Gibt es Hilffristen/ Einsatzgrundzeiten für Katastrophenschutzeinheiten?

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4 Antworten

Hallo,
dafür kann ich dir eine super Antwort geben! :D
Mache grade ein Praktikum beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

In einem Schadensfall größerer Ausmaße kommt die sogenannte "Medizinische Task Force" zum Einsatz. Diese setzt sich aus Personal zusammen, das die verschiedenen Hilfsorganisationen stellen.
Die Fahrzeuge dafür (KTW Typ B, GW San, MTW etc.) werden vom Bund an die Hilfsorganisationen gegeben.
Eine Medizinische Task Force (MTF) setzt sich aus verschiedenen Fahrzeugen zusammen, die mit einer bestimmten Anzahl von Personen ausrücken.
Da aber nicht jeder Standort einer HiOrg all diese Fahrzeuge beherbergt, kommen diese mit dem Personal von verschiedenen Hilfsorganisationen zusammen.
Nach 60-90 Minuten muss sich die MTF an einem Standort einsatzbereit melden.
Von diesem Standort fährt die MTF dann zum Einsatzort.
Eine MTF setzt sich aus 111 Sanitätern etc. und 22 Fahrzeugen zusammen.
Hier mehr: http://www.bbk.bund.de/DE/AufgabenundAusstattung/GesundhBevschutz/MTF/MTF_node.html

Wie wir alle aber auch wissen sind Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und zu großen Teilen auch Katastrophenschutz in Verantwortung der Bundesländer.

Es gibt also für jeden Bereich 16 unterschiedliche gesetzliche Grundlagen und damit Regelungen. Es gibt sogar Bundesländer welche Einsatzgrundzeiten oder Hilfsfristen nicht mal im Gesetz stehen haben.

Hilfsfristen Rettungsdienst kenne ich z.B. von 8 bis 15 min. Hilfsfristen Feuerwehr werden in den Brandschutzbedarfsplänen immer noch mit den Schutzzielvorgaben AGBF erstellt. Allerdings sind die damaligen Erkenntnisse schon in die Jahre gekommen und werden derzeit umfassend überprüft.

Teilweise werden die Hilfsfristen auch verschieden definiert, insbesondere was Anfangs- und Endzeiten betrifft.

Schlussendlich sind es meist regionale Regelungen die oft genug an die örtlichen Bedingungen angepasst werden.

"Katastrophenschutz" ist immer und per Definition Ländersache.

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@Papabaer29

Richtig so steh es im Gesetz. Die Umsetzung erfolgt aber in der Regel auf Kreisebene. Ich kenne keine Kat-Einheit eines Bundeslandes.

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Die Hilfsfrist ist die Zeit vom Anruf bis zum Eintreffen des ersten Rettungsmmittels (NICHT ubedingt des RTWs oder NEFs)! Die Hilfsfrist ist in den Rettungsdienstgesetzen der Länder festgelegt. Sie beträgt meist 10 bis 15 Minuten.

Für die Feuerwehr gelten sog. "Schutzziele". Schutzziele beinhalten u. A. eine Hilfsfrist, eine Mindeststärke und einen Zielereichungsgrad. Sie sind in den Feuerwehr- / Brandschutz- / Ordnungs- Gesetzen der Länder festgeschrieben.

Für das THW und viele SEGen gilt eine Ausrückezeit von einer Stunde. Da bedeutet, dass eine Stunde nach Alarmierung das erste Fahrzeug ausrücken muss. Allerdings kann das THW bestimmte Einsätze auch ablehnen.

Die Polizei unterscheidet ihre Einsätze nach Dringlichkeit. Andauernde Raubüberfälle haben z. B. eine höhere Priorität als Ladendiebe oder Parkplatz-Rempler.


Was für Einsätze kann das THW denn ablehnen? Stichwort Katalog der Einsatzoptionen. 

Die eine Stunde passt aber nicht zu dem Begriff SEG ;-) Das erste Fahrzeug geht auch immer schneller, so um 10 Min ;-), ach moment, das ist ja die Ausrückezeit...

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@Davidtheanswer

Bis auf Amtshilfeersuchen kann das THW alles ablehnen.

Übrigens nicht nur das THW. Auch die IHK kann ihr Veto einlegen. Stichwort: Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Der Begriff SEG wird uneinheitlich verwendet.

In Bayern werden die First Responder teilweise als SEG bezeichnet. Die sind natürlich schneller.

Üblicherweise ist eine SEG aber erst der dritte Abmarsch bei einem MANV. Da sind die Vorlaufzeiten teilweise gigantisch, wenn die Ehrenamtler erst von der Arbeit geklingelt werden müssen.

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Das THW hat ebenfalls eine Frist von 60 Minuten.

Es gibt einen Unterschied zwischen Hilfsfrist und Ausrückezeit.

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