Gibt es heute noch Indianer die in Zelten wie früher leben?

5 Antworten

http://www.indianer-web.de/gegwart/alltag.htm

Aus der Ferne sehen die Zelte der Lakota aus wie Zuckerhütchen. Hell leuchten sie im gleißenden Licht des Sommertages, irgendwo an einem Fluß in den nördlichen Prärien des Mittelwestens. Direkt neben den Tipis sind einzelne Pferde angepflockt, die Lieblingstiere der Jäger und Krieger. Ein wenig weiter weg vom Camp grast der große Rest der Pony-Herde. Die Tiere werden von halbwüchsigen Jungen bewacht. Schon im Alter von fünf oder sechs Jahren haben sie gelern, mit den Pferden unzugehen. Nicht nur reiten können sie, sondern auch im vollen Galopp Gegenstände vom Boden aufheben und mit Pfeil und Bogen Ziele treffen. Später, wenn die Jungen älter sind, werden sie (ebenso wie die Mädchen) ein kleines Pony bekommen. Mit einer kleinen Tragschleppe, auf der sie während der Wanderung des Stammes ihr Eigentum transportieren können.

Vom Fluß her dringen helle Schreie zu den Zelten herüber. Jungen und Mädchen springen und spritzen im Wasser herum, kreischen vor Vergnügen. Andere Kinder toben am Ufer mit einem Hund oder treiben Weidenreifen vor sich her. Mädchen spielen mit grobgeschnitzten Puppen. Die Allerjüngsten des Stammes stecken noch in ihren "Cradle boards", köcherähnlichen Tragen, die mit einer Windel aus Moos ausgelegt ist.

Die Kindererziehung war bei den Prärie-Indianern eine Verbindung von Nachsicht und strenger Disziplin. Die Indianer schalten oder züchtigten ihre Kinder selbst wegen ernster Untaten nur selten, sondern ermahnten sie nur, würdevoll, bescheiden, rein und ehrlich zu sein. Die Kleinkinder wurden in den gepolsterten Tragen von ihrer Mutter auf dem Rücken überallhin getragen - was vielleicht erklärt, wieso die Indianer nach Meinung vieler Beobachter die schönste Haltung der Welt hatten. Das Kind saß aufrecht im Körbchen, und da dieses sich am Rücken der Mutter befand oder an einem Ast aufgehängt wurde, konnte das Indianerbaby das alltägliche Leben von einem höheren Punkt aus beobachten als unsere Kinder, die entweder in einem Bettchen liegen oder auf dem Boden kriechen. Die Tragkörbchen waren mit Glasperlen, Häuten und Quasten geschmückt.

In heutigen Indianer-Reservaten wirst du wohl kaum noch Zelte finden - eher Hütten und Wohnwägen. Das hat jedoch nicht viel mit den Schaustücken zu tun, zu denen man Touristen gerne karrt, wenn sie Geschichte auf Disney-Niveau mit Eventcharakter erleben, an statt tatsächliche Verhältnisse kennenlernen wollen!

Nur für die Pow Wows wohnen sie noch in Zelten, die meisten wurden ja zwangsreservatisiert und haben auch nicht mehr die Gelegenheit auf die Jagd zu gehen um Büffel zu jagen.

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