Gibt es in der Psychologie eine Ausdruck dafür, wenn eine unrichtige Behauptung irgendwann zur kollektiven Wahrheit wird wenn sie unablässig wiederholt wird?

1 Antwort

Ich weiss nicht, wie man das in der Psychologie nennt. Aber da dies historisch betrachtet in Richtung kollektive Identitäten geht, kann ich es dir aus historischer Sicht erklären. Das nennt sich "selektives kollektives Gedächtnis". Dieses entsteht, wenn die nationale Geschichte (oder sagen wir, spezifische Ereignisse) mit (nationalen) Interpretationen überformt und gekittelt wird (sozusagen gefälscht)

Nationalisten gelingt es über

  • die Propagierung dieser selektiven Wahrnehmung (der Fälschung)
  • ihrer ständigen Wiederholung, und oftmals über
  • Heroisierung und nationalen Feierlichkeiten,
  • oder über die Geschichtsvermittlung durch Bücher oder Bildung,

diese Interpretationen im Gedächtnis der Gemeinschaft zu verankern.

Ich könnte mir vorstellen, dass dies in der Militärhistorie ganz ähnlich abläuft, wobei dort Ereignisse meist noch eine stark emotionale und psychologische Komponente ( dabei denke ich zb an Traumata) haben. Überdies kann man durch die bewusste Fälschung von Ereignissen auch die Schuldfrage überdecken

Ein modernes Beispiel sind die sog. "Impfschäden", die über das Internet in der weiblichen Irrationalität einen geeigneten Nährboden finden

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@BrendaLoves

Warum eigentlich "weibliche Irrationalität"? Ich kenne genügend Männer, die Impfgegner sind.

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@BrendaLoves

Hmm ich würde dennoch behaupten, dass die "kollektive Wahrheit" nicht auf die Impfungen zutrifft. Der Begriff "kollektiv" geht eigentlich immer von weitaus geteilten Werten und Vorstellungen und einer gemeinsamen Identität der Akteure aus. Meiner Meinung ist die bei Impfgegnern nicht gegeben

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