Gibt es eine Umgangspflicht für Väter?

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12 Antworten

Diese Umgangspflicht gibt es zwar schon, aber diese durchsetzen zu wollen, macht halt wenig Sinn. Man kann zum Jugendamt gehen und das kann den Vater anschreiben und ermahnen, seinen Pflichten nachzukommen.

Als Mutter muss ich mir dann halt aber überlegen, ob es mir wirklich was bringt, wenn meine Kinder bei einem Vater sind, bei dem sie nicht willkommen sind, die Freundin genervt und der Vater dadurch überreizt. So sind die Kinder doch noch viel mehr enttäuscht und traurig. 

Im Alltag werden sie es aber dran gewöhnen, es wird normal für sie werden, dass der Vater sich nicht meldet und nicht da ist. 

War bei mir und meinem ersten Sohn auch so, erst hat er ihn alle 4 Wochen übers Wochenende geholt, dann nach 3 Monaten und später nur noch 2 Wochen in den Ferien. Und das ohne zu telefonieren zwischendurch. 

Beim letzten Besuch war er 9 und der Vater meckerte mich am Telefon an, dass er sich so negativ verändert hätte und dass man mit ihm gar nichts anfangen könnte und er nicht viel sagt. Und das wäre alles nur meine Schuld wegen meiner Erziehung. Ja, wenn man ein Jahr lang keinerlei Kontakt zu einem Kind pflegt, ist es nicht wirklich verwunderlich, wenn das Kind sich verändert hat. Und wer nicht präsent ist, kann auch keine Erziehungsfehler machen. 

Mein Sohn wollte danach nie wieder zu ihm und der Vater hat sich auch nie wieder gemeldet. Unterhalt hat er eh nicht bezahlt. Mein Sohn hat bis heute nicht darüber gesprochen, was in den 2 Wochen passiert ist. Aber er will auch als Erwachsener nichts von ihm wissen und keinen Kontakt haben. 

Liebe und Zuneigung läßt sich nicht erzwingen. Sie könnte das mit dem Jugendamt ja mal versuchen, aber viel wird dabei nicht rumkommen. Sie soll froh sein, dass sie Unterhalt bekommt und sie sollte den Kindern halt sagen, dass der Vater derzeit halt nicht so viel Zeit hat (viel Arbeit z.B.), damit die Kinder sich nicht zu schlecht fühlen. 

Man bekommt seine Kinder auch alleine groß. Ich habe das auch geschafft. Der Vater meines 2. Sohnes ist einfach ausgezogen und hat sich nie wieder gemeldet, auch nie einen Cent Unterhalt gezahlt. 

Was soll das bringen?

Ein verpflichteter Umgang macht das Verhältnis seitens des Vaters zu den Kindern nicht besser.
Eher das Gegenteil wird der Fall sein.
Kinder spüren sehr schnell, wenn der Vater sie nur besuchen kommt, weil es seine Pflicht ist und nicht, weil er sie sehen mag.

Ich finde das genauso bekloppt, wie dieses erzwungene gemeinsame Sorgerecht nach der Scheidung.

Wo es mit den notwendigen familiären Dingen auch nach der Trennung klappt, braucht es keine (von Dritten) verordneten Pflichten.
Wo der Haken drin ist, funktioniert es auch nicht mit irgendwelchen Pflichtscheinchen.

Zu Blöd wenn der Gesetztestext so anfängt:

§ 1684
Umgang des Kindes mit den Eltern

(1) Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.

Ich würde sagen, dass ist Einzelfallabhängig, wie immer. Es hat schon Fälle gegeben, da war es gut, dass tatsächlich ein KV zum Umgang gedrängt wurde und woraus sich etwas positives entwickelt hat. Rein nach dem Motto: manche muss man zum Glück zwingen. Da das aber eher selten und mehr Hollywood ist, hilft dir das nicht weiter.

Das Väter sich abwenden, wenn sie eine neue Partnerin haben oder eine neue Familie gründen, ist ja nun leider auch nicht selten. Die Keule ist hier wohl nicht der optimale Weg.

Was wurde denn schon alles versucht, um dem KV zu signalisieren, dass sein Fleisch und Blut leidet? Immerhin war das ja nicht immer so!

Ggf. reicht es ja schon, wenn gerade die Kinder das vermitteln.

Nein, das funktioniert so nicht.

Allerdings können Kinder in dem Alter auch selbst versuchen, mehr Kontakt herrzustellen - auch mit 8 Jahren kann man normalerweise ein Telefon und  auch Papier und Bleistift bedienen und anrufen oder Briefe schreiben.

Die Mutter sollte ihre Jungs dazu ermutigen, statt zu versuchen, den Kontakt zu erzwingen oder zu unterbinden.

Wenn der Vater dann ablehnt, muss er es direkt tun und kann es nicht deiner Freundin in die Schuhe schieben.

Manchmal kann es sinnvoll sein, "Außenstehende" mit einzuschalten - gemeinsame Bekannte, den Kinderarzt, den Fußballtrainer, den Klassenlehrer...

Solange nicht der Eindruck entsteht, dass die Mutter eigene Ziele verfolgt.

Am Ende muss man aber akzeptieren, was man nicht ändern kann.

Es gibt eine Umgangspflicht für Väter, er ist sowieso verpflichtet, sich regelmässig um seine Kinder zu kümmern. Allerdings ist es so, daß es nur schwer möglich ist, eine solche Verpflichtung durchzusetzen. Die Kinder haben auch nichts davon, wenn der Vater nur kommt, weil er dazu gezwungen wird oder unter Androhung einer Geldstrafe o. ä.

Deswegen ist das eines der Dinge, wo man ein Recht zwar hat, aber es keine Handhabe gibt, dieses durchzusetzen.

Wonnepoppen 04.07.2017, 09:01

Sie haben ein Umgangsrecht, keine Pflicht, darum drücken sich auch viele davor.

Es ist nun mal einfacher,Kinder in die Welt zu setzen, statt sich um sie zu kümmern!

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Dahika 04.07.2017, 09:36

Nein. Die Kinder haben das Umgangsrecht, die Väter (theoretisch) die Pflicht.

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thomasbuescher 04.07.2017, 19:34
@Dahika

Theoretisch haben auch die Kinder eine Umgangspflicht, die ist aber genausowenig umsetzbar, wenn das Kind nicht will.

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Kurz und knapp

Ja

Wie begründet sich diese Pflicht? Artikel 6 Grundgesetz begründet sie. Ist auch noch mal im Bürgerlichen Gesetzbuch wiederholt. 

Was ist zu tun?

Die Kinder nehmen Kontakt mit dem Jugendamt auf oder in ihrer Vertretung die Mutter.. Sie schildern die Situation und den Wunsch der Kinder, regelmäßigen Kontakt zum Vater zu haben. 

Wie das Jugendamt dann vorgeht hängt davon ab, welche Möglichkeiten ihm die Gemeinde finanziert. Um es mal schlicht auf den Punkt zu bringen. 

Und wie viel Geld eine Gemeinde für ein Jugendamt übrig hat kann jede wahlberechtigte Person der Gemeinde mit bestimmen. 

Tatsächlich wird das Jugendamt das Familiengericht beraten, wenn das Familiengericht über den Wunsch der Kinder - auf Antrag - entscheidet. 

Deshalb ist es zwar richtig, dass die Kinder den Vater auf regelmäßigen Kontakt vor dem Familiengericht verklagen können. Können sie unabhängig vom Alter. Können sich aber dabei auch vom anderen Elternteil vertreten lassen. 

Denn das Recht auf regelmäßigen Kontakt zu beiden Elternteilen ist nicht vom Alter eines Menschen in diesem Staat abhängig. Zumindest nicht vor Vollendung des 25. Lebensjahres. 

Ich lese dann immer wieder die Frage, was es bringt, einen Elternteil dazu zu zwingen, seinen Pflichten seinen freiwillig gezeugten Kindern nachzukommen. Für mich ist die Antwort ganz einfach:

Es bringt für die verklagte Person zumindest mal die Erfahrung, dass wir hier nicht in einem Staat leben, in welchem es keine Pflichten gibt. Diese Erfahrung schadet schon mal absolut nicht. 

Hier und da reißt so eine Klage auch einen Elternteil aus einem Liebesrausch zurück ins reale Leben. Das schadet auch absolut nicht. 

Und manchem Dämchen schadet es absolut nicht zu erleben, dass Väter tatsächlich Pflichten haben. 

Ok. Dann mag von mir aus nötig sein, dass das Jugendamt sich ständig drum kümmern muss, dass dieser Verantwortungsverweigerer seinen Pflichten nachkommt. Tatsächlich zahle ich dafür gerne Steuern. Absolut nicht gerne zahle ich Steuern für einen Gipfel, bei dem eh Null-Komma-Nichts heraus kommt außer dummes Geschwätz. 

Und doch: 

Es gibt durchaus Urteile, welche einen Elternteil dazu verpflichten, seinen Pflichten den Kindern gegenüber nachzukommen. Hier und da gibt es dann auch festgesetzte Strafzahlungen, wird dieser Pflicht nicht nachgegangen. Kommt halt immer drauf an, wie ernst so ein Familiengericht unser Grundgesetz nimmt. 

Und nein:

In dem hier genannten Alter haben Kinder noch keine Pflichten ihren Eltern gegenüber. Nicht nach geltendem Recht. 

Hat deine Freundin das alleinige Sorgerecht? Ich vermute ja.
Im Grunde ist seine einzige Pflicht die Zahlung des Unterhalts. Der Umgang ist nur ein Recht, keine Pflicht!

Lea269 04.07.2017, 08:54

Nein,es besteht noch immer GsR... 

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Lord2k14 04.07.2017, 08:56

Dann besteht auch eine grundsätzliche Pflicht zum Umgang, aber wer will das durchsetzen? Wenn er nicht will, werden auch die Kids keinen Spaß haben.

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die Kinder sind immer die Leidtragenden!

was meinst du, wie vielen es so geht?

Leider kann man die Väter nicht dazu zwingen, sie haben nicht mal Gewisensbisse deswegen, weiß ich aus eigener Erfahrung.

wenn er freiwillig nicht will kann man nichts machen , man muss es leider so hinnehmen ...

Ich fürchte, dass es da keine Chance gibt, ausser ihm ins gewissen zu reden und feste Grundvereinbarungen zu treffen

Wenn man ihn zum Umgang mit den Kindern zwingen würde, hätten die Kinder höchstwahrscheinlich wenig bis keinen Spaß.

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