Gibt es Leute, die ihr ganzes Leben nie gearbeitet haben bzw. es auch nie wollen?

8 Antworten

Jein. Ja, es gibt Einzelfälle, die sich damit rühmen. Ja, es gibt einige Menschen, die es niemals schaffen, einen Job zu bekommen oder ihn länger zu behalten.

Allerdings stecken hinter diesen Fällen oft doch recht unschöne Schicksale, wenn man mal genauer hinschaut und hinhört. Das sind keine Kinder von lieben Eltern, die auf ihrem Weg ins Leben von eben diesen bestmöglich unterstützt wurden. Oft sind sie in absolut desolaten Zuständen aufgewachsen und haben nie die Erfahrung machen können, in etwas gut zu sein oder einfach nur dafür, dass sie sie sind, geliebt zu werden.

Dadurch wissen sie auch einfach nicht, wie man das anstellt mit dem geregelten Leben, dem zeitigen Aufstehen, der Ausbildungs- und Jobsuche oder dem "sozial kompatiblen" Verhalten bei der Arbeit. Oft spielen dann auch Drogen und andere Süchte eine relevante Rolle. Wen wundert es da, dass das nicht alles Menschen sind, die sich mal so eben am eigenen Schopf auf diesem Sumpf ziehen können?

Einfach mal bedenken: Arbeit ist bei weitem nicht nur notwendiges Übel, um irgendwie genug Geld zum Leben zu bekommen. Arbeit bedeutet einen geregelten Tagesablauf, soziale Kontakte, soziales Ansehen, Erfolgserlebnisse, Wertschätzung, das Gefühl, etwas sinnvolles mit der eigenen Zeit angefangen zu haben. Selbst mit einem echt blöden Job, was wirklich sehr belastend sein kann, ist doch zumindest am Monatsende ein gewisser Stolz beim Blick aufs Konto da, wenn man den Gehaltseingang sieht und weiß, dass man den für seine eigene Arbeit bekommen und nicht vom Staat "geschenkt" gekriegt hat, oder?

Von daher ist die Vorstellung der vermeintlich vielen schmarotzenden, faulen Arbeitslosen, die keine Lust zum Arbeiten haben, nicht mehr als eine medial aufgebauschte Erzählung über seltene Einzelfälle, von denen auf viel zu viele andere grundlos geschlossen wird...

Hartz IV verkürzt das Leben.

Deine Frage bezüglich "das ganze Leben" läuft ins Leere, weil Hartz IV das Leben verkürzt. Angenommen, du würdest darauf aus sein nur mit Hartz IV durchzu kommen, du würdest weit vor deiner eigentlichen Lebenserwartung sterben.

Auch im reichen Deutschland leben Wohlhabende immer noch deutlich länger als Menschen in armen Verhältnissen. Bei Männern beträgt der Unterschied bei der Lebenserwartung sogar knapp elf Jahre. Der Ärztetag bezeichnet das als "Schande" und fordert die Bundesregierung auf, Ärzte in Schulen und Kitas zu schicken. Quelle https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/lebenserwartung-in-deutschland-arme-sterben-frueher-1.1684562

Un einige hauen immer noch obendrauf. Das sind mentale Totschläger. :)
(Vielleicht die eigentliche Asozialen.)

Da es "Hartz-4" erst seit 2005 gibt und da es ab 2023 durch "Bürgergeld" abgelöst werden soll, wird wohl niemand für sich deklarieren können, das ganze Leben diese Leistung bezogen zu haben :)

Aber es mag schon jüngere Menschen geben, die naiv genug sind, sich das Leben ziemlich leicht vorzustellen.

Ja, es gibt solche krassen Fälle, aber die sind zum Glück nicht das Maß aller Dinge.
Ich kenn auch so einen Fall, offiziell nicht arbeiten wollen aber nebenbei schwarz was dazu verdienen und sich mehrmals im Jahr in den Urlaub fahren.
Das sind genau die Leute denen sollte man die kompletten Leistungen streichen.

Ja, klar.

Sie kassieren Leistungen und machen nebenbei etwas schwarz.

Damit kommt man gut über die Runden. Ich finde das unglaublich dreist und ekelhaft, gegenüber jedem Steuerzahler.

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