Gibt es hier jemanden der Atheist war, sich jedoch im Laufe seines Lebens einem Glauben zugewandt hat?

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5 Antworten

Ich war Atheist bis ich 14 Jahre alt war. Religion hat bei uns zu Hause niemals stattgefunden, obwohl sich meine Eltern wohl nicht als Atheisten verstanden haben.

Als ziemlicher Rabauke im Konfirmationsunterricht meinte der Pastor dann irgendwann, er müßte mich mal unter die Fittiche nehmen. Bei einem Besuch bei uns, von dem ich annahm, dass er mit bei meinen Eltern anschwärzen würde, hat er ein Fläschchen Cognac aus der Arbeitstasche geholt und einen netten Schwatz mit meinen Eltern gehalten.

Dabei sah er die Orgel im Wohnzimmer stehen, auf der ich damals spielte und fragte mich, ob ich denn mal auf der Kirchenorgel spielen möchte.

Sabber, Lechz, Geifer...

Natürlich wollte ich. Er vereinbarte einen Termin mit seinem Sohn, der etwas älter war als ich. Der spielte mir dann auf der Kirchenorgel neben Bach auch Blues und Jazz vor. Ich war von den Socken.

Auf die beiläufige Frage, ob ich denn mal zu seiner Jugendgruppe kommen wolle, habe ich natürlich "Ja" gesagt.

Daraus folgte eine fast 10 jährige, überaus intesive Tätigkeit in der Gemeinde. In der Folge habe ich selbst Jugendgruppen geleitet, Konfirmandenunterricht gemacht und wurde der Nachfolger als Leiter der Jugendarbeit, als der Pastorensohn ins Studium ging.

Damals lernte ich meine erste Freundin kennen. Seit fünf Jahren sind wir verheiratet.

Ich hatte den festen Willen, Theologie zu studieren und selbst Pastor zu werden.

Und dann bin ich zur Vernunft gekommen. Das ist eine andere Geschichte.

Seit nunmehr 25 Jahren bin ich wieder Atheist. Und werde es mit Sicherheit auch bleiben.

Meine Zeit als Christ hat mein Leben bis heute geprägt, viele meiner heutigen Freunde sind aus der damaligen Zeit in der Gemeinde. Ich möchte die Zeit als solche nicht missen.

Aber die Absurdität eines Gottesglaubens wird mir den Rest meiner Tage erspart bleiben.

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Kommentar von sarahj
25.11.2015, 01:41

ja, so ähnlich war es bei mir auch - war auch eine Zeitlang total beseelt. War sogar vor Ort bei Roger. Aber es kam halt nichts zurück. Es war eine selbstgemachte Droge, die einem das Hirn vernebelt. Mehr nicht. Und es ist wie bei einer Droge: Entzug ist erst mal schmerzhaft, hinterher aber erlösend, und am Ende ist man ein freierer Mensch.

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Kommentar von Reiserino
25.11.2015, 16:12

Danke für die Antwort und viel Glück noch :)

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Ich bin atheistisch aufgewachsen. Das ist (leider) ein altes Erbe aus der DDR. Meine Großeltern sind aus der Kirche ausgetreten, damit sie sich mit dem DDR-Regime arrangieren konnten und haben meinen Eltern keinerlei religiöse Werte vermittelt. Dementsprechend war es dann vorerst auch bei mir. Als ich noch ein Kind war, sind meine Eltern oft mit mir nach Bayern in den Urlaub gefahren, um einmal die Welt jenseits des bis 1989 bestehenden "Eisernen Vorhangs" besser kennenzulernen. Dort haben mich schon früh die barocken Kirchen mit ihrer enormen Ausstrahlung fasziniert und in den Bann gezogen. Das ging so weit, daß ich meinen Eltern immer wieder Fragen nach dem Glauben gestellt habe, die sie mir leider nicht beantworten konnten. Zu meiner Einschulung habe ich mich dann selbst entschloßen, den Religions- und nicht den Ethikunterricht an der Grundschule zu besuchen. Mit 11 Jahren habe ich mich dann evangelisch taufen laßen. Mein damaliger Religionslehrer wurde mein Taufpate. Doch meine Wahrheitssuche schien nicht ganz abgeschloßen zu sein. Nach einem einjährigen Frankreichaufenthalt verspürte ich, daß es noch mehr gibt und bin dann im Alter von 18 Jahren zum Katholizismus konvertiert und fühle mich dort sehr geborgen. Ich wünsche jedem eine erfüllte Sinnsuche, ganz gleich in welcher Ausprägung. Wenn man davon überzeugt ist und seinen Weg unbeirrt befolgt, dann ist es auch der richtige.

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Kommentar von Semcan
25.11.2015, 00:06

Hmm hättest doch auch noch den Islam untersucht. Denn da kommt auch Jesus vor. Jedoch nicht als Gott oder Sohn Gottes, sondern als Prophet/Gesandter Gottes, als Mensch. 

Guck mal hier: die Geburt Jesus aus dem Munde des Koran.

https://youtu.be/WeMuoFzYvkg?t=2m9s

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Kommentar von Literaturmensch
25.11.2015, 00:16

Ich finde es sehr gut, daß unsere Religionen so viele Gemeinsamkeiten haben. Wir entstammen schließlich ein und derselben Wurzel. Ich werde mich einmal noch eingehend mit dem Koran befassen, wenn ich die Zeit dafür finden sollte. Aber der katholischen Kirche werde ich treu bleiben.

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Kommentar von Reiserino
25.11.2015, 16:09

Ich als Agnostiker mit atheistischen Wurzeln begrüße deinen letzten Satz sehr. 

Viel Glück noch und danke für die Antwort :)

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Ich glaube da gibt es eine ganze menge. Ich kenne sogar jemanden der muslim war und jetzz christ geworden ist. Für ihn war die vorstellung so schön dass uns vergeben ist und wir nicht perfekt sein müssen um von gott geliebt zu werden. Denn da gab es jesus der für unsere sünden gestorben ist. Er hat gemerkt dass gott jemsnd ist der beziehung zu einem sucht . und dass man nur durch ihn stark werden kann. Er hat gemerkt dass religion quatsch ist. Dass wir nur unser herz öffnen brauchen für gott und jesus als unseren retter annehmen müssen. Für seine familie war das ein riesiger schock  und als er dann auch noch eine deutsche frau heiratete wurde er komplett verstoßen von ihnen. Aber durch sein vertrauen auf gott hat er diese schwierige situation durchstehen können. 

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Kommentar von sarahj
24.11.2015, 23:04

ist zwar keine Konversion von Atheist zu Glauben (es sei denn, Du definierst Muslime als Atheisten), aber dennoch eine nette Geschichte. Respekt.

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Ja ich !
Informiere dich mal über Pyramiden usw.
Es gab schon viele Generationen auf der Welt die bessere Technik hatten als wir jetzt. (Steinzeit)

Dann bildet sich eine eigene Meinung . Ich kann mir vieles vorstellen , zb. dass wir von Aliens abstammen usw.

Es kann einen Gott geben , aber ich brauche diese Hypothese nicht !

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