Gibt es einen Unterschied zwischen einer Geld-Strafe und einer Geld-Buße?

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4 Antworten

Bei der Verurteilung deines Bekannten handelt es sich wohl um eine Verwarnung mit Strafvorbehalt gemäß § 59 StGB. Das ist eine mögliche Sanktion, die das Gericht aussprechen kann.

Das Gericht spricht dabei den Angeklagten schuldig, setzt eine bestimmte Geldstrafe fest und behält sich dann aber die Verurteilung zu dieser Strafe vor. Es ist also sozusagen eine "Geldstrafe auf Bewährung".

Zahlen muss der Verurteilte die Geldstrafe aber nur, wenn er - wie bei der "richtigen" Bewährung - sich eben nicht bewährt, d.h. wenn er beispielsweise in der Bewährungszeit eine weitere Straftat begeht oder gegen Auflagen oder Weisungen verstößt.

Neben der bestimmten vorbehaltenen Geldstrafe kann das Gericht aber nach § 59a StGB dem Verurteilten Auflagen und Weisungen auferlegen. Nach § 59a Abs. 2 Nr. 3 StGB kann das Gericht ihn eben auch anweisen, einen bestimmten Geldbetrag zu zahlen. Diese Geldauflage muss dann natürlich gezahlt werden - wird nicht gezahlt, kann das Gericht zu der zunächst vorbehaltenen Strafe verurteilen und die "echte" Geldstrafe muss dann doch gezahlt werden (§ 59b StGB).

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Wenn man eine GeldSTRAFE zahlen muss, ist man anschließend vorbestraft und die Tat taucht im Führungszeugnis auf (im einfachen Führungszeugnis bei Ersttätern nur ab 90 Tagessätzen, im Führungszeugnis für behördliche Zwecke dagegen immer!).

Wenn man eine GeldBUSSE zahlen muss, ist man anschließend nicht vorbestraft.

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Es wurde offensichtlich eine sogenannte Verwarnung mit Strafvorbehalt ausgesprochen. Ins Deutsche übersetzt ist das eine Geldstrafe auf Bewährung. Es können Bewährungsauflagen gemacht werden, u.a., was hier wohl passiert ist, die Auflage, eine Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung oder die Staatskasse zu zahlen. Wird diese Auflage nicht erfüllt, wird die Bewährung quasi widerrufen und der Betroffene zur Zahlung der vorbehaltenen Geldstrafe verurteilt. Die Verwarnung mit Strafvorbehalt wird niemals ins Führungsregister eingetragen, die Geldstrafe nach den dafür geltenden Bestimmungen unter Umständen schon. Erfüllt der Verurteilte die Bewährungsauflagen ( Geldbuße, straffreie Führung, Anzeige jeden Wohnungswechsels ) wird die Strafe nach Ablauf der Bewährungszeit erlassen. 

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Kommentar von Josalbi
20.01.2017, 07:15

Danke für die Ausführlichkeit..die in diesem Fall wohl auch zutreffend ist!!

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Ein Bußgeld bekommt man bei einer Ordnungswidrigkeit. Der Betrag steht in Bußgeldkatalogen.

Eine Geld-Strafe hat man bei einer Straftat zu zahlen (also laut Strafgesetzbuch).

http://www.juraforum.de/lexikon/straftat-abgrenzung-zur-ordnungswidrigkeit

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Kommentar von Dachtichsmir
19.01.2017, 22:22

Das stimmt so nicht. Geldbußen kommen auch im Strafrecht vor, und zwar recht häufig. So kann ein Strafverfahren etwa vorläufig eingestellt werden, unter der Auflage, eine Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung oder die Staatskasse zu zahlen. Geldbußen werden häufig auch als Bewährungsauflagen verhängt, wie im vorliegenden Fall wohl auch. Im Jugendstrafrecht gibt es die Verwarnung mit Geldauflage usw.

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