Gibt es irgendeinen Unterschied zwischen einem Alleinerben und einen Beschenkten?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Aus dem Bauch raus, ohne in das Gesetz zu schauen:

Wesentlich ist der Pflichtteilsergänzungsabspruch (§ 2325 BGB) bei Schenkungen. Hat die Schenkung innerhalb des letzten Jahres vor dem Ableben des Erblassers stattgefunden, wird die Schenkung voll in die Pflichtteilsberechnung einbezogen. 

Das bedeutet, dass als gesamte Erbmasse rechnerisch 100.000 € zur Verfügung ständen. Das gesetzliche Erbe dürfte ein Drittel, also 33.3333 € betragen. 

Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbes, also 16.667 €. 

M.E. müsste der erste und dritte Sohn vom 2 Sohn (der die 50.000 geerbt hatte) ihren Pflichtteil bekommen. Auch wenn jemand enterbt wurde, besteht der Pflichtteilsanspruch fort. Letztlich kriegt jeder die gleiche Summe. 

Ein derartiger realer Fall müsste aber vermutlich vom Gericht entschieden werden, freiwillig gibt sicher keiner was ab.  

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MuttiSagt
29.07.2016, 10:53

Das glaube ich nicht! Der beschenkte verliert seinen Pflichtteilsanspruch durch die Schenkung( bin mir ziemlich sicher) Die Frage wäre hier sogar ob sich der Beschenkte an der Auszahlung des Pflichtteils beteiligen muss ( jeder also  8 tsd) oder ob die ganzen 16 tsd von Kind 2 an Kind 3 zu zahlen sind

0
Kommentar von MuttiSagt
29.07.2016, 17:42

Das weiß ich. Das währe ein Pflichtteilsergänzungsanspruch. Das ist immer dann der Fall, wenn ein Erbe oder Beschenkter weniger hat als den Pflichtteil. Das ist hier aber nicht so

0

Sofern K3 lebzeitige Schenkungen des Erblassers innerhalb der letzten 10 Jahre an K1 und/oder K2 beweisen könnte, zählen die gem. § 2325 (3) BGB zum tatsächlichen Reinnachlass hinzu; sein PT-Ansdpruch erhöht sich derart, dass diese Zuwendungen als den Nachlass zugehörend gelten (fiktiver Reinnachlasses), an dem sich der PT-Anspruch berechnet.

Sollte der Erblasser seine Konten geräumt und das Geld bar übergeben haben, dürfte dieser Nachweis nicht gelingen.

Pflichtteilsansprüche wären innerhalb von 3 Jahren nach Kenntnis seines Ausschlusses von der gesetzlichen Erbfolge ("Enterbung") gegen den Alleinerben K2 zu richten.

G imager761



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MuttiSagt
29.07.2016, 09:01

Und k2 holt sich das denn von k 1 wieder

0
Kommentar von MuttiSagt
29.07.2016, 09:01

Oder?

0

Erbe 3 sollte zum Anwalt spezialisiert auf Erbrecht gehen. Der Anwalt würde dann 1/3 halbieren (Pflichtteil bei 3 Kindern) und das durchkriegen. Aber die Frage ist ob auf die voll 100.000 oder nur die 50.000 die vererbt wurden.

Das kann dir wirklich alles nur ein Anwalt, Fachmann sagen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?