Gibt es einen Unterschied zwischen der Sprachsituation in Belgien und der Schweiz?

4 Antworten

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Die Schweiz ist eine Willensnation - die verschiedenen Sprach- und Kulturgruppen haben sich "freiwillig" zusammengefunden und seit der Gründung des Bundesstaates wird versucht, das doch sehr fragile Konstrukt mit viel Dialog und Kompromissen am Leben zu erhalten. Und es funktioniert.

Belgien jedoch ist auf dem Reissbrett entstanden, die Volksgruppen wurden sozusagen in einen Staat gezwungen. Dann gibt es das Problem, dass eine Volksgruppe, die Flamen, zwar die Minderheit stellen, aber wirtschaftlich viel stärker sind als die Wallonen, die dafür in der Mehrheit sind. Und so fühlt sich jede Gruppe in verschiedenen Aspekten benachteiligt.

Es gibt auch immer wieder Bestrebungen, Belgien zu teilen. Etwas, was in der Schweiz nie ernsthaft erwogen wurde.

Belgien ist nicht auf dem "Reißbrett enntstanden". Das katholische Belgien löste sich 1830 von den vorwiegend protestantischen Niederlanden.

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ich weiss ja nicht genau wie es in Belgien ist, aber in der Schweiz sind die 4 Landessprachen absolut gleichberechtigt. Der kontakt zu den Behörden muss in der Regel mittels der konkreten Amtssprache erfolgen, z.B. Zürich = Deutsch

was soll es da jetzt für einen unterschied geben ausßer niederländisch und rätroromanisch?

Ich meine einen Unterschied mit Bezug auf Organisation, Rechte.

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Also erst einmal heißt es flämisch und nicht niederländisch.

Der wesentliche Unterschied ist, dass der Schweiz das Schweizerdeutsche dominiert, während sich in Belgien die beiden Sprachen ständig in kultureller Auseinandersetzung auf allen Ebenen liefern, was Belgien als Land sehr schwächt.

im großen und ganzem nicht

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