Gibt es Möglichkeiten etwas gegen religiöse Fundamentalisten zu tun, oder muss man das akzeptieren?

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9 Antworten

Wenn man von einer geläufigen Definition von "Fundamentalist" ausgeht:

  • als eines Menschen mit geistiger Haltung bzw. Anschauung, die durch ein kompromissloses Festhalten an ideologischen oder religiösen Grundsätzen gekennzeichnet ist und das politische sowie alltägliche Handeln bestimmt,

dann wird man sich schwertun, diese Haltung zu "akzeptieren". In unserer modernen freiheitlich-demokratischen Kultur wird religiöser oder ideologischer Fundamentalismus nicht akzeptiert, weil dieser in etlichen Punkten mit Rechts- und Wertvorstellungen, insbesondere Freiheits- und Menschenrechten, im Widerspruch steht. Allerdings führt das Freiheits- und Rechtsverständnis der modernen Gesellschaften auch dazu, dass eine ganze Reihe fundamentalistischer Einstellungen und Handlungen in Grenzen toleriert werden.

Ein gesellschaftlich-menschliches Zusammenleben mit Fundamentalisten ist gleichwohl problematisch, besonders mit religiösen Fundamentalisten, die ihre Religion an die erste Stelle setzen, aber das Recht und die Wertvorstellungen von Gesellschaft und Staat, worin sie leben und durch die sie geschützt werden, allenfalls an die zweite Stelle setzen - oder überhaupt nicht beachten. Als ein weiteres Problem tritt ihre persönlich-menschliche Haltung hinzu: das "kompromisslose Festhalten an religiösen Grundsätzen", die sie mit Vernunft weder auf ihre Sinnhaftigkeit prüfen wollen und wohl auch nicht können. Mit solchen Menschen - und das trifft auf Fundamentalisten jeder Gesinnung zu - kann man nur schwer in einer modernen Gesellschaft zusammenleben. Sie distanzieren sich ohnehin von dieser Gesellschaft, bleiben meist unter sich und meinen, dass sich die Gesellschaft nach ihren fundamentalistischen Vorstellungen zu richten hätte. Das führt zu unüberbrückbaren Gegensätzen.

Gegen Fundamentalismus kann man nur schwer etwas tun, weil, wie geschrieben, Fundamentalisten auf Vernunftgründe nicht reagieren und intellektuell nur selten in der Lage sind, ihr Verharren in selbstverschuldeter Unmündigkeit zu ermessen.

MfG

Arnold




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Man stellt den Muslimen oft diese Frage, entweder direkt oder indirekt, bei der Erörterung der Religion oder der Weltpolitik. Muslimische Stereotypen werden in jeder Form der Medien begleitet von grober Fehlinformation über den Islam und die Muslime. In der Tat, solche Fehlinformationen und falsche Propaganda führen häufig zu Diskriminierung und Gewalttaten gegen Muslime. Ein Beispiel dafür war die antimuslimische Kampagne in den amerikanischen Medien nach dem Bombenanschlag in Oklahoma, wo die Presse schnell war, jenen zu einer Nahost-Verschwörung zu deklarieren. Der Täter wurde später als Soldat der amerikanischen Streitkräfte identifiziert. Analysieren wie diese Behauptung des Fundamentalismus:

Ein Fundamentalist ist eine Person, die den Grundlagen einer Lehre oder Theorie folgt und daran festhält. Für eine Person, die ein guter Arzt sein will, so muss sie die Grundlagen der Medizin kennen und ihnen folgen. Mit anderen Worten, sie ist ein Fundamentalist auf dem Gebiet der Medizin. Eine Person, die ein guter Mathematiker sein möchte, sollte die Grundlagen der Mathematik kennen und ihnen folgen. Sie sollte ein Fundamentalist auf dem Gebiet der Mathematik sein. Eine Person, die ein guter Wissenschaftler sein möchte, muss die Grundlagen der Wissenschaft kennen und ihnen folgen. Sie sollte ein Fundamentalist auf dem Gebiet der Wissenschaft sein.
Man kann nicht alle Fundamentalisten über einen Kamm scheren. Man kann nicht alle Fundamentalisten in entweder gut oder schlecht kategorisieren. Eine solche Einstufung eines Fundamentalisten hängt vom Feld der Aktivität ab, mit dem er sich beschäftigt. Ein fundamentalistische Räuber oder Dieb verursacht Schaden in der Gesellschaft und daher ist er unerwünscht. Ein fundamentalistischer Arzt, auf der anderen Seite, erntet von der Gesellschaft viel Respekt.
Ich bin gerne dann ein fundamentalistischer Muslim, durch die Gnade Gottes, der die Grundlagen des Islam kennt und ihnen so gut wie möglich folgt und praktiziert. Ein wahrer Muslim sollte sich nicht scheuen, ein Fundamentalist zu sein. Ich bin stolz darauf, weil ich weiß, dass die Grundlagen des Islam von Vorteil für die Menschheit und die ganze Welt sind. Es gibt nicht einen einzigen Grund im Islam, der Schaden verursacht oder gegen die Interessen der Menschheit als Ganzes stünde. Viele Menschen hegen Missverständnisse über den Islam und betrachten einige Lehren des Islam als ungerecht oder nicht bestimmungsgemäß. Die ist ist aufgrund des unzureichenden und fehlerhaften Wissens über den Islam. Wenn man kritisch mit einem offenen Geist die Lehren des Islam analysiert, kann man sich nicht der Tatsache entziehen, dass der Islam voll von Vorteilen ist, sowohl auf individueller als auch auf der kollektiven Ebene.
Nach Websters Wörterbuch war “Fundamentalismus“ eine Bewegung im amerikanischen Protestantismus, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Es war eine Reaktion auf die Moderne, und betonte die Unfehlbarkeit der Bibel, nicht nur in Fragen des Glaubens und der Moral, sondern auch als eine wörtliche historische Aufzeichnung. Es wurde der Glaube an die Bibel als das Wort Gottes betont. So war “Fundamentalismus“ ein Wort, zunächst für eine Gruppe von Christen, die glaubten, dass die Bibel das Wort Gottes wortwörtlich ohne Auftreten von Fehlern ist. Laut dem Oxford-Wörterbuch bedeutet Fundamentalismus = strikte Einhaltung der alten oder grundlegenden Lehren aller Religionen, insbesondere des Islam. Heute ist der Moment gekommen, wo eine Person das Wort fundamentalistisch zu einem Muslim sagt, der ein Terrorist ist.
Ein Terrorist ist ein Mensch, der Terror verursacht. In dem Moment, wo ein Dieb einen Polizisten sieht, ist er erschrocken. Ein Polizist ist für den Dieb ein “Terrorist“. Ebenso sollte jeder Moslem ein “Terrorist“ für die antisozialen Elemente der Gesellschaft sein, wie Diebe, Banditen und Vergewaltiger. Jedes Mal, wenn ein solch antisoziales Element einen Muslim sieht, sollte er entsetzt sein. Es ist wahr, dass das Wort Terrorist in der Regel für eine Person verwendet wird, die Terror unter dem gemeinen Volke verursacht. Aber ein wahrer Muslim sollte nur ein “Terrorist“ für selektive Menschen sein, also asoziale Elemente, und nicht für alle unschuldigen Menschen. In der Tat sollte ein Muslem eine Quelle des Friedens für unschuldige Menschen sein.
Bevor Indien die Unabhängigkeit von der britischen Herrschaft erreicht hatte, wurden einige Freiheitskämpfer aus Indien, die nicht zur Gewaltlosigkeit aufriefen, als Terroristen von der britischen Regierung bezeichnet. Die gleichen Personen wurden in Indien für die gleiche Tätigkeit gelobt und als Patrioten gefeiert. So werden zwei verschiedene Etiketten für die gleichen Personen verwendet, für die gleiche Aktion. Einer nennt ihn einen Terroristen, während der andere ihn einen Patrioten nennt. Diejenigen, die glaubten, dass diejenigen, die der Ansicht waren, dass Großbritannien nicht das Recht hat, über Indien zu herrschen, nennen sie Patrioten

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UmmSalima 10.10.2017, 16:01

Fortsetzung: und Freiheitskämpfer. Es ist daher wichtig, dass, bevor eine Person beurteilt wird, sie ein faires Verfahren bekommt. Beide Seiten des Arguments müssen gehört werden, um die Situation zu analysieren, wie auch der Grund und die Absicht der Person, sollten in Betracht gezogen werden, und dann kann die Person als Endergebnis betrachtet werden. Das Wort Islam stammt von dem Wort “salaml, das Frieden bedeutet. Es ist eine Religion des Friedens, deren Fundamentalisten ihre Anhänger lehren, den Frieden zu erhalten und den Frieden in der Welt zu fördern. Im Islam sollte also jeder Muslim ein Fundamentalist sein, das heißt, er sollte die Grundlagen der Religion des Friedens verfolgen. Er sollte Gerechtigkeit und Frieden in der Gesellschaft fördern.

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Hallo,

aus der Sicht der vermeintlichen Fundamentalisten bist du genau das, was du bei anderen nicht haben willst.

Deren Frage könnte lauten: Gibt es eine Möglichkeit etwas gegen religiöse Gutmenschen zu tun, oder muss man das akzeptieren.

Die Glauendkultur in Deutschland ist, wie sie ist, und daran wirst du nichts ändern können, solange keine Kriminalität vorkommt.

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Geht's noch? Was hast du denn für ein Problem mit strenggläubigen Menschen? Sie halten nur am Fundament ihrer Religion fest. Das ist nichts negatives. Das ist ihre Pflicht. Offensichtlich kennst dazu nicht einmal die Bedeutung von Fundamentalist.

Hier im Westen wird ja auch das Wort immer negativ propagiert. Man will den Menschen Angst machen vor dem Islam.

In Wahrheit ist es aber so, dass keine Gefahr von den Muslimen ausgeht, die ihre Religion streng und ernst praktizieren, sondern von denen, die ihre Religion schlecht bis gar nicht praktizieren und die Regeln ihrer Religion gar nicht kennen. Wer Gott fürchtet, begeht kein Unrecht.

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Wollmauskatze 10.10.2017, 16:09

Warum greifst du mich so an? Bist du selbst streng gläubig? 

Außerdem habe ich allgemein von Fundamentalismus gesprochen und nicht explizit den Islam genannt! 

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"rückwärts gewandt" zu sein ist relativ und kein Straftatbestand.

Wir haben in Deutschland Gott sei Dank Religionsfreiheit. Das heißt, ich darf Baptist sein oder Katholik oder Moslem oder Atheist.

Dadurch hat niemand hier irgendwelche Nachteile zu erwarten.

Wenn sich jemand über das weltliche, staatliche Gesetz stellt, gibt es natürlich Ärger. Aber solange niemand in seinen Rechten beeinträchtigt wird, hält sich der Staat da raus.

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Wollmauskatze 10.10.2017, 16:11

Gegen Religionsfreiheit habe ich überhaupt nichts. Aber was ist zum Beispiel mit Kindern und Jugendlichen, die in einer streng religiösen Familie unterdrückt und und daran gehindert werden, sich freiheitlich nach dem Grundgesetz zu entwickeln? 

Müssen diese ihren Eltern ausgeliefert sein?

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danhof 10.10.2017, 16:12
@Wollmauskatze

Kindern und Jugendlichen, die in einer streng religiösen Familie unterdrückt

Kannst du da was konkretes benennen? Wo fängt deiner Meinung nach die Unterdrückung an? Wie äußert sie sich?

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Wollmauskatze 10.10.2017, 16:17
@danhof

Wenn zum Beispiel nicht religiöse Freunde (oder Freunde mit der "falschen" Religion) oder Beziehungen vor der Ehe von den Eltern verboten werden. Wenn zum Beispiel Kinder geschlagen werden, weil in der wörtlich interpretierten Religion das Schlagen legitim ist. 

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danhof 11.10.2017, 08:05
@Wollmauskatze

Wenn zum Beispiel nicht religiöse Freunde (oder Freunde mit der
"falschen" Religion) oder Beziehungen vor der Ehe von den Eltern
verboten werden. Wenn zum Beispiel Kinder geschlagen werden, weil in der wörtlich interpretierten Religion das Schlagen legitim ist.



OK. Da gehe ich 100% mit. Finde ich auch nicht richtig.

Wobei ich sagen muss, ich würde die Beziehung vermutlich nicht verbieten, aber schon vorher mal deutlich und klar erklären, was so alles passieren kann, wenn man Sex hat.

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So lange sie niemanden diskriminieren/angreifen/verletzen kann man da leider nichts machen. Selbst wenn sie ganz schamlos diskriminieren, und sogar gegen das GG verstoßen, kann man leider nichts machen, da sie "im Recht" sind -.-*

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danhof 10.10.2017, 15:24

Wer gegen Gesetze verstößt, wird selbstverständlich auch dafür belangt. Wir leben ja nicht in einer Bananenrepublik.

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Deamonia 10.10.2017, 15:39
@danhof

Egal wie oft du es auch ignorierst, die Kirche, und ihre Institutionen dürfen dennoch offiziell gegen Artikel 3 unseres geliebten GG verstoßen, OHNE bestraft zu werden.

Falls du den Artikel 3 des GG nicht kennst:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) 1Männer und Frauen sind gleichberechtigt. 2Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) 1Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. 2Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

 

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danhof 10.10.2017, 15:59
@Deamonia

Na und? Wo liegen jetzt deiner Meinung nach die Verstöße?

Und was soll Übervater Staat da tun? Mit Gewalt eine Frauenquote von 50% herbeiführen? Mit Gewalt Kirchengemeinden (also sozusagen Vereine) dazu zwingen, schwule Pastoren einzustellen?

Letztens las ich, dass schwule Männer weniger verdienen als Heteros. Was soll mir das sagen? Wer sagt bei seiner Bewerbung, dass er schwul ist? Und dann gibt ihm der Personalchef weniger Gehalt, oder wie? Ist es nicht viel mehr so, dass Schwule häufig einfach andere Berufe wählen? Soziale Berufe? Die bekanntermaßen schlechter bezahlt werden?

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Du kannst zur Aufklärung beitragen, aber so lange diese nicht gewalttätig werden oder etwas Illegales machen, muss man das wohl oder übel akzeptieren.

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Wollmauskatze 10.10.2017, 14:49

Das ist schon frustrierend, oder?

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danhof 10.10.2017, 15:54
@Wollmauskatze

Du, das ist nicht frustrierend, das ist eine riesengroße Errungenschaft in unserem Land, für die wir sehr sehr dankbar sein sollten!

Ich muss auch politische Parteien ertragen, die mich anwidern, aber wir leben nun mal in einer Demokratie.

Hätten wir das NICHT, müsstest du dich als Atheist verstecken! Oder als überzeugter Christ wie ich!

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Wollmauskatze 10.10.2017, 16:05
@danhof

Gegen "normal Religiöse" habe ich überhaupt nichts. Aber eine fundamentalistischen Religiösen, deren Wertevorstellungen sich mit dem Grundgesetz beißen, zum Beispiel was Gleichwertigkeit von Mann und Frau angeht?

Muss man das wirklich so hinnehmen? 

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Was ist eine rückwärts gewandte Einstellung?

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"Religiöse Fundamentalisten" - Leute, die ihre Religion ernst nehmen?

Wenn Deutschland angibt, Religionsfreiheit zu kennen, dann müsste man eigentlich auch akzeptieren, dass es Personen gibt, die davon Gebrauch machen...

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Wollmauskatze 10.10.2017, 14:49

Mit Fundamentalisten meine ich Gläubige, die die Bibel, den Quran oder sonstige sogenannte heilige Schriften wortwörtlich nehmen, danach leben und alle anderen Menschen, die nicht so leben wollen, verteufeln. 

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Deamonia 10.10.2017, 15:10
@AmaturRahman

Also ich finde, das es ein allgemeines Problem ist, wenn eine Firma Homosexuelle entlässt, weil sie Homosexuell sind, oder Menschen die zum zweiten mal heiraten, oder die unverheiratet zusammen leben.

Zu meinem persönliches Problem wird es, wenn sich Religiöse Menschen in meiner Stadt als "Glaubenspolizei" ausgeben, um mir ihren Glauben aufzudrängen, und um mir zu sagen, was ich doch für eine Deutsche DrecksXXX wäre...

Auch ein Problem habe ich mit Hasspredigern, die andere negativ beeinflussen.

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AmaturRahman 10.10.2017, 15:23
@Deamonia

Ist immer Auslegungssache, oder?

Wer ist ein Hassprediger? Ein Mensch, der über seine Religion unterrichtet (was einigen nicht passen mag), oder z.B. ein (dt.)Politiker, der Kriege anzettelt/unterstützt und über Flüchtlinge und Religionsgemeinschaften hetzt?

Ich wüsste auch nicht, seit wann es im Westen eine "Glaubenspolizei" gibt; in einigen europäischen Ländern gibt es jedoch Polizisten, welche z.B. in Folge des "Burkaverbots" Frauen Strafzettel ausstellen, welche nichts anderes tun, als sich ihrer Religion gemäß zu kleiden - was einen riesigen Eingriff in die Freiheit der Betroffenen darstellt!

Und ebenso werden Frauen, die Hijab oder Niqab tragen möchten beruflich benachteiligt und können aus bestimmten Arbeitsbereichen gar ganz ausgeschlossen werden.

Gegen all das sagt jedoch niemand etwas; und dann bleibt die Frage, weshalb man dann mit dem Finger auf Menschen zeigt, welche eben einfach eine andere Einstellung haben und ihre Religion - wie es ihnen gesetzlich  auch zugesichert ist - ausleben wollen...?

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danhof 10.10.2017, 15:31
@Deamonia

Also ich finde, das es ein allgemeines Problem ist, wenn eine Firma
Homosexuelle entlässt, weil sie Homosexuell sind, oder Menschen die zum zweiten mal heiraten, oder die unverheiratet zusammen leben

Das sind kirchliche Arbeitgeber. Und selbst dort gibt es kein bundes-einheitliches Handling. Warum soll die Kirche nicht die Möglichkeit haben, Leute aus dem Dienst zu suspendieren, die sich offensichtlich nicht an das halten, was sie predigen? Ich finde das konsequent.

Zu meinem persönliches Problem wird es, wenn sich Religiöse Menschen in meiner Stadt als "Glaubenspolizei" ausgeben, um mir ihren Glauben aufzudrängen, und um mir zu sagen, was ich doch für eine Deutsche DrecksXXX wäre... 

Du meinst diese alberne "Sharia-Polizei"? Da gebe ich dir Recht, sowas geht nicht. Jedenfalls nicht, wenn sie belästigend, beleidigend oder gar handgreiflich werden. Religionsfreiheit soll für ALLE gelten, egal ob mit Wachtturm in der Fußgängerzone oder für Moslems. Aber immer im Rahmen des staatlichen Gesetzes.

Auch ein Problem habe ich mit Hasspredigern, die andere negativ beeinflussen.

Meinungs- und Religionsfreiheit ist das eine. Dazu aufzurufen, Andersdenkende zu unterdrücken ist davon NICHT gedeckt.

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Deamonia 10.10.2017, 15:54
@AmaturRahman

Du hast gefragt "Warum ist das Dein Problem" (zwar nicht mich, aber ich kann ja dennoch antworten ;) und natürlich ist das zum Teil auslegungssache.

Ich finde jede Art von Hassprediger schlecht. Egal ob Politisch oder Religiös motiviert. (Wobei man wohl in Hassprediger und Hassredner unterscheidet) Ein Hassprediger ist für mich jemand der andere Menschen schlecht redet. Wer nur seine Religion preist, ohne dabei andere schlecht zu machen, der ist mir egal, wer aber dazu auffordert, andersgläubige / andersartige zu meiden, oder gar Aktiv gegen diese vorzugehen, dann geht das eindeutig zu weit. Selbst zu sagen das z.B. gute Mädchen Kopftuch tragen, sagt indirekt aus, das die die keines tragen, schlechte Mädchen sind. Das ist zwar kein direktes "Hass Predigen" aber ein "Abneigung anerziehen" allemal.

Mit Glaubenspolizei meine ich die Shariapolizei, (ich dachte, das sei jedem sofort klar ^^)

Burkaverbot ist natürlich Quatsch, ich bin für ein allgemeines Vermummungsverbot. Dazu zählen auch Maskottchen usw. (Für die müsste dann jedes mal eine Anmeldung mit Name des Trägers erfolgen wie ich finde)

Meinen Hinweis auf die Diskriminierung von Homosexuellen, und Menschen mit bestimmten Lebenskonzepten hast du allerdings (leider) komplett ignoriert. Ich habe extra Negativbeispiele von beiden großen Religionen genommen, und trotzdem habe ich das Gefühl, du glaubst, ich hätte etwas gegen den Islam im speziellen. -.-*

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danhof 10.10.2017, 16:03
@Deamonia

Burkaverbot ist natürlich Quatsch, ich bin für ein allgemeines Vermummungsverbot.

Ich finde Burkas auch nicht so prickelnd. Aber ganz ehrlich, was soll ein Verbot bringen? Wir hatten jetzt noch nicht soooo viele Anschläge von vermummten Islamistinnen. Die Probleme liegen ganz woanders. Abgesehen davon gibt es ja ein Vermummungsverbot.

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Deamonia 10.10.2017, 16:05
@danhof

"Warum soll die Kirche nicht die Möglichkeit haben, Leute aus dem Dienst zu suspendieren, die sich offensichtlich nicht an das halten, was sie predigen? Ich finde das konsequent."

Was predigt denn bitte der Hausmeister eines Katholischen Kindergartens?

Nach deiner Logik müsste Haribo dann Leute feuern dürfen, die kein Weingummi essen, Fitnessfirmen müssten ihre zu dicken Büroangestellten kündigen dürfen. Jemand der bei Tchibo im Lager arbeitet aber privat keinen Kaffee trinkt, könnte dann ebenfalls gefeuert werden. Jemand der bei H&M arbeitet aber C&A Unterwäsche trägt, könnte ebenfalls gefeuert werden, oder jemand, der im Veganen Supermarkt arbeitet, aber Zuhause Schnitzel isst ebenfalls...

SO ein Arbeitsrecht befürwortest du?

"Du meinst diese alberne "Sharia-Polizei"?"

Ja, genau die meine ich, und wenn ich abends alleine unterwegs bist, und mir 4 so Typen gegenüber stehen, finde ich das nicht ganz so "albern" wie du, sondern im Gegenteil: Gefährlich!

"Meinungs- und Religionsfreiheit ist das eine. Dazu aufzurufen, Andersdenkende zu unterdrücken ist davon NICHT gedeckt."

Das nicht, aber kleinen Mädels wird z.B. eingeredet, das sie "gute Mädchen" wären, wenn sie Kopftücher trägen, was gleichzeitig suggeriert, das alle Mädchen die KEIN Kopftuch tragen, "keine guten Mädchen" sind.

Die Christlichen Kirchen halten sich mit sowas zumindest in den Kirchen selbst zurück, aber als Arbeitgeber zeigen sie sehr wohl was sie von Homosexuellen halten.

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danhof 10.10.2017, 16:19
@Deamonia

Nach deiner Logik müsste Haribo dann Leute feuern dürfen, die kein
Weingummi essen, Fitnessfirmen müssten ihre zu dicken Büroangestellten kündigen dürfen. Jemand der bei Tchibo im Lager arbeitet aber privat keinen Kaffee trinkt, könnte dann ebenfalls gefeuert werden. Jemand der bei H&M arbeitet aber C&A Unterwäsche trägt, könnte ebenfalls gefeuert werden, oder jemand, der im Veganen Supermarkt arbeitet, aber Zuhause Schnitzel isst ebenfalls...

Genau das passiert jeden Tag. Oder hast du im Fitnessstudio schon mal eine 50jährige, dicke Frau gesehen? Eher selten, sag ich mal :-)

Oder als Empfangssekretärin?

Oder als Stewardess?

Einen aggressiven Nichtraucher werde ich nicht als Vertriebler für Zigarren einsetzen.

So ist das Leben. Man sollte sich einen passenden Job suchen und sich nicht mit Gewalt und aus Prinzip in einen reinpressen lassen, der einem eh nicht passt. Hat nicht mal was mit Religion zu tun, finde ich.

PS:

Mit albern wollte ich die Gefahr für die Frau nicht runterspielen. Mir ist durchaus bewusst, dass das eine gefühlte oder wahre Bedrohung sein kann!

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Clarissant 10.10.2017, 18:02
@AmaturRahman

Wer ist ein Hassprediger? Ein Mensch, der über seine Religion unterrichtet (was einigen nicht passen mag), oder z.B. ein (dt.)Politiker, der Kriege anzettelt/unterstützt und über Flüchtlinge und Religionsgemeinschaften hetzt?

Wenn die Religion Krieg in irgendeiner Art legitimiert, andere Religionsgemeinschaften als schlechter ansieht und gegen sie hetzt, Schwule diskriminiert usw., ist die Antwort ganz einfach: beide. Vorausgesetzt, sie teilen diese Ansichten mit der Öffentlichkeit. Ansonsten handelt es sich nicht um Hassprediger

Religion ist kein Freifahrtschein, um beliebig andere Menschen zu beleidigen, und das ganze dann unter dem Deckelmäntelchen der "Religionsfreiheit" zu verkaufen. 

Und wenn die eigene Religion das wirklich lehrt, dann sollte man vielleicht mal seine Religion hinterfragen. 

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