Gibt es einen Grund warum es so viel mehr Pfadfinder im Westen Deutschlands gibt?

...komplette Frage anzeigen Jeder Stern ist ein Ort wo es Pfadfinder in öffentlichen Organisationen gibt  - (Deutschland, DDR, pfadfinder)

6 Antworten

Zunächst einmal gibt es nach 40 Jahren DDR keine Pfadfindertradition mehr in den neuen Bundesländern, die von den Eltern und Großeltern weitergegeben wird. Das deckten damals Pioniere und FDJ ab, die sich auf die Traditionen der Arbeiterbewegung und deren Jugendarbeit bezogen.

Hinzu kommt, dass die Pfadfinder zum größten Teil katholisch oder evangelisch geprägt sind, was ihren Attraktivitätsgrad in Regionen, deren Bevölkerung zwischen 70 und 80 Prozent aus Atheisten besteht nicht besonders erhöht. Die interkonfessionellen Abteilungen der Pfadfinderverbände sind zwar interkonfessionell, aber nicht religionslos.

Dieser Teil verkappter kirchlicher Jugendarbeit stößt im Osten Deutschlands also nicht auf besonders viel Interesse.

Ich habe einen interessanten Hinweis bekommen, der einen völlig neuen Erklärungsansatz liefert.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Bedarf und damit die Anzahl der Pfadfinder umgekehrt proportional zum Grad der Erschließung des betreffenden Landesteils und der Zivilisierung der indigenen Bevölkerung dort ist. ;-))

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Danke für den Stern!

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Das wird bestimmt mit der deutschen Teilung zusammenhängen. Die Pfadfinderbewegung war eine westliche Organisation und in der DDR sicher nicht geduldet. Dort gab es die FDJ als Jugendorganisation und kaum oder sogar überhaupt nichts anderes. Auch nach der Wiedervereinigung wurde die Pfadfinderbewegung im Osten noch mit Argwohn (weil militärisch organisiert) betrachtet, so dass es auch 26 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht viele Verbände dort gibt.

Danke für die Erläuterung, so ähnlich hatte ich es bereits vermutet. :) Trotzdem schade eigentlich. ;(

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Hier bei uns im Westen ist es irgendwie Brauch gewesen, dass wir mit 5, 6 Jahren das erste mal zu den Pfadfindern geschickt wurden... Viele sind da dann eben geblieben. Allein 2 Freunde der Familie führen eine Pfadfindergruppe...

Wow! Das hätte ich nicht gedacht. Das heißt jeder wurde hingeschickt und dürfte dann entscheiden ob er blieb oder nicht?!

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@LiKu2002

Naja nicht jeder... Wir sind z.B. auf dem Dorf aufgewachsen. Da war das schon eher so als in der Stadt. Wir hatten eben nicht viel zu tun außer raus gehen usw. Da war ja eben noch nix mit PC oder Smartphone...

Da hatte fast jedes Caff ein eigenes Pfadfindertreffen :)

Außerdem hatten Mami und Papi nach einem stressigem Arbeitstag dann auch mal Zeit für sich :D

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Die Stämme in meiner Umgebung sind meist erst ab 7-8 😂

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@LiKu2002

War sehr praktisch - ich wusste mit 7 Jahren bereits wie man mit Stöcken, Zunder und einer schönen aufgerubbelten Hand Feuer macht :D:D

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Und wie das mit der DDR zusammenhängt.

Die DDR hatte praktisch die staatlich organisierten Pfadfinder, und zwar unter dem Namen FdJ.

Kann es damit zusammenhängen, dass dieser Landesteil einfach noch nicht so erschlossen ist?

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