Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und der BDSM Szene?

12 Antworten

Nein, da gibt es keinen Missbrauch. Das wurde bereits durch Studien widelegt. Also Unter BDSMern ist der Anteil von Missbrauchsopfern nicht höher als unter Nicht-BDSMern.

In der BDSM-Szene beschäftigen sich aber sehr viele mit ihrer Neigung und erzählen daher vielleicht auch eher von einer schlechten Vergangenheit. Zumal ich glaube, dass in der Szene auch mehr aufgepasst wird, dass ein Opfer nicht getriggert wird - gerade, weil ja viele Handlungen sehr ähnlich sind. Ein Opfer kann aber natürlich auch bei "normalem" Sex getriggert werden.

Heißt: Missbrauch, psychische Krankeiten, Traumata etc sind in der Szene generell ein recht großes Thema, deswegen stehen vermutlich auch mehr Menschen dort zu ihren Problemen. Außerhalb der Szene verschweigen das vermutlich mehr Leute. (Ich spreche meine psychischen Probleme öffentlich eigentlich auch nur im BDSM an, weil es dort wichtig erscheint. Anderswo ist das irrlevant, da behalte ich das für mich.)

Ich glaube nicht, dass es an einer geschädigten Kindheit liegt, die Partner die ich bis her hatte, hatten auf jeden Fall keine und auch sonst habe ich das noch nicht erlebt.

Ich glaube eher, dass BDSMer eher in der Lage sind über verstörende und traumatische Erinnerungen zu sprechen, da es in der Szene einfach auf Kommunikation ankommt und man daran gewöhnt wird auch über unangenehme Dinge zu sprechen.

Ich glaube, dass dir das nur so vorkommt, da in dieser Szene die Menschen einfach viel offener sind. Ich habe mir die selbe Frage aber auch schon selber gestellt, da ich selber devot bin & eine ...nicht einfache Vergangenheit hinter mir habe. Ich kann aus meiner persönlichen Sicht sagen, dass es mir gefällt einen dominanten Partner / eine dominante Partnerin zu haben, um die Kontrolle und Verantwortung abzugeben, die ich früher immer tragen musste. Das tiefe Vertrauen erfüllt mich ebenfalls mit Befriedigung, da ich es nie so erleben durfte.

Ich denke, dass ICH damit vielleicht schon einige Kindheitstraumas auch aufarbeite. Aber so sind längst nicht alle Mitglieder der Sm-Szene. Gibt bestimmt einen Teil, dem es ähnlich wie mir geht, aber ich denke, der ist nicht höher, als bei Vanillas. :)

MfG MiZz.

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also ich suche Bücher, die sich mit Misshandlungen in der Kindheit und im jugendlichen Alter auseinandersetzten. Allerdings nicht auf sexueller Ebene, sondern eher körperlicher und psychischer Gewalt. Bisher konnte ich aber nichts finden, das entsprechend passen würde. Entweder lag der Fokus bei sexuellem Missbrauch oder auf den Eltern. Wobei beides nicht wirklich das ist, was ich suche. Aber vllt hat jemand entsprechende Bücher gelesen und kann mir evt etwas vorschlagen. Ich wäre dem sehr verbunden. Bzw auch wenn der Fokus woanders liegt, es trotzdem passen könnte.

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Kann man sexuellen Missbrauch aus der Kindheit vergessen bzw. verdrängen?

Meine Freundin (26 Jahre) hatte eigentlich eine gute Kindheit. Sie kann sich an keinerlei Misshandlungen erinnern. Allerdings hatte sie sich schon immer sehr unwohl gefühlt, wenn sie mit ihrem Großvater alleine war. Sie erinnert sich nur an einen Vorfall, bei dem es ihr noch heute kalt über den Rücken läuft. Es war eine Silvesterfeier. Sie war ungefähr 7 oder 8 Jahre alt. Sie saß spielend hinter dem Sofa und hörte ihren Großvater sichtlich angetrunken etwas obszönes sagen. An den genauen Wortlaut kann sie sich nicht mehr erinnern. Er sagte, dass er sie sexuell attraktiv fände und sie gerne mal nehmen würde. Meine Freundin war schockiert und es löste Angst in ihr aus. Seit diesem Tag muss sie sich überwinden ihren Großvater zu umarmen und sitzt nicht gerne neben ihm. Bis heute versucht sie nicht all zu viel mit ihm zu reden. Es tut ihr auch leid, so zu fühlen oder zu denken, besonders weil er alt ist und nun auch noch Krebs bekommen hat. Vielleicht ist nie etwas vorgefallen, außer diesem Spruch.

Doch ich frage mich nun, ob es sein kann, dass man einen Kindesmissbrauch verdrängen oder vergessen kann? Wann immer das Thema Kindesmissbrauch aufkommt, schüttelt sie sich regelrecht und bekommt eine Gänsehaut am ganzen Körper. Es geht ihr so nahe, dass sie während eines Fernsehbeitrages wie weggetreten ist. Sie kann nicht erklären warum, aber ich spüre ihre Wut.

Meine Freundin ist eine Person, die stets versucht es allen Recht zu machen. Egal wie sehr man sie verletzt, sie würde wohlmöglich den Täter noch schützen, so habe ich manchmal das Gefühl. Sie ist manchmal viel zu gut.

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Ich habe durch einen schlechten Witz ihre Gefühle verletzt, wie kann ich mich am besten entschuldigen (sie leidet an einem Vergewaltigungstrauma)?

Meine Freundin wurde zweifach vergewaltigt. Mittlerweile weiß ich es, aber vorher wusste ich das nicht, deswegen ist es zu einer sehr unangenehmen Situation gekommen.

Ich erkläre es euch. Meine Freundin und ich sind gerade noch relativ frisch in der Beziehung, wir kennen uns seit einem Jahr, aber haben erst vor zwei Monaten damit angefangen, zu kuscheln. Geküsst haben wir auch schon. Gegen GV oder Gefummel hat sie sich irgendwie immer leicht gewehrt. Deswegen habe ich ihr gesagt, dass wir uns Zeit lassen können.

Dann saßen wir zusammen am Abend am Tisch. Sie war total gestresst von der Arbeit und mir kam sie extrem geladen vor. In letzter Zeit hat sie sich extrem über ihre Freundinnen beschwert und gemeint, dass sie total verständnislos wären. Deswegen dachte ich mir, es sei unheimlich schlau, sie mit Witzen aufzuheitern.

Sie hat mir so einen total harmlosen Hasenwitz erzählt. Vielleicht kennt ihr den ja.

Geht ein Hase zum Bäcker sagt: Haddu tausend Brötchen. Der Bäcker sagt: Nein. Am nächsten Tag kommt der Hase wieder und fragt: Haddu tausend Brötchen. Der Bäcker sagt: Nein, aber ich werde für morgen für dich eine ganz besonders große Ladung backen. Am nächsten Morgen kommt der Hase und sagt: Haddu tausend Brötchen. Der Bäcker sagt: Ja. Sagt das Hässchen: Kann ich eins davon haben?“

Das war total harmlos und ich habe nur ein bisschen geschmunzelt und gemeint: Das kann ich tausend mal besser. Da habe ich gleich einen heftigen Kinderschänderwitz rausgehauen. Tja, ich habe es eigentlich nicht böse gemeint, aber sie ist sofort an die Decke gegangen und meinte: „Nichtmal auf dich kann ich mich noch verlassen! Du bist auch nicht besser als die anderen!“ Dann ist sie weinend weggegangen.

Ich wusste zunächst nicht, was los war. Sie ist nicht mehr ans Telefon gegangen. Da habe ich ihre Mutter angerufen und gefragt, ob sie vielleicht wüsste, was mit ihr los sei. Da hat sie es mir erzählt, dass sie zweifach missbraucht wurde. Einmal von ihrem Stiefvater und ein andern mal wurde sie von einem Betrunkenen vor der Disko umgeworfen. Beim zweiten Mal ist "nichts schlimmes" passiert (also kein GV), aber es hat sie total schockiert und jetzt leidet sie unter schweren psychischen Problemen.

Da dachte ich mir nur noch: Oh mann, was habe ich da nur angestellt! Vermutlich haben ihre Freundinnen überhaupt kein Verständnis für sie gehabt, sie ausgegrenzt und da habe ich gleich noch so einen geschmacklosen Witz draufgeworfen. Kein Wunder, dass sie so heftig reagiert hat.

Ich habe es nicht böse gemeint, aber irgendwie habe ich jetzt auch gemerkt, dass solche Witze nicht lustig sind.

Ich würde mich gerne bei ihr entschuldigen. Und zwar richtig! Vielleicht mit einem Brief. Was könnte ich da am besten schreiben?

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Ich (m.23), sie (w. 18)

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