Gibt es eine Möglichkeit vom selbständigen Unternehmer zum Kleinunternehmer zu wechseln ohne unbedingt die 5 Jahre einzuhalten zu müssen?

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4 Antworten

Wenn Du ausdrücklich optiert hast, bist Du gebunden. Wenn Du am Anfang durch überschreiten der Grenze zum Regelbesteuerer wurdest, dann wechselst Du automatisch zurück.

Es lohnt sich ja auch nur, wenn Du überwiegend Privatkunden hast, sonst ist es egal.

Und wenn überwiegend Privatkunden, warum dann am Anfang optieren?

Ich hatte Anfangs einen Existensgründerkurs gemacht und wurde ca 1 jahr gelegendlich betreut. Die Dame dort hat diese Sachen alle für mich beim Finanzamt erledigt. Von Anfang an war ich selbständig und regelbesteuert. Nun bin ich im 3. Jahr und wie gesagt immer unter 17000 . Ich würde gerne zum Kleinunternehmer wechseln-da sich die Kaufkraft in meiner kleinen Stadt nicht so schnell ändern wird. Mein Geschäft würde ich aber gern behalten und nicht so schnell aufgeben.

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@Suilein

Vielen Dank für den Kommentar, aber leider kann ich daraus das Entscheidende nciht entnehmen.

1. OK Du hast ein Geschäft.

2. Die Dame hat für Dich alles erledigt.

3. Hast Du von dem, was sie dem Finanzamnt eingereicht hat (FRagebogen zur steuerlichen Erfassung) eine Kopie. Es ist nämlich wichtig, ob dort angekreuzt ist, dass Du auf Regelbesteuerung optierst, oder ob es sich einfach durch die Schätzung der Umsätze für das 1. Jahr so ergeben hat.

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@wfwbinder

Da werde ich mal gleich heute Abend meine Papiere sehen . Ich hatte im März 13 angefangen und für 2013 und 2014 musste ich Vorsteuer Zahlen. 2015 brauchte ich noch nichts voraus zahlen.

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Also wenn Du Einzelkaufmann bist, keine Handelsregistereintragung hast und auch keine Fristen auf Grund von irgendwelchen Existenzgründungs-Fördermitteln mehr einhalten musst, dann wäre möglicherweise die einfachste, billigste und schnellste Lösung, auf das Gewerbeamt zu gehen, Dein altes Gewerbe abzumelden und ein neues anzumelden, als Kleinunternehmer.
Besprich das aber vorher mit Deinem Steuerberater.

Vielen Dank. Das werde ich am Montag gleich mal mei meiner Steuerberaterin ansprechen !

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äh, die Umsatzsteuereigenschaft hängt an der Person, nicht am Betrieb ....

somit bringt eine Ab und gleichzeitige Anmeldung gar nix!

Außerdem:

Bei Abmeldung müßen Anlagegüter ins Privatvermögen überführt werden, dies kostet Umsatzsteuer. Ebenso ist eine Aufgabebilanz zu erstellen ...

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Deshalb den Steuerberater fragen, um Umfang und Aufwand abzuschätzen. Da gibt es viele Wenn und Aber.
Ich bin Unternehmensberater und weiß hier genau wovon ich rede.
Die Umsatzsteuer-Optierung hängt nicht von der "Person" ab, das ist schlichtweg falsch. Maßgabe ist die "juristische Person". Der Kollege kann also gut sein Gewerbe als Einzelkaufmann abmelden und ein neues zum Beispiel in Form einer Kapitalgesellschaft wieder anmelden, etwa günstig in Form einer Limited oder UG. Dies geht, wenn man das richtig macht, auch im Kleinunternehmerstatus.
- Also Nochmal: Steuerberater fragen, mit ein wenig organisatorischem Aufwand und Hintergrund ist das schon verbunden, aber machbar.

Ob es dabei in der Konstellation überhaupt notwendig erscheint, ist eine andere Frage, und liegt allein im Ermessen des Fragenden. Er wollte eine bestimmte Antwort und einen Lösungsansatz auf seine Frage und nicht wissen was alles nicht geht..!

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@unispawn2010

also kann er die Firma abmelden und am gleichen Tag wieder anmelden, die neue Firma ist dann "Kleinunternehmen"?

Träum weiter!

natürlich hängt die Umsatzsteuer an der Person, auch an der juristischen Person. Ich bin Steuerberater ...

nachdem der Fragesteller weiter untern "jammert" dass seine Kunden die Geschäftsmiete, Versicherungen usw. nicht bezahlen soll er eine Kapitalgesellschaft gründen?

Dir ist schon klar, dass eine Kapitalgesellschaft Buchführungspflichtig ist. Also wesentlich mehr Verwaltungsaufwand. Bilanzen müssen im Bundesanzeiger veröffentlicht werden ...

und wie gesagt, die Abmeldung des Betriebes führt zu einer Realisierung der stillen Reserven.

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Ich glaub keiner von uns beiden kennt seine Zahlen, Anlagegüter und sonstigen Voraussetzungen. Wir wissen auch nichts über seine Softskills, deshalb mein Rat: Seinen Steuerberater fragen. Nicht irgendeinen. Seinen. Auch ich kann die fertige Lösung nicht skizzieren ohne alle Fakten und Umstände zu kennen. Jedenfalls erklär ich aber nicht was nicht geht.
Zudem, nochmal, die Frage lautet ob es einen Weg gibt. Den gibt es. Und nicht nur einen.
Also mein Rat, und ich glaube darüber sind wir uns alle drei einig - Den eigenen Steuerberater fragen: Unter welchem Umständen kann ich das tun, was bedeutet das für einen Aufwand, und was kostet es? Auch dem Finanzamt kann man die Frage stellen.
Ob er das dann umsetzt oder lieber die zwei Jahre noch aussitzt und ob diese seine einzige Einnahmequelle ist und was er für etwaige Umstrukturierung ausgeben will und kann, liegt in seinem Ermessen.
Übrigens eine UG oder Limited kann ich tatsächlich und kostengünstig übers sprichwörtliche Wochenende gründen und/oder Erwerben. Ob ich den alten Betrieb dann wirklich sofort aufgebe oder einfach nur auf NULL fahre richtet sich wiederum nach den spezifischen Umständen. Die kennen wir nicht.

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@unispawn2010

Hallo unispawn2010,

der Fragesteller möchte zur Kleinunternehmer-Regelung wechseln und Du stellst die Gründung einer Kapitalgesellschaft in den Raum? Das ist schon ziemlich abgefahren. Man sieht doch auf dem ersten Blick, dass sich das nicht lohnt.

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Bin ja mit beiden Meinungen vollkommen d'accord. Ich stelle mit einer Limited oder UG, die sich beide mit 1 Euro Stammkapital und wenigen hundert Euro Gründungskosten aus dem Boden stampfen lassen, vor allem eine günstige Haftungsbeschränkung in den Raum, die dem Betroffenen bei den knappen Vorraussetzungen durchaus mal sein Privatvermögen retten könnte.
Ich glaub wir sind uns alle einig, dass die Mitarbeiterin vom Arbeitsamt, welche für ihre eigene tolle Statistik und Erfolgsquote dem Fragenden die Selbständigkeit eingeredet hat, einmal mit dem Klammerbeutel gepudert gehört.
Hätte sie ihn in einen "normalen" Job vermittelt, würde ihm heute schon bereits die Mindestlohnregelung im Jahr in etwa das als Bruttoeinkommen sichern, was er heute gerade mal als Umsatz mit der ganzen Firma erwirtschaften kann.
Nix desto trotz war seine Frage, ob es einen Weg gibt. Den gibt es (wie auch noch andere). Ob der Weg fetzt, steht auf einem anderen Blatt. Das ist nun mal als Unternehmer so, und eben nicht immer die riesen Party. Für kleine und mittlere Unternehmer und Existenzgründer in Deutschland leider schon gar nicht. Aber das weiß der Fragende definitiv selber zu genüge.

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@unispawn2010

Wie kann man heute noch ernsthaft die Limited in Betracht ziehen? Außerdem winkt bei einer Gründung mit 1€ sofort die Insolvenz, die spätestens durch die hohen Unterhaltskosten und die Steuerlast eintritt. 

Ich glaube nicht, dass der Fragesteller nach Wegen sucht, die teurer sind. Insofern scheidet die Gründung einer Kapitalgesellschaft - in welcher Form auch immer - aus.

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Nicht die Höhe des Stammkapitals bestimmt die Solvenz, wenn schon dann die Liquidität in Verbindung mit der Eigenkapitalbasis, alles andere ist praxisfremd.
Faktisch sind zudem die erhöhten Kosten für den zusätzlichen Verwaltungsaufwand aufgerechnet gegen die Umsatzsteuer und die Kosten für die Umsatzsteuererklärung bei dieser Unternehmensgrösse praktisch obsolet. Die Haftungsbeschränkung gebe es also nahezu zum Nulltarif dazu.
Ein Unternehmen ist nunmal kein theoretisches, statisches Modell, sondern ein dynamischer Wirtschaftsorganismus, egal in welcher Größe. Die Parameter müssen auf Grund sich pausenlos verändernder Einflüsse durch ständig neu zu treffende Entscheidungen ständig angepasst werden, manchmal auch von Minute zu Minute.
Der oder die Fragesteller/in wird ihren Weg finden, wenn er oder sie genügend Anregungen und Ideen bekommt, um daraus eine für sich passenden Weg zu entwickeln.
"Geht nicht"- und "Blödsinn"- und "Quatsch"-Sprüche helfen dem oder der Betroffenen hier nicht. - Ideen dagegen schon, und da hier scheinbar keine Laien mitreden, also gerne heraus damit. Vielleicht können wir ja alle zusammen für den oder die Fragestellerin durch ein gutes und gesundes Brainstorming einen Lösungsansatz entwickeln..?!

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@unispawn2010

Gründungen mit 1€ sind praxisfremd, weil der Geschäftsführer auch bei Überschuldung Insolvenz anmelden muss. Insolvenzverschleppung ist eine Straftat.

Wie Du auf eine praktisch kostenfreie Haftungsbeschränkung kommst, kannst Du gerne mal vorrechnen.

Ein deutliches "Geht nicht" empfinde ich übrigens als sehr hilfreich.

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Gründungen mit 1€ Stammkapital sind nicht praxisfremd sondern die Regel, sie kommen wohl nicht aus der Praxis. Ob eine Unternehmen überschuldet ist oder nicht hängt nicht allein von der Höhe Stammkapitals ab, da wäre ja praktisch beinahe jede Kapitalgesellschaft der Welt insolvent. Eine geringe Eigenkapitaleinlage und die Einbringung von ein paar Anlagegütern in der Eröffnungsbilanz reichen da völlig aus. Das ist aber explizit die Aufgabe des Steuerberaters, das mit seinem Mandanten korrekt vorzubereiten.
Ihr "Geht nicht", bleibt ein "Sie kennen keinen Weg", und "das hilft nicht!".
Zudem ist dies auch nicht explizit mein Vorschlag, sondern eine vorgeschlagene zu prüfende Option, neben der UG und als Basis für ein Gedankenaustausch mit Leuten die das fachlich verstehen, im echten Leben. Nicht hier im Netz.
Auf selber Basis muss der oder die Mandant/-in prüfen, was (auch kostenseitig) günstiger für ihn/sie sein wird. Das weiß und beantwortet auch der Steuerberater. Das werde ich hier und jetzt nicht ins Blaue hinein tun, ohne je eine BWA gesehen zu haben.

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@unispawn2010

Ich habe nicht gesagt, dass diese Option nicht geht, sondern dass sie sich nicht lohnt. Wenn der Fragesteller einen guten Steuerberater hat, wird er ihm diese Antwort auch direkt geben.

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Ja, gehe ich mit.
Die jetzigen Buchhaltung-/Steuerberatungskosten inklusive Kosten für die Umsatzsteuererklärung den zukünftigen etwas erhöhten Kosten (inklusive Bilanzpflicht) gegenüberstellen. Ob sich das rechnet hängt von der Höhe der Mehrertrages durch die eingesparten Umsatzsteuer ab. Die Gründungskosten, zuzüglich einem Mehraufwand für die sinnvolle Abwicklung der "alten Firma" wieder dagegen gerechnet, ergeben über die verbleibenden 2 Jahren wahrscheinlich, nach Erfahrungswerten, bei dieser Umsatzgrösse ein Nullsummenspiel, weil die Amortisation der Gründungskosten- und Abwicklungskosten den höheren CashFlow auffrisst. Erst danach würde sich das rechnen.
Zahlenmäßig würde sich das also innerhalb der zwei Jahre tatsächlich nicht wirklich lohnen. Es sei denn es gelingt eine Umsatzerhöhung. Das lohnt sich dann natürlich sofort.
Man würde aber auf jeden Fall nicht draufzahlen. Allerdings hätte man dann aber eben einen haftungsbeschränkten Betrieb, sozusagen also für das selbe Geld.
Das schützt dann das Privatvermögen, das unternehmerische Risiko würde sich also nur noch auf das Stammkapital (hier der 1€) beschränken und nicht mehr auf jegliches privates Eigentum mit. Dies könnte bei einer Verschlechterung der Umsatzzahlen schließlich notwendig werden, zumindest aber auch ein eindeutig höheres Maß an Sicherheitsempfinden für den Unternehmer bedeuten.

Und ja, wenn sich das für den Betroffenen doch nicht rechnen würde, nicht Finanzierbar wäre oder aus anderen Gründen nicht sinnvoll machbar erscheint, dann wird der Steuerberater natürlich hoffentlich abraten. Wichtig ist, erst tatsächlichen Aufwand klären, und nicht den vermuteten, dann mit tatsächlichen Zahlen rechnen und nicht den vermuteten und erst dann Entscheiden.

Für heute erstmal noch schönes Wochenende.

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Du hast zur Regelbesteuerung optiert? Dann bist du 5 Jahre daran gebunden. Gäbe es da ne Möglichkeit, das zu umgehen, bräuchte man die Frist nicht ins Gesetz zu schreiben.

Es hätte ja sein können, dass mir das Finanzamt irgendwie vorher entgegen kommen könnte,da ich im 3. Jahr bin und nie über die 17500 komme.

Danke !

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nein, gibt es nicht, da die Frist im Gesetz steht.

ganz abgesehen davon:

auch der Kleinunternehmer ist ein selbständiger Unternehmer ...

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Das die Frist im Gesetz steht,weiß ich selbst. Es ist nur so, das ich im 3. Jahr bin und leider nie ( wie gedacht) über die 17500 komme. Da ist es natürlich eine große Belastung für mein Geschäft die Unkosten bei der Endabrechnung aufzubringen.

Vielen Dank trotzdem.

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@Suilein

welche Unkosten?

die Mehrwertsteuer wird vom Kunden verlangt, wo sind da die Unkosten????

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@wurzlsepp668

Es läppern sich auch andere Kosten übers Jahr an---zbsp. Versicherung - Geschäfts-Miete - Gema- usw. ----Das werden ja wohl kaum die Kunden bezahlen.

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@Suilein

äh, die Kosten sind doch da, ob Du Umsatzsteuer ausweist oder nicht ....

solange das Gewerbe besteht, sind die Ausgaben da ..

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@Suilein

Aber Deine Kosten haben doch nichts mit der Umsatzsteuer- Option zu ton.

Im Gegenteil: Wenn Du Eingangsrechnungen mit Umsatzsteuerausweis hast, kannst Du die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Dadurch minderst Du Deine Betriebsausgaben um die Vorsteuer.

Wo ist Dein Nachteil?

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@Suilein

@Suilein:

im Gegensatz zu Dir kenn ich den Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Einkommensteuer, da jahrelang auf diesen Gebieten tätig.

Wenn Dir Deine Kunden die Miete, Gema, Versicherung usw. nicht bezahlen, was berechnest Du dann?

Meine Kunden bezahlen meine Versicherung usw.

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@wurzlsepp668

Vielen Dank für deine netten und sehr weisen Kommentare ! Jeder ist eben nicht mit solchen Sachen bewandert und braucht auch mal Hilfe.

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