Gibt es Lebensmittel die Östrogen enthalten?

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Sojaprodukte enthalten Isoflavone, die eine schwache Östrogenwirkung besitzen. Dadurch könnten sie bei häufigem Verzehr die Sexualfunktionen beeinflussen. Eine Ernährungsstudie mit Affen hat allerdings im Jahr 2004 ergeben, dass die Pflanzenhormone weder den Menstruationszyklus noch die Funktion der Eierstöcke verändern. Östrogene Wirkungen können aber auch auf andere Weise in die Nahrung einfließen. Tiermäster können z.B. ihre Fleischerträge steigern, wenn sie dem Tierfutter männliche oder weibliche Sexualhormone zusetzen; die Tiere wachsen dann um einiges schneller. Mögliche Hormonrückstände im Schweine-, Rind oder Geflügelfleisch können bei Kindern dann frühzeitige Pubertät und bei Erwachsenen unter Umständen Unfruchtbarkeit herbeiführen. Im Juli 2002 wurde beispielsweise ein belgisches Unternehmen dabei erwischt, dass es das künstlich nachgebaute weibliche Hormon Medroxy-Progesteron-Azetat (MPA) unters Viehfutter gemischt hatte. Eben dieses Hormon wird auch in der so genannten Drei-Monats-Spritze verwendet, in der es eine Schwangerschaft verhüten soll. Eine weitere in Lebensmitteln auftauchende Substanz mit vermuteter Hormonwirkung ist Bisphenol A, ein Stoff, der oft aus Plastikverpackungen (z.B. aus Babyflaschen aus Polycarbonat oder dem Innenlack von Milchtüten) entweichen und ins Nahrungsgut hinein diffundiert. Er übt auf den Körper wahrscheinlich eine ähnliche Wirkung wie Östrogen aus. Auch zu viel Aluminium (als Farbstoffverstärker) hat eine östrogene Wirkung!

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