Gibt es Fahrräder speziell für den Winter?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Im engeren Sinne gibt es keine Winterräder. Aber für den Winter würde man lieber ein Rad mit besser greifenden Reifen verwenden. Es gibt auch Reifen mit Spikes die sich in Eis und verhärteten Schnee kurz hineinboren und so die Haftung des Reifens verbessern. Im Sommer sind Spikes weniger gut und nutzen sich schneller ab.

Durch gutes Fetten und Ölen kann man ein Fahrrad auch ein wenig "winterfest" machen.

Im Winter, bei Glatteis empfiehlt sich ein Rad, auf welchem man so tief sitzt, dass man mit den Füßen bequem auf die Erde gelangt. Am besten ein olles Damenrad mit tiefem Durchstieg langem Vorlauf in der Lenkung, damit man bei Glätte einfach ein Bein runter stellt und slidet. Stark profilierte Reifen sind dabei gar nicht so wichtig, wie man denkt, helfen aber natürlich auch.

Da im Winter fast immer Streusalz auftritt, sollte das Rad etwas Billiges sein. Je hochwertiger und fester die Aluminiumverbindungen sind, umso eher korrodieren sie unter Salzwassereinfluss und werden dabei teils sogar zerstört. Um auch bei Glätte gut anfahren zu können oder durch tieferen Schnee zu gelangen oder einfach nur vorsichtig fahren zu können, lohnt sich eine 3-Gang Nabenschaltung.

Gute Reflektoren, Stecklicht, kein Nabendynamo, die vertragen die großen Temperaturunterschiede schlecht und korrodieren ebenfalls innerlich. Im Winter ist es dunkel und Autos können schlechter bremsen.

Meine Erfahrung lehrt mir was anderes:

Das wichtigste sind die Reifen - verlieren die den Kontakt zur Fahrbahn, liegt man auf der Nase. Bei Eis helfen nur Spikes; alles andere ist Behelf.  Gummi verliert nämlich auf Eis sofort die Haftung bei "Überlastung" und ruscht unkontrollierbar über die Eisfläche. Nur Spikes können dann noch einen Widerstand aufbauen.

Auf die Streuerei würde ich mich nie verlassen; nur eine kleine Eisfläche in einer Kurve und man stürzt ohne Spikes sofort.

Mit meinem Nabendynamo habe ich nach 6 Jahren Winter noch keine Probleme und ein neues Vorderrad kostet keine 50 EUR (inkl. Nabendynamo). Da sind die Batterien für Stecklichter kaum günstiger und Akkus mögen Kälte nicht wirklich und wollen öfter geladen werden.

Mit dem "ollen Damenrad" hast Du leider völlig recht; Salz ist extrem aggressiv - mein Winterrad ist ein olles MTB mit Spikes.

0
@Olaf68

Na ja, die billigsten Shimano-Nabendynamos haben sich schon manchmal verabschiedet. Neuerdings sollen aber auch die besser gedichtet sein.

0

Meine Frau und ich fahren nun schon gut 20 Jahren die Winter durch. Das Rad meiner Frau steht dazu noch immer draußen an der Straße.

Wir haben mindestens vorn einen Spikereifen drauf. Ist einfach sicherer. Wenn du hinten mal durchrutschst, ist das nicht weiter schlimm. Wenn du vorn beim Bremsen wegrutschst, liegst du auf der Nase.

Natürlich haben wir gutes Licht über einen Nabendynamo. Sonst ist an unseren Rädern aber nichts Besonderes. Gerade das meiner Frau darf ja auch nicht nach Wert aussehen, sonst würde es geklaut.

Verschleiß durch Nässe und Streusalz ist ein Thema. Die Kette muss entweder regelmäßig geölt oder öfter mal getauscht werden.

Wichtig sind auch die richtigen Klamotten, die nicht ganz billig sind. Alles schon winddicht aber atmungsaktiv. Diese Funktionskleidung funktioniert gerade im Winter gut wegen des hohen Temperaturschieds zwischen innen und außen. 

Spikes nur vorne habe ich auch schonmal getestet und lag auf einer kleinen Eisfläche durch ein wegrutschendes Hinterrad auf der Nase; den vorderen Spikesreifen hat die Glätte nicht gestört.

Seitdem kommt hinten auch einer drauf.

0

Gut, ich fahre Mountainbike, trotzdem ist das Fatbike ein Rad, was auf lose Untergründe wie Schnee und Sand spezialisiert ist. Würde sich aber wahrscheinlich keiner holen, der nur auf der Straße fährt.

Fahrräder für den Winter an sich nicht, aber eventuell kommen neue Reifen in Frage, die auch bei Glätte und Schnee nicht wegrutschen.

Extra Fahrräder nicht, aber es gibt Winterreifen für Fahrräder mit Spikes oder Schneeketten.

Was möchtest Du wissen?