Gibt es einen Unterschied zwischen Notfallsanitäter und Rettungsassistent?!

3 Antworten

Da geht's schon los mit dem Wirrwarr...

Deutschland:

Der Rettungsassistent ist in Deutschland ein gesetzlich geschützter Beruf, der im RettAssG verankert ist. Ca. zweijährige Ausbildungsdauer mit Schule im ersten Jahr, staatliche Prüfung und anschließend praktischem Jahr mit Abschlussgespräch. Kann man an Rettungsdienst-Schulen machen und mit vorangegangenen Ausbildungen z.B. zum Rettungssanitäter verkürzen. Die Ausbildung muss man in der Regel selbst zahlen, ein vollbezahlter Ausbildungsplatz ist selten. Zugangsvoraussetzung ist der Hauptschulabschluss, Mindestalter 18 Jahre. Ausbildungsziel ist u.a. die Assistenz bei ärztlichen Maßnahmen und die eigenständige Durchführung von Notfallmaßnahmen bis zur Übergabe an den Arzt.

Der Notfallsanitäter ist in Deutschland ein Begriff, der aus dem im Entwurf befindlichen Notfallsanitätergesetz ("NotSanG") stammt. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, da wird gerade diskutiert und abschließend gefeilt. Wesentliche Elemente, die wohl auch so bleiben werden sind: gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, Dreijährige Ausbildungsdauer (im Vollzeit, ca. 5 Jahre in Teilzeit) mit Mischung aus Theorie und Praxis, staatliche Prüfung zum Schluß der Ausbildung. Die Qualifikation der Schulen ist störker reguliert, eine Verkürzung ist nicht möglich. Die Ausbildung kann nur machen, wer einen Anstellungsvertrag hat, in dem eine Vergütung festgelegt ist - selbst zahlen geht dann nicht mehr. Zugangsvoraussetzung ist die Mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss plus Berufsausbildung. Mindestalter gibt es keins, durch die Ausbildungsvoraussetzung dürfte das in der Praxis jedoch bei ca. 16-17 Jahren liegen. Ausbildungsziele sind viel detaillierter beschrieben als beim RettAss und machen deutlich, dass der NotSan für die eigenständige Durchführung von Notfallmaßnahmen bis zur Übergabe an den Arzt besser qualifiziert werden soll.

Da in Deutschland die ergreifbaren medizinischen Maßnahmen stark vom Ausbildungsstand abhängen und nicht zwingend explizit freigegeben werden müssen, ist die genaue Zieldefinition im NotSanG ein Schritt Richtung rechtssicherer Anwendung auch durch Nichtärzte. Wer's kann, wer auch Komplikationen beherrscht oder zumindest nachweisen kann, dass er es im Regelfall könnte (weil gelernt) und wer weitere notwendige Kriterien beachtet, darf auch heute schon als Rettungsassistent, -sanitäter etc. ganz legal invasive Maßnahmen aller Art durchführen, soweit notwendig (bitte den Satzteil mit "weitere notwendige Kriterien" beachten!). Das NotSanG führt die Lernziele dazu aber weit detaillierter aus.

Österreich:

Den Rettungsassistent gibt es in Österreich nicht.

Ein Notfallsanitäter ist in Österreich eine gesetzlich geregelte Ausbildung, die mit ca. 500 Stunden Dauer auf der österreichischen Rettungssanitäter-Ausbildung mit ihren rund 300 Stunden aufbaut (= zusammen ca. 800 Stunden, das entspricht einem dreiviertel Jahr in Vollzeit). Dazu gibt es weitere Module, die dem österreichischen Notfallsanitäter definierte Maßnahmen vergleichsweise rechtssicher "zugestehen", z.B. Gabe bestimmter Medikamente, intravenöser Zugänge und endotrachealer Intubation. Diese "Notfallkompetenzen" sind sehr eng vorgegeben.

In Österreich ist mit der Festschreibung solcherart "erweiterter" Maßnahmen und der dazu notwendigen Fortbildung praktisch kein darüber hinausgehendes eigenständiges Handeln möglich.

Schweiz

Rettungsassistenten gibt es in der Schweiz nicht.

Notfallsanitäter gibt es in der Schweiz nicht.

Die nichtärztliche rettungsdienstliche Ausbildung heisst in der Schweiz "Diplom-Rettungssanitäter HF" (HF = höhere Fachschule). Ausbildung und Anwendung ist mit den Rettungssystemen in D oder Ö nur marginal vergleichbar, der Dipl-RS(HF) hat mit Sicherheit eine weitergehende Ausbildung als der RettAss in D.

Der deutsche NotSan, wenn er dann kommt, dürfte von Ausbildungsdauer und Inhalten dem schweizerischen Dipl-RS(HF) ziemlich nahe kommen.

Hoffe das hilft.

Aufgrund des Begriffes "Notfallsanitäter" mit sehr unterschiedlicher Ausbildungsdauer (800h gegenüber 3 Jahren) in den Ländern Deutschland und Österreich wird es noch viele lustige Mißverständnisse geben, denke ich. Deshalb bitte zukünftig unbedingt dazuschreiben, wen bzw. welches Land man denn aktuell meint.

Bisher gab es im Rettungsdienst verschieden Gliederungen angefangen beim FSJ´ler, Zivi, BuFdi (die alle meistens nichts können) über den Rettungssanitäter zum Rettungsassistenten. Bisher war der RA das höchste was du erreichen konntest. Seit kurzem gibt es aber einen neuen Gesetzesentwurf der voraussichtlich 2014 endgültig in Kraft tritt und den Notfall sanitäter ins leben ruft. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter läuft im Dualen system ab. Anders als der RA, der nach in Kraft treten des Gesetzes nicht mehr ausgebildet wird. Schüler die den Lehgang zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen haben dürfen den RA noch fertig machen und das wars dann. Der Notfallsanitäter hat etwas mehr Kompetenzen als der RA. Aber nur weil man ja schlecht sagen kann, dass man den RA "herabstuft"

Der Notfallsanitäter wird vermutlich für alle RA´s verpflichtend. Allerdings müssen die dann nicht nochmal 3 Jahre in die Schule. Das ganze läuft dann als Fortbildung, die man sich vermutlich selber zahlen muss. RA´s mit 1-3 j. Erfahrung müssen nochmal 6 Monate in die Schule. Mit 5J. Erfahrung muss mann nochmal 3Monate die Schulbank drücken und mit 10 oder mehr Jahren erfahrung, muss man lediglich die Prüfung ablegen.

lG.: Linuxman

Darf ich drei Punkte korrigieren?

  1. "FSJler", "Zivi" und "BuFdi" sind keine Qualifikationsstufen, sondern Bezeichnungen auf dem Lohnzettel...und jeweils andere Arten der Verpflichtung.

  2. Die Notfallsanitäter-Ausbildung wird sicher nicht für alle RettAss verpflichtend, sowas kann ein Berufsgesetz nicht vorschreiben. Das steht immer noch dem einzelnen RettAss offen, ob er den "Upgrade" machen will. Es kommt natürlich drauf an, wie die Umsetzung dann in den Rettungsdienstgesetzen aussieht. Selbstverständlich kann es dann sein, dass man als RettAss "nur noch" 2. Geige spielt, aber das eben freiwillig.

  3. Die Aufbaulehrgänge sind anders gestaffelt, nämlich folgendermaßen: mehr als 5 Jahre Berufserfahrung -> gleich in die Prüfung, mehr als 3 Jahre -> 3 Monate Aufbaukurs, weniger als 3 Jahre -> 6 Monate Aufbaukurs - so steht's im aktuellen Entwurf des NotSanG, könnte sich natürlich theoretisch noch ändern.

Wer einem die Fortbildung zum NotSanG zahlt oder ob man das selbst blechen muss, ist noch nicht raus. Hier wartet alles gespannt auf die noch laufenden gespräche und die zugehörigen Ausführungsverordnungen. Es kann gut sein, dass auch hierfür ein vergüteter Ausbildungsvertrag zwingend vorgegeben wird. Das wird aber den RD-Anbietern und den Kostenträgern genausowenig gefallen, wie den RettAss, die derzeit keine Anstellung haben (Arbeitslos, Ehrenamtlich). Wird noch interessant.

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@baertl

Für mich gehören Bufdis und co (auch wenn sie ausser Einsatzfahrzeuge kaputtmachen nichts können) irgendwie zum RD dazu. Dass es eine Qualifikation ist habe ich nicht geschrieben. Wenn es so rüberkam, entschuldige ich mich dafür.

Zu 2. und 3. lagen mir anscheinend falsche infos vor. auch hier entschuldige ich mich.

Danke für die korrektur.

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Ich gehe nun zum Sehtest für den LKW Schein. Darf ich trotzdem einen Rettungswagen fahren? Der Wagen basiert ja auf 3,5 Tonnen. Wird das durchgelassen, da es sich nur um einen Rettungswagen handelt? Und was ist mit der Ausbildung? Wenn ich den Schein nicht habe, bekomme ich doch auch keinen Job als Rettungsassistent oder als Notfallsanitäter (je nach Ausbildung).

Mich würde das ganze echt interessieren. Ich bitte euch alle Fragen zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen; MuhkuhBrotchen

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