Gibt es gesetzliche Krankenkassen, die alternative Behandlungsmethoden bezahlen?

7 Antworten

Hallo SusaGlock,

der Gesetzgeber hat die Homöopathie als eine der "besonderen Therapiemethoden" durch spezielle Sonderregelungen im SGB V unter einen gesetzlichen Schutzschirm gestellt.

Homöopathische Anamnesegespräche dürfen deshalb, obwohl die Homöopathie keinen Wirksamkeitsnachweis über Placebo erbringt, von den Krankenkassen übernommen werden.

Die Mehrheit der Ärzte hat auf dem 100. Deutschen Ärztetag gegen diese Sonderregelungen protestiert.

"In letzter Minute in das Gesetzgebungsverfahren eingebrachte Veränderungen ermöglichen sämtlichen Gruppierungen unkonventioneller Heilverfahren auf der Ebene der von ihnen reklamierten ”Binnenanerkennung” in großem Umfang diagnostische und therapeutische Verfahren den Leistungen des Sozialversicherungssystems zugänglich zu machen. Diese Verfahren halten einer Prüfung auf Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit nicht stand und sprengen somit die Grenzen des ohnehin bis an den Rand der Leistungsfähigkeit strapazierten Sozialversicherungssystems.
Es wird nicht verkannt, daß ein Teil der Bevölkerung sich zu dieser Art Diagnostik und Therapie hingezogen fühlt. Die Finanzierung dieser Wünsche kann jedoch nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung gehen, wenn man nicht die Grundlagen einer wissenschaftlich orientierten Medizin in Frage stellen will
."

Der Gesetzgeber hat aber trotz dieses Apells, die ohnehin knappen Gelder nicht für Verfahren ohne Wirksamkeitsnachweis auszugeben und trotz des nachweislich falschen Signals, das derartige 2-Evidenzklassenregelungen an den Patienten haben, zumindest bisher nicht zurückgenommen.

Von daher: Ja. Nahezu alle gesetzlichen Kassen übernehmen entweder grundsätzlich Anamnesegespräche beim homöopathischen Arzt oder bieten entsprechende Zusatztarife, in denen dann auch oft andere "alternative" Verfahren enthalten sind. Die Homöopathika selbst sind oft, wie viele andere nicht verschreibungspflichtige Präparate selbst zu bezahlen. Behandlungen beim Heilpraktiker werden erheblich seltener erstattet. An Deiner Stelle würde ich daher einfach mal bei der eigenen Kasse anfangen, gezielt nachzufragen.

Es gibt eigentlich kaum Kassen, die sich aus marktwirtschaftlichen Gründen der Beliebtheit dieser massiv mit positiven Schlagwörtern wie "sanft", "natürlich" oder "nebenwirkungsfrei" beworbenen Verfahren heraushalten können.  Außerdem zwingen die Lobbyverbände der Alternativverfahren s den Kassen Verträge auf und werben den Kassen, die die Kostenübernahme verweigern, die Kunden ab.

Ein Beispiel:

Unter den großen Krankenkassen übernimmt die Techniker Krankenkasse eigentlich sehr viele Behandlungsmethoden. Auch sie hat mit dem DZVHÄ einen Vertrag abgeschlossen, der dem Versicherten kostenlose Nutzung der Homöopathie sichert.

https://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/h/homoeopathie/157082

Auch einige andere Verfahren werden übernommen, teils in einem Sondertarif.

https://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/arzneimittel/alternative-arzneimittel/405182

In einer letzten Mai veröffentlichten Studie (http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0134657) ist nachzulesen, dass der Techniker Krankenkassen durch die Homöopathie enorme Zusatzkosten entstehen. Möglicherweise könnte sich also durch diese Ergebnisse mittelfristig etwas an der Tarifgestaltung der Kassen ändern.

Aber im Moment hast Du bestimmt kein Problem, eine Kasse zu finden, die die Kosten übernmmt.

Grüße

Im Wesentliche sind die alle gleich, denn die Kassen entscheiden ja nicht selbstständig welche Leistungen sie bezahlen sondern der Gesetzgeber schreibt das vor, trotzdem haben manche Kassen den Ruf, etwas großzügiger in ihrem Bemessungspielraum zu sein, z.B die Barmer. Du musst Dich halt mal innerhalb der verschiedenen Kassen durchfragen, es kommt immer auf dei Krankheitsvorgeschichte an, pauschal kann Dir das niemand sagen

Gibt es gesetzliche Krankenkassen, die alternative Medizin wie
Homöopathie Anthroposophische Medizin, Akupunktur und andere alternative
Heilmethoden bezahlen?

In dem Leistungskatalog sind diese zum Glück nicht vorgesehen, da die Wirksamkeit dieser "Thearpien" durchaus umstritten ist und sich teilweise gar nicht wissenschaftlich beweisen lässt.

Der Leistungsakatlog ist für alle Kassen gleich und daher sind alle Kassen zu etwa 95% identisch. Nun steht es den Kassen aber frei über den Leistungskatlog hinausgehende Angebote zu machen. z.B. über einen Wahltarif.

Alternativ lässt sich so etwas auch bei fast jeder privaten Krankenversicherung als Zusatzversicherung abschließen.

naja, wer heilt, hat recht

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