Gibt es heute noch Beispiele für den Populismus?

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7 Antworten

Es gibt Politiker, die an einem Tag vor drei verschiedenen Interessenvertretungen zum gleichen Thema drei sich zueinander widersprüchlich verhaltende Auffassungen vertreten, doch keinen schert es. Populismus lebt solange, wie auf der einen Seite Streben nach Macht vorliegt, auf der anderen Seite unreflektierte Wahl dessen, der einem am stärksten nach dem Mund redet.

Nenne mir einen Politiker, der umrissen hat, was er unter "sozial gerecht" versteht, mir ist keiner bekannt. Allerdings ist die Verwendung des Begriffs sozialer Gerechtigkeit ohne inhaltliche Belegung schon zwingend populistisch, denn selbst Sklavenhaltung in einem feudalistischen System kann berechtigt als sozial gerecht betrachtet werden, es kommt nur auf die Definition von "sozial gerecht" an.

Allerdings ist das nicht Schuld der Politiker in einem demokratischen System, sondern Schuld der Wähler. Nehmen wir ein ... hypothetisches ... Beispiel.

Partei A habe in einem Land die absolute Mehrheit, die sie aber bei fortschreitendem Trend bei der nächsten Wahl zu verlieren droht. Sie beauftragt ein Meinungsforschungsinstitut mit der Aufgabe festzustellen, was aktuell das wichtigste Thema für die Wähler sei und welcher Partei die höchste Kompetenz zur Lösung zugeordnet wird. Ergebnis: höchste Priorität wird dem Thema Schaffung sozialen Wohnraums beigemessen und die höchste Kompetenz würde Partei A zugeordnet.

Es gäbe drei Strategien:

  1. Man forciert den sozialen Wohnungsbau, um das Vertrauen zu bestätigen.
  2. Man ändert nichts an der Politik, da man ja als höchst kompetent eingeschätzt wurde.
  3. Man reduziert den sozialen Wohnungsbau (im größtmöglichen Maße).

Was wäre nun die Erfolgsstrategie? Natürlich Strategie 3, denn dann wäre das Problem bei der nächsten Wahl noch verschärft, man kann mit seiner Kompetenz bei der Schaffung sozialen Wohnraums prahlen und hätte beste Karten, da die Kompetenzzuordnung für Parteien regelmäßig tradiert ist und nicht an realen Leistungen gemessen wird. Strategie 2 würde den aktuellen Trend nicht brechen und Strategie 1 könnte im schlimmsten Falle sogar den Trend verstärken, da dann das Thema nicht mehr die große Relevanz bei der nächsten Wahl haben könnte. Solange Demokratie so funktioniert, wird Populismus die Gewinnerstrategie bleiben.

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Ja. Alle Parteien die eine einfache Lösung anpreisen um die Gunst der Wähler abzufischen, betreiben Populismus. Hier sind viele Beispiele in der aktuellen globalen Politik zu sehen. Alle aufzuzählen wäre unmöglich. Die meisten Wähler können sich in keinster Weise mit den komplexen Themen auseinandersetzen, welche die Politik zu lösen hat, aus diesem Grunde gibt es ja Interessenvertretungen. Einige von ihnen wollen tatsächlich etwas ändern (Ideologen) und andere hingegen sehen Politik lediglich als Selbstzweck. Dort wo Selbstzweck überwiegt wird Populismus daraus, da keine Konstruktivität in einem Problem versucht wird (Kompromisse müssen eingegangen werden).


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Wirf mal einen Blick in die Bild Zeitung.
DAS ist Populismus.
Ansonsten ließ mal die Aussagen von Seehofer der letzten Monate

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Ja, z. B. Gabriel von der SPD. Erst bezeichnet er die Einwanderungskritiker als "Pack" und wenige Monate merkt er, als die Umfragewerte gesunken waren, dass er "immer für eine Obergrenze" bei den Einreisenden gewesen sei. 

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Populismus gab es schon immer, so lange es einen Staat gibt und es wird ihn so lange geben, wie es einen solchen gibt.

Im übrigen hat der Begriff des Populismus auch was Schwammiges an, denn wo fängt er an, wo hört er auf? Dann wären noch dessen Inhalte zu prüfen, andernfalls bleibt es zuweilen nur ein Schlagwort, das gern als Keule mal von der Regierung, mal von der Opposition gebraucht wird, um sich so Luft zu verschaffen oder um zu diskreditieren, z.T. auch um so eine Minimalaufklärung zu betreiben. Sonderlich effektvoll ist der Hinweis eigentlich nicht, denn wer als populistisch angesehen wird, läßt sich durch entsprechende Hinweise nicht abschrecken. Geht es z.B. populistisch zu, dann werden dessen Anhänger schmunzelnd oder wütend anmerken, dass dann eben populistisch sei bzw. ist.

Der Begriff selbst kam erst Ende des 19. Jhdts auf. Offensichtlich scheint es einer der Wegbegleiter einer bürgerlichen Demokratie zu sein.

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Guck dir Donald Trump an, Pegida, AFD....

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Kommentar von lupoklick
15.10.2016, 22:38

... und leider auch Seehofer, der Liebling der AfD

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Ja zum Beispiel ist die AFD eine populistische Partei

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