Gibt es gute Gründe für die Akzeptanz des Schimpfwortes „GUTMENSCH“?

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3 Antworten

Aus den selben Gründen aus denen auch Extremist Nazi oder Linker bzw Rechter Chaot nicht zensiert wird.

All das sind Wörter bzw Phrasen welche heute als Kampfbegriffe verwendet werden (teilweise unabhängig von der Historischen Bedeutung) und die auch negativ bewerted sind.

Es sind aber dennoch nicht so "alteingessene" und auf die gesamte Person bezogenen Schimpfwörter wie zB A.loch oder ähnliche.

Pescatori 23.01.2017, 10:04

Danke für Deine einleuchtende Antwort!

Ich frage mich nur, ob nicht Wörter wie „Gutmenschen“ oder „Umvolkung“  wesentlich gefährlicher sind, als die „alteingesessenen“
Schimpfwörter.  Dass Unwörtern nicht mit Zensur begegnet werden kann ist einsichtig. Aber es ist auch beunruhigend, wie sich derartige Wörter in unserer Sprache breitmachen.

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PeterKremsner 23.01.2017, 10:09
@Pescatori

Ob man einem Wort an sich jetzt ein Gefahrenpotenzial zuschreiben kann ist fraglich, natürlich aber der Idee hinter den Wörtern. Zensur des Wortes alleine hilft aber da relativ wenig, es wird zB nicht ohne Grund die Wörter Nationalsozialismus oder Adolf Hitler nicht zensiert, sondern viel mehr die Idee hinter diesen Begriffen, sprich Abzeichen und Visuelle verwirklichungen dieser Ideologie, sofern diese zur Propagandierung von dieser verwendet werden.

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Pescatori 24.01.2017, 13:12
@PeterKremsner

Dass es nicht die Worte sind, sondern die Sinnzusammenhänge,
auf die sie abzielen finde ich auch. Wörter ermöglichen es aber oft,
Sinnzusammenhänge zu verbergen.  Wenn etwa das unverfängliche Wort „Obergrenze“ bei den Flüchtlingszahlen gebraucht
wird, dann gerät die Inhumanität, die in der Zurückweisung von Menschen (Wie geschieht das?), die ums Überleben kämpfen, kaum ins Bewusstsein.

Aber ich gebe zu, dass ich mich nun von meinem selbst
gesetzten Thema (Schimpfwörter) deutlich entfernt habe.

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soprahin 25.02.2017, 04:11

Aus den selben Gründen aus denen auch Extremist Nazi oder Linker bzw Rechter Chaot nicht zensiert wird.

Soviel dann zu den "Gutmenschen"

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Ich finde es ärgerlich, wenn sich Menschen von der guten Absicht mehr als von der realistischen Aussicht auf Erfolge leiten lassen. Deswegen habe ich das Wort Gutmensch schon oft verwendet. Da Sprache aber etwas ist, was in der Gemeinschaft lebt und nicht nur im eigenen Kopf, muss man seinen Frieden damit machen, dass Begriffe veralten oder in Ungnade fallen. Viele Begriffe, die mal prägnant und gut waren, sind diesem Schicksal schon anheim gefallen. Ich wüßte keinen Grund, warum man sich darüber aufregen sollte. Im Zweifelsfall kann man sich je in den Elfenbeinturm verziehen und nur noch mit sich selber kommunizieren.

Pescatori 23.01.2017, 10:21

Ich finde es ärgerlich, wenn sich Menschen von der guten Absicht mehr als von der realistischen Aussicht auf Erfolge leiten lassen.

Du hast nach meinem Eindruck das gewichtigste Argument klar
formuliert. Vielen Dank!

Aber mit Deinem Ärger verbindest Du doch zwei Behauptungen:
Du weißt,  dass eine Aufgabe scheitern, ein Vorhaben misslingen muss. Und Du hältst Deine Sichtweise für die überlegene.

Wer anders denkt möge sich in den Elfenbeinturm verziehen,
oder?

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Shiftclick 23.01.2017, 10:40
@Pescatori

Ich habe nicht gesagt, dass ich gesichertes Wissen darüber habe, dass etwas scheitern wird. Das ist eine persönliche Einschätzung, die fehleranfällig ist, selbst wenn es meine Einschätzung wäre. Und nein, ich halte meine eigenen Überzeugungen nicht für überlegen.

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Meine Definition eines "Gutmenschen" ist eine andere als die hier dargestellte:

Ich bin mir sicher, daß Helfen per se weder den Stempel besagten Begriffs erhält, noch glaube ich, daß die hilfreiche Aktivität als solche negativ bewertet wird. An sich stelle ich eher das Gegenteil fest: soziales Engagement Einzelner oder einer Gruppe/Initiative...z.B. Amnesty, Arbeitskreise für Asyl oder Greenpeace etwa - wird geachtet, wertgeschätzt und toleriert. So nehme ich das jedenfalls wahr.

Wer allerdings so und so handelt, um in der Öffentlichkeit ein besonders gutes und humanitäres Bild zu erzeugen, ist für mein Verständnis auf dem besten Weg, ein Gutmensch zu sein.

Beim Spenden von Geld meint die Bibel, daß die Linke nicht wissen soll, was die Rechte (die rechte Hand) tut. In diesem Sinn verstehe ich es, denn wenn ich etwas von Herzen tue, bedarf es keiner Dankbarkeit von aussen! Das ist ein feiner- und zugleich gewaltiger Unterschied. ;)

VG jayjay22 bzw. Jan^^

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