Gibt es in der deutschen Sprache einen Oberbegriff für Lernbehinderung und geistige Behinderung und wenn ja, wie lautet er?

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10 Antworten

TheTrueSherlock hat ja schon die offizielle Antwort gegeben. 

Ich melde mich hier zu Wort, weil diese offizielle Sichtweise mit einigem Recht infrage gestellt werden sollte. 

Wir verbinden manche Diagnosen mit einer sogenannten Lernbehinderung. Und verhalten uns dann von Anfang an entsprechend. 

Als Beispiele hier zwei Erkrankungen 

Trisomie 21 

wurde über sehr lange Zeit und wird heute auch noch gerne als stark lernbehindert eingestuft und entsprechend schlecht gefördert in der Entwicklung. 

Nun gibt es aber Schauspieler mit dieser Erkrankung, in Spanien haben zwei mit dieser Behinderung lebende Menschen eine Ehe geschlossen und sind nun also gemeinsam mit ihrer wertvollen wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt. In USA lebt ein junges Mädchen seine Lust an Modelarbeit sehr erfolgreich aus. -

Bei manchen Urvölkern werden Menschen mit Trisomie 21 als den Göttern / der Gottheit sehr nahe stehende Personen verehrt. Und ihre besonderen Fähigkeiten gesellschaftlich geachtet. 

Als anderes Beispiel sogenannte Autisten bzw. Menschen mit Asperger Syndrom

Bis vor wenigen Jahren war es für die Betroffenen kaum möglich, eine Ausbildung und gar eine Arbeitsstelle zu finden. Nachdem sich nun in unserer Gesellschaft dank unserer bürgerlichen Grundprinzipien einige Veränderungen ergaben, sind manche von ihnen in Betrieben als sehr wertvolle und hoch geschätzte Mitarbeiter gefragt. 

Worauf ich hinaus will: 

Pauschalen verbieten sich wenn es um Leben geht. Bis auf die wenigen allgemeingültigen Naturregeln wie etwa: Leben braucht Wasser auf dieser Erde.

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Nein, es gibt keinen Oberbegriff. Lernbehinderung, geistige Behinderung, Entwicklungsverzögerungen sind zudem unterschiedliche "Krankheitsbilder."

Außerdem, was soll so ein Oberbegriff bringen? Er dient nur als Stempel, sagt aber nichts über den wirklichen Menschen aus. Ein wirklicher Mensch muss immer ausführlich und differenziert beschrieben werden.

Diese Suche nach Oberbegriffen stammt aus dem mediz. Denken. Wenn man dort sagt: "Blinddarmentzündung", dann weiß man, was der Mensch hat und wie  er zu behandeln ist.

Aber im Seelischen verbietet sich das.

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Kommentar von Kitty113
17.06.2016, 22:12

Irgendwo habe ich aber mal gehört, dass Lernbehinderung eine sehr milde Form der geistigen Behinderung ist. 

Gehören die oben genannten "Krankheitsbilder" zu den seelischen Behinderungen?

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Das Du die Lernbehinderung mit der geistige Behinderung insofern auf eine Stufe stellt, dass Du sie beide als Krankheiten bezeichnest, macht Deine Suche nach einem gemeinsamen Oberbegriff sehr schwierig; wenn nicht unmöglich. Ich weiß nicht, was Deine Motivation für die Begriffssuche ist.
Lernbehinderungen werden von Leuten unterstellt, die Erwartungen an Andere haben, die aber nicht erfüllt werden.

So wird zu Schülern degradierten Menschen beispielsweise LRS angedichtet, weil sie mit einer vorgegebenen Methode und zum vorgegebenen Zeitpunkt keine bestimmte Lese- und Schreibkompetenz erworben haben. Die einzige Krankheit die hier vorliegt, ist die der Erwartung.

Es gibt keine Lernbehinderung. Jeder Mensch findet für sein Problem eine Lösung. Er passt sich der jeweiligen Situation an. Und in dem er das tut, lernt er. 

Natürlich kannst Du einem Einarmigen unterstellen, er hätte eine Lernbehinderung, weil er einen mit großer Wucht geworfenen Ball nicht mit beiden Händen auffängt. Wenn der Einarmigen den Ball von der Hand abprallen und auf dem Boden aufschlagen lässt und erst dann mit der Hand auffängt, hat er wohl nachgewiesen, dass er keine Lernbehinderung hat.

Vera F. Birkenbihl hat einmal auf die einleidenden Worte eines Mannes ganz spontan reagiert. Er sagte sinngemäß: Frau Birkenbihl, sie leiden an einer seltenen Form des Autismus ... Sie: Ich leide überhaupt nicht. Die anderen leiden. Das macht das ganze Problem deutlich. Betroffene suchen nicht nach komplizierten Begriffen für ihren Zustand

Auch das Wort Entwicklingsstörung ist für mich ein schwammiger Begriff und er finden viel zu oft Anwendung, wo er nicht hingehört.

Als Ergänzung zur Antwort von autmsen sei noch erwähnt, dass es auch Doktoren unter den Menschen mit Trisomie 21 gibt.

Gruß Matti

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Der Übergriff ist "Behinderungen":

Es gibt verschiedene Behinderungsarten:
- geistige Behinderung (Beeichträchtigung im Bereich der Intelligenz, des Denkens)
- Körperbehinderung (Einschränkung in der Motorik/Bewegungsfreiheit)
- Sinnesbehinderung (Einschränkung der Wahrnehmung)
- Sprachbehinderung (Beeinträchtigung in der Mitteilungs- und Ausdrucksfähigkeit)
- Lernbehinderung (Beeinträchtigung im Bereich Lernen und Schulleistung)
- Seelische Behinderung (Beeinträchtigung der Psyche - z. B. Psychische Störungen)

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Ein Oberbegriff wäre wohl Behinderung oder Beeinträchtigung.

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Der Mediziner sagt "mentale Retardierung" oder "Debilität". Es gibt aber nach der ICO 10  Klassifizierung mehre Schwerestufen.

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Wozu soll so ein "Oberbegriff" gut sein? Wir stecken viel zu schnell Menschen in irgendwelche Schubladen und sehen das Individuum nicht mehr.

Der einzig sinnvolle Oberbegriff lautet hier MENSCH.

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Bei jeder Behinderung sollte man sich fragen, wer hier behindert.

Meist ist es nur die Erwartung, dass außergewöhnliche Menschen gewöhnlich sein sollten.

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Debilität.

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Kommentar von Dahika
17.06.2016, 15:47

Falsch. Ein debiler Mensch ist lernbehindert, aber längst nicht alle lernbehinderten Menschen sind debil. Die meisten nicht.

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