Gibt es möglicherweise evolutionäre Gründe für Verfolgungswahn / Paranoia unter Drogeneinfluss?

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13 Antworten

Ziemlich undurchdacht. Drogen wirken mit Reizstoffen auf deinen Körper, sie wirken wie Hormonausschüttungen und gaukeln deinem Körper irgendwelche Gefühle vor. Es kommt zu einem Ungleichgewicht im Körper, so dass du z.B. keine Schmerzen mehr spürst, oder keinen Stress mehr. Wie genau die Paranoia und Wahnvorstellungen ausgelöst werden kann ich dir nicht sagen, allerdings hat es ganz sicher damit etwas zu tun, das Rezeptoren blockiert sind und ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt herrscht. Alles Produkt der Droge, nicht Reaktion deines Körpers.

Dazu kommt, dass, wie du ja schon selbst gesagt hast, unfreiwilliger Drogenkonsum viel seltener war. Ich würde schätzen, dass man mit sowas vielleicht vor 4000 Jahren überhaupt angefangen hat. Die Opfer sind auch von ziemlich geringer Zahl, dazu kommt, dass sie nicht selten dadurch gestorben sind und ihre Erfahrung infolgedessen nicht weitergeben konnten. Evolutionäre Veränderungen geschehen im viel größeren Maßstab. So kommt die Angst vor Raubtieren ja nicht nur vom Menschen selbst, sondern all die Arten, aus denen er sich entwickelt hat, haben erkannt, dass Raubtiere gefährlich sind. Und es muss sich auch um eine Erfahrung handeln, die wichtig für das Fortbestehen der Rasse war. Den einfachen Bauern hat wohl kaum jemand vergiftet. Die große Masse der Menschen ist von solchen Drogenexperimenten also völlig unbeeinflusst. Dazu kommt, dass, wie schon jemand anders erwähnt hat, die Paranoia nicht wirklich helfen, eine erneute Vergfitung zu verhindern. Entweder sie vergehen nach einer Weile wieder, oder man bleibt drauf hängen und hat dann kaum noch die Möglichkeit, sein Leben sinnvoll weiterzuführen. Außerdem geschieht das ja sowieso nicht bei jedem Drogenkonsum, sondern nur bei einigen, und auch nicht einigen wenigen Leuten, sondern die selbe Person kann einen guten Trip haben und drei Tage später einen schlechten.

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Als ich die Frage gelesen hab, kam ich gleich auf genau die gleiche Theorie...Ich glaub da könnte schon was dran sein, obs dafür irgendwas wissenschaftlich belegtes gibt is allerdings fraglich...

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Die Wirkungen, die du da beschreibst, kommen nur bei einem sehr kleinen Teil der Drogen akut vor, einem Teil, der, wenn es um Drogenproblematik allgemein geht, kaum ins Gewicht fällt, nämlich den Halluzinogenen, als da wären LSD, Psylocybin und Meskalin. Auch die Cannabisprodukte können u. U. bei entsprechender Überdosierung solche Effekte erzeugen.

Alle anderen Drogen erreichen solche Wirkungen erst, wenn man sie nicht mehr nimmt.

Ein Zusammenhang zur Evolution kann nicht hergestellt werde. LSD gibt es noch nicht lange. Der Vorläufer, ein Mutterkorn genannter Pilz, der sich an Getreidehalmen findet, hat eine als Veitstanz beschrieben Krankheit ausgelöst, eine Vergiftung. Die Verarbeitung von Getreide ist aber auch eine relativ neue Art der Nahrungsgewinnung und im Hinblick auf die Evolution irrelevant.

Meskalin stammt aus einem Kaktus. Wer isst so etwas freiwillig?

Psylocybin ist ein Pilzgift, das eventuell schon sehr lange von Schamanen benutzt wurde, um quasi-religiöse Trancezustände zu erreichen.

Chemisch gesehen sind alle Halluzinogene sehr komplex und wirken in geringsten Dosen. Dass das Gehirn keine Abwehrmechanismen dagegen kennt, liegt wohl daran, dass man sich nur sehr schwer damit kontaminieren kann.

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Die Wirkungen von Drogen und Gifte sind in der Regel Nebeneffekte. Zum Beispiel ersetzen manche Moleküle andere Moleküle im Körper. CO wird von roten Blutkörperchen leichter angenommen, als O. Deswegen führt eine CO Vergiftung zu Sauerstoffemangel. Das kommt natürlich daher, wie rote Blutkörperchen beschaffen sind. Und diese entstanden durch Evolution.

Das mit dem Selektionsdruck ist eine interessante Idee, geht aber meiner Ansicht nach nicht auf. Die Paranoia entsteht erst nach dem Konsum und da ist man schon vergiftet. Sie schützt auch nicht vor weiterem Konsum, weil Leute von genau solchen Drogen abhängig werden können. Und einige Drogen, wie LSD sind noch sehr jung und haben schon immer eine haluzinogene Wirkung gezeigt.

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Diese Wirkung von Drogen beruht einfach auf der Wirkung der in den Drogen vorhandenen Stoffe auf das Nervensystem/Gehirn. Das hat glaub ich nichts mit Evolution zu tun. Generell ist die Wirkung von Drogen wohl eher von Nachteil, da man die Realität einfach nicht mehr wirklich einschätzen kann.

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ja, gibt es! die Disposition an z.B. Borderline oder anderen Verhaltensstörung wird vererbt! Das wurde in klinischen Studien nachgewiesen. Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung#Genetische_Veranlagung

Kürzlich wurde auch durch eine Studie belegt, dass eine Affinität zum Drogen-Konsum vererbbar ist. Quelle: welt.de/gesundheit/article4433522/Eine-Erbanlage-treibt-die-Menschen-in-die-Sucht.html

Desweiteren sollte man auch daran denken, dass Kinder, die in einem gestörten und/oder durch Drogen beeinflussten Umfeld aufwachsen zwangsläufig anfälliger und labiler sind als solche, die in einem stabilen Umfeld erzogen werden.

Soziale Einflüsse der häufigste Grund für Angststörungen und Sucht.

Übrigens: Angststörungen selbst können auch zu Sucht führen! Denn viele Drogen wirken Angstlösend!

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Kommentar von TomBombadil2010
31.01.2013, 15:12

Kürzlich wurde auch durch eine Studie belegt, dass eine Affinität zum Drogen-Konsum vererbbar ist. Quelle: welt.de/gesundheit/article4433522/Eine-Erbanlage-treibt-die-Menschen-in-die-Sucht.html

Mit den Interpretationen solcher Studien muss man immer vorsichtig sein. Vor allem aber stört mich an deiner Aussage folgendes: Drogenkonsum IST NICHT GLEICH Drogenabhängigkeit. Die meisten Drogenkonsumenten, sei das nun Alkohol oder sonst was, entwickeln nie ein Abhängigkeitssyndrom.

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Drogen stören den normalen Ablauf von Systemen, die sich evolutionär entwickelt haben. Das funktionierende System hat evolutionäre Vorteile aber keinesfalls die Störung.

Die Gründe, warum Menschen freiwillig ihre Wahrnehmung und Körperfunktionen stören liegt vermutlich unter anderem daran, dass viele Drogen ein angenehmes / aufregendes Gefühl vermitteln oder man dadurch von Problemen ablenken kann. Gerade an dem Punkt ist es wenig hilfreich, sich die eigene Wahrnehmung zu verklären.

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Klingt nach einer sehr schwachen Theorie um die Nebenwirkungen von Drogenkonsum schön zu reden.

Diese art der Wahnvorstellungen macht einen nicht aufmerksamer, im Gegenteil, man verliert den Blick für die Realität. Jeder Psychologe würde dir widersprechen.

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Psychoaktive Substanzen modulieren neuronale Aktivitäten in je nach Substanz verschiedenen Arealen des Gehirns. Gewöhnlich handelt es sich um Areale, die mit höherer Wahrnehmung und Emotionen zu tun haben.

Da diese Areale (v.a. das limbische System) vor allem auf bestimmten Neurotransmittersystemen (Serotonin, Dopamin, Endocannabinoidsystem, Noradrenalin, etc.) basieren und psychoaktive Drogen meist an solchen Neurotransmittersystemen wirken, ist es eine logische Notwendigkeit, dass nicht nur positive Emotionen sondern auch negative wie z.B. Angstzustände ausgelöst werden können (gerade bei Überdosierungen). Einen evolutionären Mechanismus kann ich hier beim besten Willen nicht erkennen.

Angstzustände entstehen beim Drogenkonsum soweit ich weiß vor allem durch die Wirkung auf das Serotoninsystem der Amygdala, Teil des limbischen Systems. Wie und warum genau das abläuft, ist jedoch noch weitgehend unbekannt.

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Ja klar, und das kam so:

Früher gingen die Männer zur Jagd, um Fleisch zu beschaffen (keine Drogen drin), während die Frauen in der Umgebung des Dorfes Pflanzen sammelten (oft Drogen drin). Einige Frauen spezialisierten sich auf Gifte und Drogen und wurden Kräuterhexen.

Wie wir alle wissen, tendieren Männer bei Auseinandersetzungen eher zu Gewalt (so wie gegenüber den Tieren), Frauen dagegen zu Giftmischereien. Wollte eine Frau in der Altsteinzeit ihren Mann loswerden, wandte sie sich vertraulich an die Kräuterhexe ihres Stammes, die ihr ein geeignetes Gift zusammenbraute.

Bei vielen Männern hatten sie damit leichtes Spiel. Die schliefen ein und verendeten prompt, woraufhin sie ihre Gene nicht mehr weitergeben konnten. Doch andere gerieten in Panik, bekamen Verfolgungswahn etc. und rannten davon, z. B. zu ihrer heimlichen Geliebten, wegen der das Gift überhaupt verabreicht worden war. Wenn sie in den Armen ihrer Geliebten wieder nüchtern geworden waren, erkannten sie, was ihnen angetan werden sollte und wandten nun ihrerseits ihr bevorzugtes Mittel (Gewalt) gegen die eigene Frau an. Anschließend ersetzten sie sie durch ihre jüngere Geliebte. Die wusste nun aber von vornherein, dass ihr Mann auf die Giftmischerei nicht gut ansprach und ließ es folglich zu ihrer eigenen Sicherheit sein.

Das führte dazu, dass solche Männer viel mehr Nachkommen hatten als die auf die Drogen wie geplant ansprechenden Männer. Über viele Generetionen hinweg setzte sich die Panikreaktion auf Gifte und Drogen durch: natürliche Selektion.

Ja ja, so war das damals, kannst mir glauben.

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Kommentar von DarkSepia
29.01.2013, 20:43

Die Panikreaktion kommt aber nicht auf Gift und Drogen. Drogen wirken auf ganz unterschiedliche Weise. Und Panikreaktion kommt auf das, was man erlebt.

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Kommentar von FelixLingelbach
29.01.2013, 21:55

So war das. Simple sexuelle Selektion :-)

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Klingt schwachsinnig. Die Wahnvorstellungen unter Drogen treffen alle möglichen weiße, schwarze Indiana.... Daher kann es nicht sein. Würde es z.b. nur Leute treffen dessen nachfahren aus Südamerika kommen dann könnte es sein. Normalerweise hatten die menschen hier im Norden keine Drogen oder jedenfalls nicht soviel das sich ein solcher vorteil ausbilden könnte.

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nein

  1. gibt es auch bei vielen anderen tieren wie affen oder elefanten drogenkonsum, diese haben davon keine vorteile sondern torkeln eben besoffen durch die gegend.

  2. beruhen drogen auf nebeneffekten anderer signalstoffe. sie schädigen unser nervensystem in dem sie signale verstärkt vortäuschen, die eigentlich von anderern körpereigenen signalstoffen hervorgerufen werden.

in der biologischen evolution spielen drogen also keine rolle, viel wichtiger und interessanter ist eher ihre rolle in der kutlurellen evolution. jede menschliche kultur hat aus allen möglichen sachen drogen, primär alkohol, gewonnen und benutzt.

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Deine Annahme entbehrt jeder Grundlage, ist daher haltlos.

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