Gibt es einen Unterschied ob das Hausdarlehen auf einen oder auf beide Ehepartner läuft?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Ja, es mach einen großen Unterschied. In Zugewinngemeinschaft haben die Ehegatten getrennte Vermögen. Vererbt wird nur das Vermögen des Erblassers. Das Eigentum des überlebenden Ehegatten bleibt natürlich dessen Eigentum.

Laienhaft vermute ich, dass es im Grunde egal ist, da der Zugewinn so
oder so dem anderen Ehepartner zusteht. Und meiner Auffassung nach,
würde dem Partner bereits 50% gehören, somit würden die anderen 50% des
Erbes aufgeteilt: 50% auf den Ehepartner und 50% auf die Kinder. Somit
hätte der Partner danach 75%. Ist meine Überlegung so richtig?

Nein, das ist komplett falsch. Im gesetzlichen Erbfall wird der Zugewinn pauschal ausgeglichen, indem sich die Erbquote um 1/4 erhöht. Der reale Zugewinn spielt dabei keine Rolle. Neben den Kindern erbt der Ehegatte zudem zu 1/4. Sommit ergibt sich eine Erbquote von 1/4+1/4 = 1/2 für den überlebenden Ehegatten und 1/2 für die Kinder.

Die Belastungen im Grundbuch sind dabei aber mit der noch valutierenden Summe zu berücksichtigen!"

0

Wenn beide je zur Hälfte Eigentümer sind, erben nach der gesetzlichen Erbfolge der Ehegatte die Hälfte und den Rest die Kinder zu gleichen Teilen. Einer Veräußerung im Gesamten müssen dann auch die Kinder als Miterben zustimmen bzw. mitwirken. Beim Darlehen verhält es sich genauso. Streng genommen haben die miterbenden Kinder Ansprüche gegen den überlebenden Ehegatten, wenn dieser das Grundstück weiterhin alleine nutzt. In der Praxis kommt es aber natürlich nur selten dazu, dass Geld verlangt wird.

Es ist aber keineswegs so, dass dem überlebenden Ehegatten dann 75% gehören. Den geerbten hälftigen Anteil hält die Erbengemeinschaft als Gesamthandsgemeinschaft. Sie können über den halben Anteil also nur zusammen verfügen. Der überlebende Ehegatte kann nur über seinen ursprünglichen hälftigen Anteil allein verfügen und nicht etwa über 75%.

1

Selbstverständlich macht es einen Unterschied, wie das im Grundbuch eingetragen ist: im einen Fall gehört jedem Ehegatten die Immobilie zu je 1/2, im anderen gehört die Immobilie einem Ehegatten alleine

Aber der Partner hat sich ja einen Zugewinn erwirtschaftet, vermute ich.
Bei einer Scheidung würde sie auch die Hälfte erhalten.

0
@JosefStraubing

Bei der Scheidung fällt das Haus in das jeweilige Endvermögen. Es macht aber dennoch einen Unterschied. Der Zugewinnausgleich ist nämlich grundsätzlich ein Geldanspruch und kein Anspruch auf das Haus. Außerdem kann der Zugewinn nicht negativ sein, ein Verlust gegenüber den Anfangsvermögen wird also nicht mit ausgeglichen.

0

Aber nicht unbedingt die Hälfte am Haus! Und ob ein Zugewinn erwirtschaftet wurde, berechnet sich ja nach dem Gesamtvermögen. Es muss also erstmal festgestellt werden, ob es überhaupt einen Zugewinn gibt! Es macht sowohl im Scheidungsfall als auch im Erbfall einem großen Unterschied, wie das im Grundbuch eingetragen ist

1

Eine Hypothek wird auf das Grundstück ausgestellt - nicht auf eine Person. Derjenige, welcher das Grundstück besitzt, hat damit auch die Hypothek.

Das ist nicht richtig.Das Haus,das Grundstück kann auf dem Ehepartner laufen,aber die Hypothek auf beide.

0

Bei dem Hausdarlehn das auf beide Ehepartner läuft, haften beide sofort. Mit dem Erbe hat das nichts zu tun. 

Was möchtest Du wissen?