Gibt es einen urmensch?

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6 Antworten

Hallo mickymaus02,

den "ersten Menschen" gibt es nicht. Die Evolution funktioniert anders.

Innerhalb einer Gruppe Tiere tragen alle Individuen zwar die Merkmale, die ihre Tierart ausmacht, aber alle Individuen tragen diese Merkmale in verschiedener Ausprägung. Deswegen sehen alle Individuen eben doch ein bissi anders aus. Große Ohren, kurze Beine, scharfe Augen, aber auch Fähigkeiten, genetischverankerte Anfälligkeiten für Krankheiten, etc.

Indem immer zwei Individuen gemeinsam Nachkommen zeugen, vermischen sich ihre Gene. In der nächsten Generation sind die Ausprägungen der Merkmale deswegen wiederum minimal anders:

Wenn die Umwelt, in der unsere Gruppe lebt nun bestimmte Fähigkeiten
begünstigt, dann haben die Individuen, die diese Fähigkeiten oder Merkmale in sich tragen mehr Nachkommen.

Unsere Gruppe könnte zum Beispiel gezwungen sein, den Wald zu verlassen und ihr Dasein in einer Savannenlandschaft zu bestreiten. Ab diesem Punkt werden Individuen, die schnell davon laufen können, gute Augen haben oder sich auch ab und an auf zwei Beine aufrichten es leichter haben und sich öfter erfolgreich paaren als langsame oder kurzsichtige oder unaufmerksame Individuen. Sie vererben ihre Eigenschaften also öfter, weshalb sich die allmählich in der Population anreichern: Die Individuen der Gruppe verändern sich von Generation zu Generation im Schnitt ganz, ganz minimal in Richtung der Merkmale an, die die Individuen zum Überleben in ihrer neuen Umgebung brauchen. Sehen wir die Nachfahren derselben Gruppe nach einer halben Million Jahre wieder an, dann hat sich deren Aussehen deswegen drastisch verändert.

Jede einzelne Generation stellt dabei nur winzigste Detailunterschiede, ein minimalstes Verschieben des Durchschnittes aller Ausprägungen. Zu jedem Zeitpunkt gehören Eltern und Kinder zur selben Tierart und sehen sich sehr ähnlich. Erst über die enorm großen Zeiträume, die die Evolution braucht, verschieben sich die Merkmale so sehr, dass wir verschiedene Spezies sehen, wenn wir Nachkommen und Vorfahr nebeneinander halten.

Es gibt also nicht den Punkt, wo ein Australopithecus einen Homo erectus auf die Welt bringt. Es gibt nur minimalste langsame Veränderungen von Generation zu Generation, die immer von den Umweltbedingungen  in dieselbe Richtung gedrückt werden, bis wir nach Jahrmillionen ein völlig anderes Lebewesen vor uns stehen haben.

Die Übergänge der Evolution sind minimal und fließend. Unser Bild von diesen Vorgängen ist leider mosaikhaft, weil wir nur einzelne fossile Funde haben und deshalb diesen kontinuierlichen Wandel nur punktuell verfolgen können. Den "allerersten Mensch" gibt es nicht. Es gibt nur Generationen von vielen Individuen, die uns ähnlicher und ähnlicher wurden.

Grüße

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Den einen allerersten Menschen hat es nicht gegeben bzw. das ist eine willkürliche Definition. Die Grenzen zwischen den Vormenschen, den späteren Urmenschen und den modernen Menschen sind fließend. Neue Arten entstehen nicht mit einem einzelnen abweichenden Individuum, sondern mit ganzen Populationen, in denen sich die einzelnen Individuen wegen des ständigen Genaustauschs untereinander (Fortpflanzung) nur geringfügig unterscheiden.

Wenn eine solche Population von anderen Populationen derselben Art isoliert ist, häufen sich bei ihr aber spezifische Merkmale an, bis die Unterschiede zur Ursprungsart so groß geworden sind, dass eine Kreuzung zwischen ihnen nicht mehr möglich ist. Sobald diese Bedingung erfüllt, handelt es sich bei der isolierten Population um eine neue Art. Da eine solche Fortpflanzungsbarriere allerdings auch nur schrittweise über Generationen hinweg entsteht, kann man für die neue Art keinen genauen Entstehungszeitpunkt und schon gar nicht einen einzelnen ersten Vertreter festlegen.

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Alle Menschen haben einen gemeinsamen Vorfahren, gehen alle auf ein Lebewesen zurück, die Ur-Zelle vor etwa 4100 Millionen Jahren aus der *alle* Lebewesen sich entwickelt haben...

Als die Abstammungslinien von Mensch und z.B. Schimpanse sich trennten muß es eine Mutter gegeben haben, deren Nachfahren des einen Kindes Schimpansen und deren Nachfahren des anderen Kindes Menschen wurden, ja. Diese Mutter war ein Affe und vermutlich dem Schimpansen ähnlicher als dem Mensch (optisch). Kann man sich so vorstellen.

Da das ganze aber vermulich allmählich lief und es wild kreuz und quer ging mit dem Paaren ;) war es vermutlich eine Gruppe, die lange von einer anderen Gruppe getrennt gelebt hat und die entwickelten sich auseinander.

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Hi

Die ersten Vertreter der Gattung Homo haben sich (nach der heute am weitesten verbreiteten Theorie) in Arfrika entwickelt. Als Gattung. Nicht als ein einzelnes Individuum. Es ist nicht irgendwann ein Affe vom Baum gesprungen, hat sich auf die Hinterbeine aufgerichtet und ist zum Menschen geworden. Das war ein langer Prozess, welcher durch unzählige Einflüsse begünstigt wurde.

Grüßlis

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Man könnte deine Frage auch auf "Eva" beziehen, einer Frau von der alle heute lebenden Menschen abzustammen scheinen. Sie stellt also durchausetwas wie einen "Urmenschen" dar.


https://de.wikipedia.org/wiki/Mitochondriale\_Eva

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Nein. Wir sind aus einem "Pool" von von vorangegangenen Säugetieren enstanden.

Mit deinen 99% willst du wohl auf die genetische Identität des Schimpansen mit dem jetzigen "Homo sapiens" hinaus.

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