Gibt es gute Alternativen für eine lange, vollstationäre Behandlung von Anorexia nervosa in Bielefeld oder NRW?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Also eine stationäre Behandlung ist durchaus immer das beste. Ich merke es selbst an mir... mit 17 entscheiden die Eltern noch und die sollten eine vernünftige Entscheidung machen. Viele erkrankte Menschen wollen erst nicht in eine Klinik, aber nah einiger Zeit akzeptieren Sie dies und lassen sich darauf ein. Je nach Patient kann man nach 3 Monaten raus, manche sind aber auch über 1 Jahr drin. Der Nachteil daran ist, dass man einen ganz anderen Alltag erlebt und sobald man nach hause darf, sind manche mit diesem Alltag wieder überfordert. 

Eine ambulante Therapie wäre auch eine Möglichkeit. Das kann unterschiedlich ablaufen. Sicherlich wird sie regelmäßig zum Hausarzt zum wiegen müssen, zum Therapeuten zur psychologischen Behandlung. Ich musste noch zur Ernährungberatung und wurde in einer Tagesklinik noch betreut. Der Vorteil ist sicherlich, dass man nicht aus dem Alltag gerissen wird. Allerdings ist die Behandlung bei weitem nicht so intensiv und dauert durchaus länger.

Wenn Sie den weg einer ambulanten Therapie wählt, dann werden die Ärzte sie nicht verklagen, denn die Eltern haben ja einen Weg der Heilung gewählt. So schnell klagen die nicht. Kindeswohlgefährung liegt nur vor, wenn sie keine weiteren Schritte einleiten oder ihre Tochter nicht kontrollieren, dass sie an den Maßnahmen teilnimmt.

Ich weiß das von vielen mitpatienten, die auch mit sehr niedrigen gewichten eine ambulante Therapie machten. Wenn der Hausarzt das kontrolliert und sie sich darauf einlässt, ist das kein Problem. Es ist schließlich auch eine Art der Therapie. Zudem würde es ja nichts bringen sie stationär einzuweisen, wenn sie sich darauf nicht einlässt. Dann würde sie da keine Erfolge machen und man würde sie wegen nicht-therapierbar ausweisen im schlimmsten Fall.

Viele machen es wirklich so, dass sie eine ambulante Therapie machen um eine Klinik zu umgehen. Sich aber nach einiger Zeit doch in eine Klinik begeben, weil mit der Behandlung die Einsicht kommt. Oder sie überbrücken die Wartezeit bis sie einen Klinik Platz haben  so (und das kann durchaus lange sein). Ich habe mit 38 kg bei 161 cm mehrere Monate gewartet...

Adressen aus deiner Umgebung habe ich leider nicht. Aber du kannst mal nach Tageskliniken in deiner Umgebung suchen und dort nach Informationen fragen. Ansonsten gibt es auch Beratungsstellen in jeder größeren Stadt, die auch Angehörige und Freunde beraten. Hier auf dem Links kannst du auch ein wenig finden

https://www.anad.de/informationen/?gclid

http://www.bzga-essstoerungen.de/index.php?id=29

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Charly353
13.11.2016, 11:35

Vielen Dank für die ausführliche Einschätzung. Das war sehr hilfreich!

0

Also ich denke eine richtige stationäre Therapie wäre wichtig. Weg von den Problemen daheim oder der Umgebung. Wie lange das dann dauert ist von Person zu Person unterschiedlich. Sie sollte sich dir Zeit nehmen und es einmal anständig machen. Es ist bei jedem Essgestörten so, dass der Grund in einem psychischen Problem oder einer Belastung gründet. Das Aussehen ist nur der Schrei, den man nicht verbal äußern kann. Die Klinik am Korso in Bad Oyenhausen ist ein Kompromiss. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?