Gibt es eine Möglichkeit als Laie in Ägypten, Syrien,etc. zu helfen? Vor Ort zu helfen, ohne Spende!

5 Antworten

Bundes Nachrichten Dienst (BND)

Lieber Support, leitet bitte an eure Freunde bei der NSA weiter, dass es nichts bringt die Antworten zu löschen.

Der Gedanke helfen zu wollen ist sicherlich überaus ehrenhaft und einer derartigen Entscheidung gebührt Respekt!

Es ist nur fraglich,WIE man helfen möchte oder helfen KANN. An unqualifizierten Hilfskräften zum Verteilen von Lebensmitteln oder im Rahmen einer Krankenpflegehilfe z.B. besteht selten Bedarf, da solche Kräfte regional massenhaft zur Verfügung stehen und nicht extra für teures Geld (Flug, Unterkunft, Versicherungen) aus Europa eingeflogen werden müssen, außerdem kennen sie Sprache und Kultur und sind aus vielen anderen Gründen besser geeignet für die Arbeit vor Ort. Qualifizierte Fachkräfte wie Experten für Logistik, Krankenschwestern oder Ärzte, Ingenieure und Techniker, Spezialisten für Objektschutz, Juristen, Telekommunikation, etc. sind eher wichtig für eine effektive Hilfe vor Ort. Also macht es Sinn einen Beruf zu wählen, mit dem man für eine Organisation tätig werden kann. Ein Abi in der Tasche ist erst einmal ein wertvollerund wichtiger Schritt, als "Qualifikation" für praktische Tätigkeiten jedoch nichts wert. Ein Schüler mit dermittleren Reife, der z.B. Gesundheits- / Krankenpfleger oder medizinisch technischer Laboratoriumsassistent wird, der kann vor Ort bereits direkt anfangen qualifiziert zu arbeiten, ein Abiturient in der Regel nicht in Ermangelung spezifischen Wissens und praktischer Erfahrung.

Es gab für den Wehrersatzdienst anerkannte Organisationen, bei denen ggf. auch noch heute im Rahmen des "Freiwilligen Sozialen Jahres" eine Auslandsjahr möglich ist. Adressen hierzu gibt es auf folgender Seite :

http://www.mein-auslandstagebuch.info/deutsche-im-ausland/freiwilliges-soziales-jahr-fsj-ausland.php

Man muss sich bewusst darüber sein, das bei einem einjährigen Einsatz im Ausland insbesondere in Krisengebieten Probleme auf Einen warten, die nicht zu verachten sind. Die Trennung von der gewohnten Umgebung und Sicherheit, ein reduzierter Hygienestandart bei Körperpflege und Ernährung, Insekten, Schaben, Tropenkrankheiten. Es sollten unbedingt alle relevanten Impfungen erworben werden, das zieht sich über viele Monate hin. Eindrücke von Leiden und Tod, von gesehener extremer Gewalt können immens an einem Zehren. Zeugen, die hilflos zusehen wie z.B. bei ethnischen Konflikten ein Autoreifen übergezogen wird, der Betroffene mit Benzin übergossen und angezündet wird sind bleibend und schockierend, in Afrika aber in einigen Regionen keine absolute Seltenheit. Persönliche Risiken wie Raub, Entführung, Geiselhaft, Vergewaltigung, Verstümmelung und Tod sollten als reale Option mit bedacht werden, insbesondere in Konfliktgebieten mit einer Vielzahl unterschiedlich motivierter Fraktionen wie in Syrien oder Afghanistan.

Eine verantwortungsvolle Organisation, die Mindeststandards bei der Betreuung der Einsatzkräfte sicherstellt, Versicherungen abschließt, gute Krisenpläne für rasche Evakuierung aus Konfliktgebieten hat, die gründlich auf die Tätigkeit vorbereitet ist absolut essentiell für eine derartige Tätigkeit. Die im oben genannten Link aufgeführten Organisationen sind durch den Bund / die Länder überprüft.

Eine andere Möglichkeit wäre z.B. die Bundeswehr. Wenn Sie das Abitur haben können Sie bei der Bundeswehr eine Vielzahl von Studiengängen absolvieren, zum, Teil auch an zivilen Universitäten. Die Chance ist hoch, das Sie so auch in einer verantwortungsvollen Position als Offizier im Ausland eingesetzt werden und auf diese Weise vor Ort dazu beitragen können im Fall von Konflikten diese zu beenden, im Fall stabilisierender / "humanitärer" Einsätze haben Sie die Chance vor Ort durch Ausbildung und Tätigkeit unmittelbar die Chancen der Bevölkerung insgesamt für eine selbstbestimmte Zukunft zu steigern. Das ist nicht Jedermanns Sache, in einigen Anteilen der Bevölkerung gibt es Vorbehalte bis hin zur pauschalen Ablehnung. Die Realität der Tätigkeit etlicher Soldaten in entsprechenden Positionen (Ärzte, in Teilen CIMIC....) ist aber in der Realität eine "Segnung" für die regional ansässige Bevölkerung.

Falls Sie Fragen haben können Sie diese gerne weiter auch als PN stellen.

Zum Hintergrund : bin Arzt, war über ein Jahr in Afghanistan und habe dort als Notarzt gearbeitet, Sanitätseinrichtungen der Bundeswehr ärztlich in Teilbereichen und auch in ihrer Gesamtheit geleitet, habe regionale medizinische Einrichtungen besucht und evaluiert für Bewertungen bzg. der Dringlichkeit der Verteilung von Hilfsgütern etc. .

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