Gibt es für offizielle Wertgutachten Richtlinien im welchen Verhältnisse Immobilienwert zur Jahresmiete stehen muss/sollte?

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4 Antworten

Ja gibt es:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wertermittlungsverordnung

Im Ertragswertverfahren wird die ortsübliche Miete mit einem bestimmten Faktor vervielfacht. Weicht die tatsächliche Miete davon ab, wird dies bei der Wertermittlung durch einen Zu- oder Abschlag berücksichtigt.

Bei Mehrfamilienhäusern wird ein Tabellenwert, der sich u.a. relativ aktuelle Werte, allerdings ohne jegliche vorausschauende Zukunftsbetrachtung ergibt, zusammen mit dem Bau- und Bodenwert bei der Werstschätzung berücksichtigt.

Bei Ein- bis Zweifamilienhäusern stützt sich die Wertermittlung mehr auf den reinen Sachwert und läßt den Ertagswert unberücksichtigt.

Schauen Sei sich von daher einfach mal die Wertschätzugen der einzelnen Gutachter im Internet unter Zwangsversteigerungen z.b. NRW Justiz an.

Da finden Sie, wenn auch in verkürtzter Form aussagekräftige Beispiele zur Beantwortung Ihrer Frage.

Paulina42 15.08.2017, 12:10

Ok, vielen Dank

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Einen Zusammenhang zwischen Gutachten und Miete wäre mir neu. Der Unterschied im Gutachten für Gericht und dem eines Maklers besteht nur darin, dass für Gericht nur die hier zugelassenen Gutachter bewerten dürfen. Grundlage für alle Gutachten ist die ImmoWertV. 

Ein guter Makler wird also das in etwa zum gleichen Ergebnis kommen, wie ein "offizieller" Gutachter. 

Es kann ja sein, dass dein Haus in einem Gebiet steht, wo ein großes Kaufinteresse besteht,  jedoch kaum Mietnachfrage herrscht. 

Für das Finanzamt wird ein anderer Wert ermittelt als für eine Zwangsversteigerung. Das Wertgutachten eines Gutachters wird nach vorgegebenen Kriterien erstellt und muss nicht unbedingt etwas mit dem realen Wert zu tun haben. Das Gutachten für die Erbschaftssteuer ist schon wesentlich relitätsnäher, da es die konkrete Situation in der Umgebung mit einbezieht.

Die tatsächlich erzielte Miete spielt hier keine Rolle, da die weitestgehend dem Eigentümer überlassen ist. Wenn der seine 800.000€-Bude für 500€ monatlich vermieten will, kann er das grundsätzlich tun.

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