Gibt es eine Partei die, die Kapitalisten entrechten möchte?

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11 Antworten

Alles links von der Linkspartei bzw. der linke Flügel der Linkspartei trifft deinen Geschmack also DKP, MLPD, PSG und was es da noch so gibt. 

Ich würde dir aber empfehlen einfach Linke zu wählen, da wird zumindest teilweise umverteilt und es ist besser als der stalinistische Müll der da sonst noch zur Wahl antritt.

Du kannst natürlich auch Autonomer werden und versuchen eine Revolution in Deutschland zu veranstalten, musste selber wissen wie realistisch das ist, ich geh gerne auf linksradikale Demos mir ist aber bewusst, dass die Ungleichheit von Vermögen nicht dadurch abgeschafft wird, dass 20.000 Leute durch Berlin-Kreuzberg ziehen.

Ich möchte auch noch ein Zitat hinzufügen: "Auch der Yuppie hat Kapitalismus nicht erfunden".

Es ist nicht die Schuld der Milliardäre, dass sie so reich ist. Sie nutzen das System, das die Politik erlaubt und unterstützt nur richtig aus. Ich denke das würde ein Großteil der Menschheit auch machen, wenn er könnte. 

Deswegen kann eine Enteignung auf keinen Fall der erste Schritt zu einer klassenlosen Gesellschaft sein. Erst muss das System umstrukturiert werden.

JohnAbruzzi96 30.04.2016, 00:01

Ich habe so viele revolutionistische Ziele, aber soetwas durchzusetzen ist sehr schwer.

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MrHilfestellung 30.04.2016, 00:04
@JohnAbruzzi96

Und das ist auch gut so, ich finde aber der beste Weg ist Realpolitik zu machen, aber trotzdem seine Ideale nicht aus den Augen zu verlieren, im Gegensatz zu manch anderen Parteien. (Grüne *hust* *hust*)

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dermitdemball 30.04.2016, 00:45
@JohnAbruzzi96

So was gab es ja schon - Die russische Revolution! - Und danach den Kommunismus! (Volksrepubliken) Privateigentum gibt es nicht! - Alles gehört dem Volk!

Man muss sich das so ähnlich wie eine Pendelbewegung vorstellen! 

Wenn die Ungleichheit ein unerträgliches Höchstmaß erreicht hat, kommt es zu einer Revolution und meist auch zum Krieg! 

Die wenigen Superreichen werden "beseitigt" und es folgt ein System - "Kommunismus-like" mit einer gerechteren Vermögensverteilung!

Mit der Zeit dreht das ganze wieder in eine Art Kapitalismus und das ganze beginnt von vorne!

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MrHilfestellung 30.04.2016, 00:49
@dermitdemball

Spätestens ab dem Tod Lenins hat die Sowjetunion nichts mehr mit dem Kommunismus nach Marx zu tun. 

Ich bin nicht der Meinung, dass Kommunismus zwangsläufig wieder zum Kapitalismus führt. Erstens weil der Kommunismus noch nie erreicht wurde und zweitens weil die Staaten, die sich zumindest als sozialistisch bezeichnet haben, immer in einer kapitalistischen Welt konkurrieren mussten und der Mensch natürlich gerne das Leid, dass der Kapitalismus verursacht ausblendet und nur auf die schönen Bananen und Jeans guckt.

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dermitdemball 30.04.2016, 01:21
@MrHilfestellung


Nach der letzten Finanzkrise mussten die Bankmanager in der USA, die für das Fiasko verantwortlich waren mit Milliardensummen abgefertigt werden!

Die Bevölkerung wollte das nicht hinnehmen, aber der Finanzminister gab zu bedenken, die Verträge sind wasserdicht und wenn man die gigantischen Abfertigungen nicht bezahlt, können sie erfolgreich eingeklagt werden und dann wird das für die Steuerzahler noch viel teurer!

Damals war die Lage schon sehr heikel! Viele Menschen belagerten schon die Liegenschaften der reichen Bankmanager!

Irgendwann ist das Maß voll und dann hilft den Reichen, kein Sicherheitsdienst und keine noch so sichere Liegenschaft!

Das ist dann so ähnlich wie ein Staudammbruch, - nichts und niemand kann das "Wasser" dann mehr auf halten!

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MrHilfestellung 30.04.2016, 10:03
@dermitdemball

Soll ich jetzt aus der Antwort schließen, dass du der Meinung bist die USA wird bald kommunistisch werden. Ich kann dir mir sehr großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass dem nicht der Fall sein wird.

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AlterLeipziger 30.04.2016, 00:12

Und Du meinst nicht, dass der der - wie auch immer - zu Geld gekommen ist - diese auch dafür einsetzt, dass das System so bleibt?

Es reichen einige Söldner, um das Volk in Schach zu halten.

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MrHilfestellung 30.04.2016, 00:13
@AlterLeipziger

Doch klar, aber ich würde nicht den Unmut, den man als Antikapitalist hat hauptsächlich auf die Reichen projezieren.

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Deine Frage geht leider von ein paar grundlegend falschen Annahmen aus. 

Zum Einen haben die wirklich reichen Leute ihr Geld ja nicht einfach unter dem Kopfkissen liegen. Mit diesem Geld werden Investitionen getätigt. Das schafft Arbeitsplätze und kommt somit vielen Leuten zugute. 

Weiter ist es ganz einfach so, dass du einem Milliardär nach deutschem Recht nicht einfach mal die Hälfte seines Vermögens wegnehmen kannst. Auch Milliardäre haben Rechte. 

Du darfst dir weiter sicher sein, dass ein Milliardär, bevor er die Hälfte seines Vermögens abgibt, dieses in Sicherheit, also ins Ausland bringt und eben nicht mehr in Deutschland investiert. Dann hat Deutschland von diesem Kapital gar nichts mehr.

Ob jemand so viel arbeiten kann, dass er viele Millionen im Jahr verdient, ist Ansichtssache. Grundsätzlich ist der Sinn eines Unternehmens mal, Profit zu erwirtschaften. Wenn nun ein Konzern, der bisher gerade mal so die schwarze Null geschafft hat, unter einem neuen Chef 5 Milliarden Gewinn im Jahr ausweisen kann, wie viel wären dann seine Dienste wert? Wie viel müsste man diesem dann bieten, damit er nicht zur Konkurrenz abwandert und der Erfolg des Unternehmens damit wieder gefährdet wird?

Die Linken gehen auf jeden Fall in die Richtung. Wie heftig genau die dafür eintreten müsstest du mal in deren Wahlprogramm nachsehen, aber auf jeden Fall sind die in einem höherem Maße für soziale Gerechtigkeit als andere Parteien.

Natürlich kann man so viel arbeiten. Bill Gates hat mit seiner Idee die Welt revolutioniert. Damit hat er jeden einzelnen Cent den er besitzt auch verdient. So, wie der Staat mit Steuergeldern umgeht, soll er erstmal lernen nachhaltig zu wirtschaften (BER, Elbphillharmonie, etc.) und wenn es dann immer noch nicht reicht, können wir über Enteignung sprechen. Außerdem nutzt es nichts, wenn man den Leuten einfach mehr Geld gibt. Sie müssen auch Jobs haben mit denen sie Geld verdienen können. Leistungsloses Grundeinkommen ist hier nicht. Also, es muss schon jeder seinen Beitrag leisten. 

Ich wäre eher dafür, dass man stinkreiche Erben dazu zwingt, ein Teil ihres Vermögens per Direktinvestition in neue Start-Up Unternehmen zu investieren um Jobs zu schaffen. 

Aber dem Staat würde ich nicht mal mehr 5 Euro anvertrauen, so wie er mit dem Geld umgeht. 

MrHilfestellung 30.04.2016, 00:16

Naja Bill Gates hat ja auch nur so viel Geld, weil Microsoft auch Arbeiter_innen in Asien ausbeutet. Deswegen hat er wahrscheinlich viel Geld auch verdient, aber bei weitem nicht jeden Cent.

Ein bedingungslosen Grundeinkommen halte ich persönlich schon für eine gute Idee, da in einer Marktwirtschaft es sehr sehr unwahrscheinlich ist, dass jeder einen Job haben wird. Die Volkswirtschaftslehre spricht nicht ohne Grund bei 2% Arbeitslosigkeit von Vollbeschäftigung.

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MaxNoir 30.04.2016, 00:22
@MrHilfestellung

Das heißt nicht, dass jeder Mensch in dieser Volkswirtschaft ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommen sollte. Ich bin dafür im Sinne der Chancengleichheit Existenzminimum und Gesundheitsversorgung bedingungslos zu sichern, alles darüber hinaus sollte man sich erarbeiten, weil es sonst schlicht unfair ist.

Außerdem reicht es auch nicht wenn jeder mit einem bedingungslosen Grundeinkommen "macht was ihm Spaß macht und ihn interessiert" denn es gibt Aufgaben in der Gesellschaft die nun mal übernommen werden müssen, ob es einem passt oder nicht. Es muss in einer Bank geputzt werden und der Müll muss auch abgeholt werden und ich bezweifle sehr stark, dass noch allzu beliebte Jobs wären, wenn jeder ein gutes Einkommen auch ohne Job bekommen würde. 

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MrHilfestellung 30.04.2016, 00:27
@MaxNoir

Glaubst du eine Versorgung am Existenzminimun garantiert einem nigerianischen Mädchen die gleichen Chancen wie einem deutschen Jungen?

Es geht auch beim bedingungslosen Grundeinkommen nicht darum, dass jede_r sich vorm Flachbildfernseher zuhause zurücklehnen kann. Es geht darum jedem Bildung, Wohnung und andere lebenswichtige Dinge zur Verfügung zu stellen, dafür braucht man aber mehr als nur das Existenzminimum.

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MaxNoir 30.04.2016, 00:30
@MrHilfestellung

Das sehe ich nicht so. Mein bester Freund ist in einer Familie mit alleinerziehender, arbeitsloser Mutter groß geworden. Jedes Kind hat ein Lebenlang von ihr 50 Euro Taschengeld pro Monat bekommen und jedes dieser Kinder hat anschließend studiert. Er macht gerade seinen Master in BWL, seine größere Schwester beginnt jetzt die Promotion. 

Und die Benachteiligung die ein nigerianisches Mädchen durch ihre nigerianische Herkunft erfährt, kann auch durch mehr Geld nicht ausgeglichen werden, sondern durch eine herkunfst- und geschlechtsblinde Gesellschaft. Stichwort: Namenlose und Fotolose Bewerbungen an Universitäten und Unternehmen usw. 

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MaxNoir 30.04.2016, 00:35
@MrHilfestellung

Übrigens, wenn du Bock hast, das weiter auszudiskutieren, wäre ich ich nicht abgeneigt unsere Skypeadressen zu tauschen, oder so. Dann können wir gerne direkt und unverstellt über Politik diskutieren. Ich suche schon eine Weile jemanden der mit mir diskutiert. 

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MrHilfestellung 30.04.2016, 00:38
@MaxNoir

Bei deinem besten Freund sind wir immer noch in der priviligierten westlichen Welt (gehe ich mal von aus). Nicht in der dritten Welt, die die Chance im Westen BWL zu studieren niemals haben wird.

Natürlich aber Sexismus ist auch nur eine Form der Unterdrückung, die durch ungleiche Verhältnisse, auch wirtschaftliche ausgelöst wird. Wer Sexismus und Rassismus komplett abschaffen will, muss auch zumindest Kritik am Kapitalismus üben.

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AlterLeipziger 30.04.2016, 00:23

Im Nachhinein ist jede Aktion, egal von wem, so verbesserungswürdig, dass man sie hätte lieber sein lassen.

Der Staat - sind auch nur Menschen!

Der Unterschied ist nur , an welcher Stelle der Fehler gemacht wird - fehlerlos gibt es nicht!!!

Verschreibst Du Dich im Diktat - Fehler - einfach ausbügelbar
Hast etwas falsch eingekauft - Fehler - finanzieller Nachteil

Hast Du als Kraftfahrer beim Abbiegen einen Radfahrer überfahren - Fehler - ........

Hat der Chef der Firma einen Großauftrag, ohne Absicherung, angenommen und zahlt der Kunde nicht - Fehler - Pleite


usw. usw.

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MaxNoir 30.04.2016, 00:27
@AlterLeipziger

Es tut mir leid, aber man kann bestimmte Dinge nicht mehr mit "Ups, Fehler!" rechtfertigen. Mir ist klar, dass Fehler überall passieren können aber in diesem Land werden Milliarden und Abermilliarden für Bauprojekte rausgeschmissen, von denen sogar schon gesagt wird, dass man sie lieber komplett einstampfen sollte. 

Außerdem sind es nicht nur Fehler, sondern auch faktische Fehlbildungen in der Politik. Beispielsweise würden wir viel Geld sparen, wenn wir mal diesen ganzen, verdammten Bürokratieapperat abbauen würden. Wenn es für einen Arbeitslosen schon zum Lebensinhalt gehört, sich durch die Bürokratie der ARGE zu kämpfen läuft schlicht etwas falsch. Problematisch ist nur, dass das auch Jobs kosten würde, die dann wiederum in der Wirtschaft Platz finden müssten, was nicht möglich ist, weil unsere Wirtschaft dünnen Beinchen steht. Investitionsstau usw. 

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AlterLeipziger 30.04.2016, 01:07
@MaxNoir

Tja, damit beschreibst Du ja selbst die Probleme zur Entscheidungsfindung.

Wenn es für einen Arbeitslosen schon zum Lebensinhalt gehört, sich durch
die Bürokratie der ARGE zu kämpfen läuft schlicht etwas falsch

Da hat er wenigstens eine Aufgabe!

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MaxNoir 30.04.2016, 01:12
@AlterLeipziger

Ja, es wäre nur schön wenn sie die Zeit sinnvoll mit der Jobsuche und Weiterbildung verbringen würden. 

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Die Frage ist schon falsch gestellt, denn keine Partei will entrechten, sondern die eine als auch andere will mehr besteuern, oder aber enteignen. Eine Enteignung ist keine Entrechtung der Enteigneten. die Enteigneten sind nach einer Enteignung ja nicht rechtlos.

Wer will eine andere Art von Besteuerung? Nun z.B. die Linke, sowie all die anderen kleinen linken Splittergruppen.

Es gibt Antworten. Die Menschen denken seit Jahrtausenden darüber nach. Eine Antwort stammt vom reichsten, mächtigsten Herrscher aller Zeiten: Sardanapal. "Iss und trink und liebe. Alles andere ist nur der Windhauch des Flügelschlags einer Fliege." Die philosophischen Diskussionen hierüber finden sich noch (1000 Jahre später aufgeschrieben) in der Bibel bei dem sog. Kohelet oder Prediger Salomos oder Ecclesiastes je machdem. Da steht u.a. "Lieber eine Hand voll und Ruhe, als zwei Hände voll und Arbeit."

Das Wichtigste ist: Was kommt danach?


Derartiges (Enteignung) gab es im Kommunismus, und der ist weltweit gescheitert.

Ansonsten tun das aber alle Parteien. Das Instrument dazu nennt sich Steuer.

Menschen zu entrechten ist mit einer Demokratie unvereinbar. 

Deine Forderung wurde von den Kommunisten erhoben. Die sind aber gescheitert. Es zeigte sich, dass man den Kapitalisten ihr Vermögen nur mit Gewalt abnehmen kann. Da sie sich weigerten, sich enteignen zu lassen, sperrten die Kommunisten (Lenin, Stalin, Mao etc.) sie ein und töteten auch viele. So funktioniert das also nicht. Sei zufrieden, wenn in einer sozialen Marktwirtschaft die Kapitalisten hohe Steuern bezahlen, das reicht.

Die Kapitalisten bzw. das Geld steuert die Politiker, jedenfalls die meißten.

Daher ist deine Frage ziemlich naiv. Was glaubst du wer die  Wahlen finanziert?  Etwa die Heilsarmmee.

Schon mal was von Lobbyismus gehört? Die haben einen eigenen Eingang in Berlin. und das noch ohne Personenkontrolle.

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