Gibt es in Russland/China Lobbyismus?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In China wie in Russland hat der Sozialismus der klassischen Gläubigkeit versagt. Das war vor allem den dort in Leitungsfunktion sitzenden Funktionären am ehesten klar. In der Sowjetunion ist das Mehrnationenland nach der Aufgabe der Zentralmacht auseinandergebrochen und es wurde dem kritischen Beobachter schnell klar, dass lokale Oligarchien, die es im Sozialismus eigentlich nicht mehr geben sollte, die Macht und den Volksreichtum an sich gerissen haben. Auch in Russland haben sich ehemals kommunistische Funktionäre in Führungspositionen Volkseigentum unter ihre Kontrolle gebracht und es kam zu Machtkämpfen. Ob man da von Lobbyismus oder doch lieber von festverzurrten Seilschaften spricht, kann man sich streiten. Ich denke, von Lobbyismus redet man eher dann, wenn die Machtaufteilung nicht so klar ist und unterschiedliche Gruppen sich noch ausrechnen können, Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen, um der Politiker- und Beamtendummheit etwas auf die Sprünge zu helfen. lmmerhin sind es bei uns vor allem clevere Politiker, die nach ihrer aktiven Politikerzeit zu erfolgreichen Lobbyisten mutieren.

In China wollte Mao mit Hilfe der roten Garden während der sog. Kulturrevolution den Kommunismus erzwingen. Das hat unendlich viele Menschenleben gekostet und das Land und die kommunistische Partei an den Abgrund geführt. Die erst vorsichtige Öffnung für ausländisches Kapital war eine Notmaßnahme, den ökonomischen Zusammenbruch des Landes zu verhindern. Daraus hat sich dann ein veritabler Kapitalismus in der Ökonomie ergeben, wobei, wenn die Zahlen stimmen, der größte Teil der Neukapitalisten auch in China sich aus Parteifunktionären und Kindern von Parteifunktionären rekrutiert. Darin ist die Entwicklung ähnlich der in der ehemaligen Sowjetunion und es wird sichtbar, wie unter der verlogenen Decke der sozialistischen Gleichheit sich längst Machtstrukturen gebildet hatten. Diese Machtstrukturen würde ich auch eher als gut gezurrte Seilschaften bezeichnen denn als Lobbyismus, denn in China ist es gelungen, die zentrale Macht der Partei zu erhalten. Eher kann man davon sprechen, dass unsere Unternehmen dort Lobbyismus betreiben, um mit guten Produkten und Ideen in diesen Riesenmarkt zu kommen. Dass unsere tiefgläubigen Sozialisten hier daraus irgendwelche Lehren ziehen, ist nicht zu erwarten. 

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üben unternehmer eher macht auf putin oder putin eher macht auf die unternehmer in russland aus ?

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@sirwetbread

Letztlich wird Putin die Macht in Händen halten. Doch im Allgemeinen wird man kooperieren, denn Putin braucht erfolgreiche Unternehmen und die Unternehmen brauchen in dem Riesenland jemanden, der die Zügel in der Hand hält.

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Natürlich gibt es Lobbyismus und auch Korruption.

Wie kannst Du es sonst erklären, dass in einem offiziell kommunistischen Land sonst so viele Millionäre und sogar Milliardäre vorhanden sind.

Auch in Russland, wo sich nach der Auflösung der UdSSR viele Funktionäre ganze Kombinate unter den Nagel gerissen haben.

In Russland und China herrschen Verhältnisse, die aus meiner Sicht nur noch mit Manchestertum vergleichbar sind.

China ist alles andere als kommunitisch. In Russland sind es vor allem Gaskonzerne, die Einfluss auf die Politiken im Land haben. In China sind es viele Konzerne, die dort die Bevölkerung ausbeuten. Auch die Banken haben in beiden Länder ein großen Einfluss. Die "Bank Rossiya" ist im Zuge der Panama Paper-Geschichte für Korruption bekannt geworden. 

Mal angenommen, Russland ist am Giftgasanschlag unschuldig, werden wir uns dann bei Putin entschuldigen?

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