Gibt es eine Partei die, die Kapitalisten entrechten möchte?

15 Antworten

Deine Frage geht leider von ein paar grundlegend falschen Annahmen aus. 

Zum Einen haben die wirklich reichen Leute ihr Geld ja nicht einfach unter dem Kopfkissen liegen. Mit diesem Geld werden Investitionen getätigt. Das schafft Arbeitsplätze und kommt somit vielen Leuten zugute. 

Weiter ist es ganz einfach so, dass du einem Milliardär nach deutschem Recht nicht einfach mal die Hälfte seines Vermögens wegnehmen kannst. Auch Milliardäre haben Rechte. 

Du darfst dir weiter sicher sein, dass ein Milliardär, bevor er die Hälfte seines Vermögens abgibt, dieses in Sicherheit, also ins Ausland bringt und eben nicht mehr in Deutschland investiert. Dann hat Deutschland von diesem Kapital gar nichts mehr.

Ob jemand so viel arbeiten kann, dass er viele Millionen im Jahr verdient, ist Ansichtssache. Grundsätzlich ist der Sinn eines Unternehmens mal, Profit zu erwirtschaften. Wenn nun ein Konzern, der bisher gerade mal so die schwarze Null geschafft hat, unter einem neuen Chef 5 Milliarden Gewinn im Jahr ausweisen kann, wie viel wären dann seine Dienste wert? Wie viel müsste man diesem dann bieten, damit er nicht zur Konkurrenz abwandert und der Erfolg des Unternehmens damit wieder gefährdet wird?

Natürlich kann man so viel arbeiten. Bill Gates hat mit seiner Idee die Welt revolutioniert. Damit hat er jeden einzelnen Cent den er besitzt auch verdient. So, wie der Staat mit Steuergeldern umgeht, soll er erstmal lernen nachhaltig zu wirtschaften (BER, Elbphillharmonie, etc.) und wenn es dann immer noch nicht reicht, können wir über Enteignung sprechen. Außerdem nutzt es nichts, wenn man den Leuten einfach mehr Geld gibt. Sie müssen auch Jobs haben mit denen sie Geld verdienen können. Leistungsloses Grundeinkommen ist hier nicht. Also, es muss schon jeder seinen Beitrag leisten. 

Ich wäre eher dafür, dass man stinkreiche Erben dazu zwingt, ein Teil ihres Vermögens per Direktinvestition in neue Start-Up Unternehmen zu investieren um Jobs zu schaffen. 

Aber dem Staat würde ich nicht mal mehr 5 Euro anvertrauen, so wie er mit dem Geld umgeht. 

Naja Bill Gates hat ja auch nur so viel Geld, weil Microsoft auch Arbeiter_innen in Asien ausbeutet. Deswegen hat er wahrscheinlich viel Geld auch verdient, aber bei weitem nicht jeden Cent.

Ein bedingungslosen Grundeinkommen halte ich persönlich schon für eine gute Idee, da in einer Marktwirtschaft es sehr sehr unwahrscheinlich ist, dass jeder einen Job haben wird. Die Volkswirtschaftslehre spricht nicht ohne Grund bei 2% Arbeitslosigkeit von Vollbeschäftigung.

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@MrHilfestellung

Das heißt nicht, dass jeder Mensch in dieser Volkswirtschaft ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommen sollte. Ich bin dafür im Sinne der Chancengleichheit Existenzminimum und Gesundheitsversorgung bedingungslos zu sichern, alles darüber hinaus sollte man sich erarbeiten, weil es sonst schlicht unfair ist.

Außerdem reicht es auch nicht wenn jeder mit einem bedingungslosen Grundeinkommen "macht was ihm Spaß macht und ihn interessiert" denn es gibt Aufgaben in der Gesellschaft die nun mal übernommen werden müssen, ob es einem passt oder nicht. Es muss in einer Bank geputzt werden und der Müll muss auch abgeholt werden und ich bezweifle sehr stark, dass noch allzu beliebte Jobs wären, wenn jeder ein gutes Einkommen auch ohne Job bekommen würde. 

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@MaxNoir

Glaubst du eine Versorgung am Existenzminimun garantiert einem nigerianischen Mädchen die gleichen Chancen wie einem deutschen Jungen?

Es geht auch beim bedingungslosen Grundeinkommen nicht darum, dass jede_r sich vorm Flachbildfernseher zuhause zurücklehnen kann. Es geht darum jedem Bildung, Wohnung und andere lebenswichtige Dinge zur Verfügung zu stellen, dafür braucht man aber mehr als nur das Existenzminimum.

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@MrHilfestellung

Das sehe ich nicht so. Mein bester Freund ist in einer Familie mit alleinerziehender, arbeitsloser Mutter groß geworden. Jedes Kind hat ein Lebenlang von ihr 50 Euro Taschengeld pro Monat bekommen und jedes dieser Kinder hat anschließend studiert. Er macht gerade seinen Master in BWL, seine größere Schwester beginnt jetzt die Promotion. 

Und die Benachteiligung die ein nigerianisches Mädchen durch ihre nigerianische Herkunft erfährt, kann auch durch mehr Geld nicht ausgeglichen werden, sondern durch eine herkunfst- und geschlechtsblinde Gesellschaft. Stichwort: Namenlose und Fotolose Bewerbungen an Universitäten und Unternehmen usw. 

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@MrHilfestellung

Übrigens, wenn du Bock hast, das weiter auszudiskutieren, wäre ich ich nicht abgeneigt unsere Skypeadressen zu tauschen, oder so. Dann können wir gerne direkt und unverstellt über Politik diskutieren. Ich suche schon eine Weile jemanden der mit mir diskutiert. 

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@MaxNoir

Bei deinem besten Freund sind wir immer noch in der priviligierten westlichen Welt (gehe ich mal von aus). Nicht in der dritten Welt, die die Chance im Westen BWL zu studieren niemals haben wird.

Natürlich aber Sexismus ist auch nur eine Form der Unterdrückung, die durch ungleiche Verhältnisse, auch wirtschaftliche ausgelöst wird. Wer Sexismus und Rassismus komplett abschaffen will, muss auch zumindest Kritik am Kapitalismus üben.

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Im Nachhinein ist jede Aktion, egal von wem, so verbesserungswürdig, dass man sie hätte lieber sein lassen.

Der Staat - sind auch nur Menschen!

Der Unterschied ist nur , an welcher Stelle der Fehler gemacht wird - fehlerlos gibt es nicht!!!

Verschreibst Du Dich im Diktat - Fehler - einfach ausbügelbar
Hast etwas falsch eingekauft - Fehler - finanzieller Nachteil

Hast Du als Kraftfahrer beim Abbiegen einen Radfahrer überfahren - Fehler - ........

Hat der Chef der Firma einen Großauftrag, ohne Absicherung, angenommen und zahlt der Kunde nicht - Fehler - Pleite


usw. usw.

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@AlterLeipziger

Es tut mir leid, aber man kann bestimmte Dinge nicht mehr mit "Ups, Fehler!" rechtfertigen. Mir ist klar, dass Fehler überall passieren können aber in diesem Land werden Milliarden und Abermilliarden für Bauprojekte rausgeschmissen, von denen sogar schon gesagt wird, dass man sie lieber komplett einstampfen sollte. 

Außerdem sind es nicht nur Fehler, sondern auch faktische Fehlbildungen in der Politik. Beispielsweise würden wir viel Geld sparen, wenn wir mal diesen ganzen, verdammten Bürokratieapperat abbauen würden. Wenn es für einen Arbeitslosen schon zum Lebensinhalt gehört, sich durch die Bürokratie der ARGE zu kämpfen läuft schlicht etwas falsch. Problematisch ist nur, dass das auch Jobs kosten würde, die dann wiederum in der Wirtschaft Platz finden müssten, was nicht möglich ist, weil unsere Wirtschaft dünnen Beinchen steht. Investitionsstau usw. 

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@MaxNoir

Tja, damit beschreibst Du ja selbst die Probleme zur Entscheidungsfindung.

Wenn es für einen Arbeitslosen schon zum Lebensinhalt gehört, sich durch
die Bürokratie der ARGE zu kämpfen läuft schlicht etwas falsch

Da hat er wenigstens eine Aufgabe!

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@AlterLeipziger

Ja, es wäre nur schön wenn sie die Zeit sinnvoll mit der Jobsuche und Weiterbildung verbringen würden. 

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Die Linken gehen auf jeden Fall in die Richtung. Wie heftig genau die dafür eintreten müsstest du mal in deren Wahlprogramm nachsehen, aber auf jeden Fall sind die in einem höherem Maße für soziale Gerechtigkeit als andere Parteien.

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