Gibt es eine Pflicht zur Strafanzeige?

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10 Antworten

§ 138 StGB.

Manche Straftaten müssen angezeigt werden, wenn man Kenntnisse davon hat.

Ein Staatsanwalt würde wohl kaum ein Verfahren einleiten, wenn es dafür keine rechtliche Grundlage gäbe.

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Ja, diese Pflicht ist im § 138 Strafgesetzbuch (StGB) "Nichtanzeige geplanter Straftaten" geregelt.

Um welche Straftaten es sich handelt und welche Voraussetzungen vorliegen müssen, kannst du hier nachlesen:

https://dejure.org/gesetze/StGB/138.html

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Ja, die Pflicht gibt es. §138 StGB "Nichtanzeige geplanter Straftaten". Die Strafamdrohung beträgt hierfür zwischen Geldstrafe und 5 Jahren Gefängnis.

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Wenn dein Freund sagt :  heute mache ich einen Amok lauf. oder ich habe eine Waffe gekauft. dann musst du ihn gewisser maßen anzeigen. Sonst kann man dir als wissender was anhängen. Den du hättest es verhindern können. wenn er sich anlügt und keine Waffe hat. ist das nicht dein Problem. Natürlich solltest du nicht jedem Spaßvogel glauben. sondern nur wenn du einen speziellen verdacht hast.

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Guten Abend,

ihre Antwort finden Sie im §138 STPO


Strafgesetzbuch (StGB)
§ 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten



1) Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung

1.einer Vorbereitung eines Angriffskrieges (§ 80),2.eines Hochverrats in den Fällen der §§ 81 bis 83 Abs. 1,3.eines Landesverrats oder einer Gefährdung der äußeren Sicherheit in den Fällen der §§94 bis 96, 97a oder 100,4.einer Geld- oder Wertpapierfälschung in den Fällen der §§ 146, 151, 152 oder einer Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken für Euroschecks in den Fällen des § 152b Abs. 1 bis 3,5.eines Mordes (§ 211) oder Totschlags (§ 212) oder eines Völkermordes (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Kriegsverbrechens (§§ 8, 9, 10, 11 oder 12 des Völkerstrafgesetzbuches),6.einer Straftat gegen die persönliche Freiheit in den Fällen des § 232 Abs. 3, 4 oder Abs. 5, des § 233 Abs. 3, jeweils soweit es sich um Verbrechen handelt, der §§ 234,234a, 239a oder 239b,7.eines Raubes oder einer räuberischen Erpressung (§§ 249 bis 251 oder 255) oder8.einer gemeingefährlichen Straftat in den Fällen der §§ 306 bis 306c oder 307 Abs. 1 bis 3, des § 308 Abs. 1 bis 4, des § 309 Abs. 1 bis 5, der §§ 310, 313, 314 oder 315 Abs. 3, des § 315b Abs. 3 oder der §§ 316a oder 316c

https://dejure.org/gesetze/StGB/138.html

KaterKarlo2016

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Strafgesetzbuch (StGB)
§ 138 Nichtanzeige geplanter Straftaten

(1) Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung

1. einer Vorbereitung eines Angriffskrieges (§ 80),
2. eines Hochverrats in den Fällen der §§ 81 bis 83 Abs. 1,
3. eines Landesverrats oder einer Gefährdung der äußeren Sicherheit in den Fällen der §§ 94 bis 96, 97a oder 100,
4. einer Geld- oder Wertpapierfälschung in den Fällen der §§ 146, 151, 152 oder einer Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Vordrucken für Euroschecks in den Fällen des § 152b Abs. 1 bis 3,
5. eines Mordes (§ 211) oder Totschlags (§ 212) oder eines Völkermordes (§ 6 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit (§ 7 des Völkerstrafgesetzbuches) oder eines Kriegsverbrechens (§§ 8, 9, 10, 11 oder 12 des Völkerstrafgesetzbuches),
6. einer Straftat gegen die persönliche Freiheit in den Fällen des § 232 Abs. 3, 4 oder Abs. 5, des § 233 Abs. 3, jeweils soweit es sich um Verbrechen
handelt, der §§ 234, 234a, 239a oder 239b,
7. eines Raubes oder einer räuberischen Erpressung (§§ 249 bis 251 oder 255) oder
8. einer gemeingefährlichen Straftat in den Fällen der §§ 306 bis 306c oder 307  Abs. 1 bis 3, des § 308 Abs. 1 bis 4, des § 309 Abs. 1 bis 5, der §§
310, 313, 314 oder 315 Abs. 3, des § 315b Abs. 3 oder der §§ 316a oder
316c
zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterläßt, der Behörde oder dem Bedrohten rechtzeitig Anzeige zu machen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterläßt ....

also wer den Täter kennt,m weiß dass er Vorbereitungshandlungen trifft (Waffe beschaffen etc.) muss tätig werden,  ansonsten mach ter sich selbst strafbar

es handelt sich also um ein echtes Unterlassungsdelikt, dass ein Handlungsgebot vorgibt ...
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Ja natürlich gibt es diese Pflicht: Es gibt 1. die Pflicht zur Hilfeleistung, wenn Du merkst, dass es jemand dringend braucht, diese Straftat heisst im STGB: Unterlassene Hilfeleistung und 2. gibt es dort auch die sog. "Strafvereitelung", wenn jemand eine Straftat versteckt, bzw. hilft, dass sie nicht öffentlich wird bzw. verfolgt wird. Das Ganze gibt es auch noch zusätzlich für Beamte, weil es dann besonders schlimm wird... und vermutlich gibt es noch mehr §§§... ich denke es ist mindestens diese "Strafvereitelung", die damit verfolgt wird

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Kommentar von Artus01
29.07.2016, 14:32

In der darüberliegenden Antwort schreibst Du:

Ich hab mal Jura studiert und wollte Richterin werden, in solchen Fällen würde ich bewusst grundsätzlich sehr streng urteilen!!!

Wie gut daß Du diesen Plan aufgegeben hast. Die gesamte Antwort ist Mist.

Es gibt hier nur die Strafbarkeit nach § 183 StGB und sonst nichts.

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Nein, man muss Niemand nachspionieren, aber wenn man von einer solchen Straftat erfährt und diese verhindern kann, muss man das melden. Zumindest, wenn der Täter kein naher Verwandter ist.

Wenn ich hiermit falsch liege, dann bitte Richtigstellen, Danke.

LG.

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Kommentar von oelbart
29.07.2016, 14:48

Ich seh in dem von FrodoBeutlin zitierten Text nichts, was irgendwie auf ein Verwandschaftsverhältnis hindeutet. Ich vermute mal, das hängt damit zusammen, dass Anzeigen erstmal keine Zeugenaussagen sind (oder?) und es deshalb bei Anzeigen auch kein Zeugnisverweigerungsrecht gibt.

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