumieren alle gelegentlich zum Genuss.
Der Freund hat seine Persönlichkeitsstörung sogar mehr oder weniger mit Drogen "geheilt". (Also Heilung kann man es nicht wirklich nennen, eher hat er gelernt damit umzugehen ohne Einschränkungen durch die Krankheit zu haben) Er hat sich viel mit Schamanismus und Psychedelika zur Psychotherapie beschäftigt und immer wieder starke Psychedelika mit therapeutischem Hintergrund konsumiert. Auf den Trips konnte er sich, seine Krankheit und seine Situation quasi "durch ein anderes Auge" betrachten und so Wege finden damit umzugehen.
Soll allerdings nicht heißen das Drogen ein super Heilmittel sind. Er hat sehr viel Ahnung von dem was er getan hat, hat sich öfter mit Psychologen und Forschern auf diesem Gebiet auseinandergesetzt bevor er mit der Selbsttherapie begonnen hat. Denn das Ganze kann auch ganz ganz schnell nach hinten losgehen.

Der Mutter meiner Freundin hat eine "normale" Therapie geholfen, war aber letztendlich keine komplette Lösung. Sie kann mittlerweile normal damit Leben aber gerade im Kontakt mit anderen Menschen kommt es öfter zu Problemsituationen.


Was sehr viel helfen kann ist ein Ziel vor Augen zu haben. Ein Sinn für sein Leben. Etwas worauf man hinarbeitet. Etwas was man unbedingt erreichen will. Und wenn das Ziel nur ist ein "normales, geregeltes" Leben zu führen. Man macht einfach immer kleine Schritte in Richtung dieses Ziels und irgendwann erreicht man es bestimmt.
Dein Wunsch ist es einen Beruf und Familie zu haben. Dann setz dich da ran und lass dir das nicht durch das Borderline zerstören. Es wird sicherlich zeitweise sehr schwer werden, aber das vergeht. Alles vergeht. Nichts bleibt für immer. Auch sche*ß Situationen im Leben gehen irgendwann vorbei. Arbeite in kleinen Schritten an dir und deinem Ziel und dann schaffst du es. Umgib dich mit Menschen die dir gut tun und die ebenfalls wollen das du dein Ziel erreichst.

Und versuch sonst dein Leben gut auf die Reihe zu bekommen. Miete, Rechungen rechtzeitig bezahlen, Wohnung ordentlich halten, wichtige Dinge nicht aufschieben usw. Dies sind alles Dinge die massiven Stress auslösen können, der sich natürlich auch negativ auf die Krankheit auswirkt.

Ich würde dir auch empfehlen, falls du es nicht so schon machst, dich in therapeutische Behandlung zu begeben. Diese Therapeuten machen ihr gesamtes Arbeitsleben nichts anderes und haben sicherlich mehr Erfahrung als jeder der dir hier antwortet!
Allerdings würde ich dir persönlich nicht empfehlen dir Antidepressiva o.ä. verschreiben zu lassen. Die schaffen für den Moment vielleicht Besserung aber auf Dauer machen sie alles nur schlimmer. Schließlich bekämpfen sie nur Symptome aber nicht die Ursache der Krankheit.
Ich kenne einige, bei denen aus vergleichsweise weniger schlimmen Krankheiten echt harte Depressionen geworden sind als sie SSRI abgesetzt haben, vom Entzug ganz zu schweigen. (SSRI=Serotoninwiederaufnahmehemmer)

ein sehr guter Beitrag...der nichts beschönigt ...aber auch hoffnung mit viel eigener "Arbeit" überlässt....

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Dankeschön , für deine ausführliche Antwort !!!:)

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Dein Ziel ist auf jeden Fall erreichbar :)

Das ist toll, dass du ein Ziel vor Augen hast, worauf du dich konzentrieren und hinarbeiten kannst. 

Wieso solltest du immer wieder in der Psychiatrie landen oder als Drogenabhängige enden? Du bist du. Man kann Borderliner nicht alle in einen Sack stecken, jeder ist individuell. 

Du lernst mithilfe von Therapien mit deinen Gefühlen zurecht zu kommen und konstruktiver zu handeln. 

Bleib dran, dann klappt das auch! :) Ich wünsch dir alles Gute! (Bin übrigens selbst in der selben Situation wie du) Wenn du schreiben magst, kannst du mich gerne anschreiben.

Also manche von diesen Kommentaren hier sind Blödsinnig.

Erstmal ja Borderliner sind keine einfachen Menschen, aber das heißt nicht das man sie ausgrenzen muß oder sie sogar gefährlich sind.

Ich kenne einige die diese Diagnose haben.

Unter anderem eine Frau die ALLEIN vier Kinder großgezogen hat und Borderline hat.  Alle Kinder sind zu gesunden selbstständigen Erwachsenen gewurden.  Nebenbei war sie auch arbeiten.
Also ein ganz normales Leben

Ich selbst habe Borderline und bin alleinerziehende Mutter.  Ja es hat lange gedauert und ich habe viele Therapien erfolglos beendet (bzw die Ärzte haben sie beendet) 
Aber ich habe es raus geschafft aus diesem tiefen Loch. Heute führe ich ein weitgehenst normales Leben.
Ohne Medikamente oder Skills.

Klar es ist nicht einfach und es gibt mal schlechtere und mal gute Phasen. 

Wichtig ist, so meine Erkenntnis, das man selbst heraus finden muß was man braucht um stabil zu werden. 

Bei mir war es erst der Vater meines Kindes und nun mein KInd. 

Mein Kind ist die Motivation und der Grund warum ich tagtäglich aufstehe und mein Bestes gebe. Für mein Kind.  Weil es mich braucht und ich damit eine Aufgabe habe. 

Ganz egal wie schlecht es mir ging, ich bin seit etwa 8 Jahren nicht mehr in tiefe Löcher gefallen. 
Natürlich geht es mir auch mal sehr schlecht , manchmal habe ich sogar Suizidgedanken,  aber wer eitel Sonnenschein erwartet belügt sich selbst. 

Kurz es gibt IMMER Hoffnung solange man an sich glaubt, sich versucht immer wieder zu verstehen. Und solange man sich nicht auf Andere verläßt.

Dankeschön :)) Respekt, das du die Kraft hattest den Weg zu gehen!!!

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