Gibt es einen Vorteil oder etwas Positives daran wenn man arm ist?

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18 Antworten

Welcher Teufel hat dich wohl geritten, dass du solch eine Frage stellst. Armut ist was absolut Niederdrückendes, deformiert die Betroffenen psychisch. Jeder 5. Selbstmord geschieht aus Verzweiflung über die vorherrschende Armut. Armut verkrüppelt die Armen, duckt sie nieder, raubt ihnen jedes Selbstwertgefühl, erzeugt nicht selten Selbsthaß und oftmals Depressionen. Nur ein hoffungsloser Romantiker kann in der Armut was Positives shen.


MonsieurInconnu 04.07.2017, 22:53

Mich hat kein Teufel geritten. Bin absolut deiner Meinung, Wort für Wort. Aber wenn du hier oder sonst wo fragen würdest "Ist euch Geld wichtig"... ja, dann kommen wieder so Phrasen "also für mich nicht, also ich brauch so gar nicht Geld, Geld allein macht nicht glücklich, es gibt viel Wichtigeres als Geld bla bla bla...".

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voayager 04.07.2017, 23:13
@MonsieurInconnu

Wenn Leute so reden sind es entweder Heuchler oder Verzweifelte, die sich so Mut zupfeifen, oder bürgerliche Gestalten, die armen Leuten einreden, dass Geld nicht weiter wichtig sei.

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Tristinalisa 18.08.2017, 14:10
@voayager

Und wenn es Verzweifelte sind, die durch die romantische Vorstellung, dass ein entbehrungsreiches Leben auf Grund der Prägung durch edle Gefühle etwas Tragischschönes in sich trägt, die Flucht aus dem Elend geschafft haben, so lass sie doch. Wo die Welt keine Abhilfe leisten kann, muss es die Vorstellung tun ;). 

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voayager 05.07.2017, 23:36

danke für den Stern

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Die Leute sind oftmals zufriedener, da sie kleine Dinge die für andere selbstverständlich sind mehr wertschätzen können & sich ggf. richtig drüber freuen ------> denn echter Reichtum ist sich an kleinen Dingen zu freuen.

Sehe das oft genug an meinem Cousin, der Frührentner ist -----> er hat eine winzige WOhnung mit Secondhandmöbeln, fährt 'nen steinalten Nissan und hat gesundheitliche Probleme, kommt finanziell gerade so hin... aber er ist total glücklich und zufrieden. Für ihn ist es schon beinahe ein Grund zum Feiern wenn er zum Kaffee eingeladen wird oder wenn das Geld reicht, dass er sich ein Stück Kuchen leisten kann oder man ihn am Sonntag mal zum Essen einlädt.

In früheren Zeiten waren die Leute oft sehr arm, aber sie waren dafür umso dankbarer für das, was sie hatten.. so waren auch kleine Dinge möglicherweise ein Wunder für sie, die der heutigen Konsum-/Spaßgesellschaft nicht mal mehr als erwähnenswert scheinen. Da könnte man sich echt 'ne Scheibe von abschneiden!

Ruanda gehört sicherlich nicht zu den reichen Staaten der Welt. Dennoch haben sie Plastik in ihrem Staat komplett verboten. Sie leisten sich sogar eine Plastikpolizei und sperren Menschen, die Plastik nutzen, ein. Oder belegen sie mit hohen Geldstrafen.

In unseren Weltmeeren ist mehr Plastik als Fisch mittlerweile. 

Plastik zersetzt sich erst mal in Mikroplastik. Den essen wir dann, wenn wir Fisch essen. Guten Appetit!!!!

Im Gegensatz dazu war neulich auf dradio ein Beitrag zur Abschaffung von Plastiktüten. Und da fragten sich doch ernsthaft auf facebook erwachsene Menschen, wie denn bitte die Einkäufe ohne Plastiktüte transportiert werden könnten. Wie das wohl deren Vorfahren gemacht haben?

Es gibt Großkonzerne, ,die können in Ruanda kein Produkt verkaufen. Deshalb haben sie sich massiv beschwert. Wohl auch bei internationalen Organisationen wie der UNO. Wie reagierte die Ruandische Politik?

Sie erklärte gelassen,, wenn die Großkonzerne doch so toll sind, so modern und Zeug und Sachen, dann sind sie doch sicherlich auch fähig, Alternativen zu finden. Wenn nicht müsste ja unterstellt werden, sie wären unberechtigt so groß, stark und hoch angesehen. 

Denk mal drüber nach. 

Ein anderes Beispiel aus dem realen Leben, welches vor einigen Jahrzehnten durch die Medien ging:

Im Regierungsbezirk Freiburg im Breisgau erschien eine Frau mittleren Alters bei ihrer Bank. Sie war ärmlich gekleidet und sprach nur gebrochen Deutsch. Sie versuchte anhand ihrer Kontoauszüge deutlich zu machen, dass ein Fehler vorhanden sei. 

Die Frau am Schalter verstand sie nicht. Aber sie ließ nicht locker. Also kümmerte sich der Filialleiter. Der verstand sie auch nicht. Da ihr Ausweis aber behauptete, sie komme aus Italien, holte sich der Filialleiter einen Italiener zur Übersetzung hinzu. 

Der Italiener verstand sie auch so gut wie nicht, da sie nur einen Dialekt beherrschte. Aber immerhin konnte ein neuer Termin vereinbart werden, auf den sie bestand. 

Sie kam zum neuen Termin mit verschiedenen Hülsenfrüchten. Diese fing sie an auf dem Tisch auszubreiten. Es dauerte einige Zeit, dann verstand der Filialleiter, dass die verschiedenen Hülsenfrüchte für verschiedene Geldgrößen standen. 

Sie fingen an zu rechnen und mit dem Kontoauszügen zu vergleichen. Am Ende stellte sich heraus:

Die tolle elektronische automatische Verrechnerei der Bank hatte einen Fehler. Also standen auf den Kontoauszügen der Frau zu geringe Beträge. Waren nur Pfennige. 

Aber wäre der Frau der Fehler nicht aufgefallen, wären es bei allen diese Software nutzenden Banken sehr schnell mindestens Millionenbeträge geworden. 

Natürlich verdiente die Frau nicht viel. Sie war nur vier Jahre zur Schule gegangen. In Italien. 

Spielwiesen 04.07.2017, 22:19

Wundervoller Beitrag - danke.  Du meintest sicher: Arm, aber klug, oder?

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teafferman 05.07.2017, 05:06
@Spielwiesen

In der ZDF-Mediathek findest Du am 03.07.2017 den Nachweis ausgestrahlt, dass reich sein durchaus mit gierig sein gleich gestellt werden kann. Ok. Die da vorgestellten Dämchen waren bzw. sind sicherlich auch intelligent. 

Aber es scheint ihnen an jeglicher Empathie zu fehlen. Sie scheinen also einen genetischen Defekt zu haben. 

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In der Regel belasten arme Menschen das Klima und die Umwelt weniger.

Sie benutzen z.B. öffentliche Verkehrsmittel statt dem eigenen Auto. Fliegen nicht in die Ferien. Kaufen nicht alle 1-2 Jahre ein neues Smartphone oder alle paar Wochen neue Klamotten. Essen weniger Fleisch.

Klar, das kann man auch machen wenn man Geld hat. Aber für viele ist die Verlockung dann zu gross.

Natürlich. Ich glaube daran, dass man JEDER negativen Sache auch etwas Positives abgewinnen kann. Man muss es nur erkennen. Arme Menschen sind meist bodenständig, erfreuen sich an kleinen Dingen des Lebens und leiden in der Regel auch nicht unter Material - und Prunksucht. 

Es gibt noch viele weitere positive Merkmale. 

Es ist auch eine Definitionsfrage. Man sollte zwischen materieller und ideller Armut unterscheiden :).

LG

Wenn du arm als 'mit wenig Geld' definierst, muss man in unserer Gesellschaft schon genau wissen, wie man qualitativ gut überlebt. Vielleicht sogar besser als sog. Reiche, die ihr vieles Geld in falsche Ernährung stecken und dann krank werden - und dann ärmer dran sind als der Ärmste der Armen.

Mich hat mal das Buch 'Arm, aber bio' sehr beeindruckt, wo eine junge Frau genau ihre Überlegungen schilderte, wie sie es anstellt, mit sehr wenig Geld hinzukommen, aber eben qualitativ hochwertig. Dazu gibt es ein 'Arm, aber bio - Kochbuch' mit genialen Tipps. 
www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Dstripbooks&field-keywords=arm+aber+bio.

Menschen, die arm an Geist und Wissen sind, sind diejenigen, die wirklich arm dran sind. Mit ihnen kann mans machen, sie über den Tisch ziehen - und sie merken es gar nicht. Hauptsache elitär, konsumieren sie teures essen, kaufen Markenklamotten und suhlen sich im 'In'-Gefühl - ohne zu merken, dass sie der Werbung und der dahinter lauernden Industrie mit Fakes ohne Ende auf den Leim gehen und gesteuert werden, dabei aber das Gefühl haben, es selbst so zu wollen.

Sie haben private Krankenversicherungen und merken nicht, dass Mediziner mit Dollarnoten in den Pupillen ihnen die einfachen, aber wirkungsvollen Heilmittel vorenthalten, sie aber dafür neueste teure Pharmaentwicklungen verordnet bekommen, die die Symptome nur abwürgen, jedoch die Ursache nicht heilen und das Natürlich völlig außen vor lassen. Und sie halten Symptomfreiheit noch für wirkliche Heilung - dabei ist der Schmerz nur 'ausgeknipst'  - so wie man einen Korken in den qualmenden Auspuff steckt und denkt: au prima, der Wagen ist wieder heil. 

Jaja, so sind Armut und Reichtum oft Illusion, und die einen glauben, die jeweils anderen zu sein - und umgekehrt.

Wenn man arm ist, ist vielleicht das einzig Gute daran, dass es einem Türen öffnet, zu denen die sog. 'Reichen' nie Zugang haben können - und allein das macht einen schon wieder reich.   

Spielwiesen 04.07.2017, 22:23

upps:  gemeint ist '...das Natürliche völlig außen vor lassen.'

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Schwierig zu beantworten...aber ich habe das Gefühl, dass gerade in Industrieländern Menschen mit viel Geld schnell schlechte Charakterzüge entwickeln. Arroganz, Ignoranz, Gier (ja das passiert sehr oft), Überheblichekeit usw.

Arme Menschen haben es natürlich nie leicht, aber gearde auf der menschlichen Ebene sind diese oft tiefgründiger. Von meinem besten Kumpel (durch seinen Job viel in Afrika und auch Asien unterwegs) zB. weiss ich, dass viele wirklich arme Menschen in Afrika oder auch Indien dennoch glücklich sind. Sie machen das Beste aus dem was sie haben und wissen kleine Dinge viel mehr zu schätzen.

Im endeffekt glaube ich spielt es aber eine enorm wichtige Rolle, wie man an das Geld gekommen ist, was einen "reich" werden lässt.

Wenn jemand aus ärmeren oder einfachen Verhältnissen durch harte Arbeit zu Geld kommt, geht er ganz anders damit um und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein "schönes" Leben haben.

Das Gegenbeispiel, wären zB. diese ganzen "Kinderstars" (egal ob Fußball, andere Sportarten oder Musiker). Sie haben oft von Heute auf Morgen Unmengen an Geld, in einer kritischen Phase (junges Alter). Diese landen dann oft früher oder später Pleite auf der Straße oder sonstwo.

Gruß

Hey du!

Wer nichts hat, kann nichts verlieren. 

Was auch immer du besitzt: du musst immer darum fürchten, dass es dir genommen wird. Dein neues Auto kann angefahren werden, deine neue Jeans kann ein Loch bekommen, dein Laptop kann gestohlen werden, dein Geld kann plötzlich nichts mehr wert sein, ... Nur wer wirklich nichts hat, muss sich darum nicht kümmern. 

Allerdings muss man da natürlich kritisch einwerfen: Auch "arme" Menschen haben in der Regel etwas, das sie besitzen. Selbst Menschen, die auf der Straße leben haben ein, zwei Taschen mit ihren Besitztümern, die sie mit sich rumtragen. Und die zu verlieren ist wahrscheinlich noch schlimmer, als es für wohlhabende Menschen wäre, denn Arme können die nicht so leicht ersetzen. 

Was ein anderer Vorteil sein könnte: Beziehungen. Viele extrem wohlhabende Menschen klagen, dass sie sich nie sicher sein können, ob ein anderer Mensch sie wirklich mag oder nur auf ihr Geld aus ist. Wenn du nichts hast und jemand trotzdem dein Freund ist, ist die Chance viel höher, dass er dich um deiner selbst willen mag.

Das sind aber nur mal zwei spontane Gedanken zu der Frage :)

Liebe Grüße

Nein.

Einen Vorteil oder etwas Positives, das unmittelbar aus der Armut resultiert, sehe ich weit und breit nicht.

Andererseits ist Glück und Zufriedenheit nicht notwendig an Reichtum und materiellen Besitz gebunden.

Vermutlich ist jemand, der arm ist, kreativer, macht mehr selbst statt es machen zu lassen, und weiss Sachen zu schaetzen, weil sie ihm nicht selbstverstaendlich sind.

Nicht, dass ich wüsste. Wie sagte mein Vater schon: Reichtum schändet nicht, und Armut macht nicht glücklich.

Reichtum selbst macht zwar auch nicht glücklich, aber auf seidenen Kissen weint es sich besser.

Man muss nicht damit rechnen, dass andere dich nur aufgrund deines Geldes mögen.

Du kannst dir sicher sein das dein Partner nicht wegen deines Geldes mit dir zusammen ist.

Man hat weniger das man verlieren kann.

zalto 04.07.2017, 19:11

Das ist wahr - und es hat zur Folge, dass man weniger versichern muss und somit die Versicherungsprämie geringer oder einige Versicherungen gar nicht erforderlich sind.

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Man lernt zu sparen und gibt das Geld nur für wichtige Dinge aus.

Das ist Sarkasmus.

nein. positiv ist es nicht. es sorgt für probleme.

Man kann sicherer sein nicht wegen des Geldes ausgenutzt zu werden

Boxassassin 04.07.2017, 19:01

siehe Walden Schmidt aus Two and a half men

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