Gibt es eine horizontale Gravitation?

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11 Antworten

„Kann es …. auch sein, dass der Helikopter durch die Gravitation mit der Erdrotation einfach mitgezogen wird …. ?“

Nein. Der Helikopter wird weder am Boden noch in der Luft im Sinne der Erdrotation „mitgezogen“, schließlich wird ja seine horizontale Geschwindigkeit gar nicht beeinflusst. Genau so wenig werden Bäume, Häuser, Schiffe, Menschen, Vögel, Fliegen oder Billiardkugeln ständig von einer Kraft „um die Erdachse herumgezogen“. Das müssten wir ja sehen und spüren. Die Gegenstände behalten nur ihre Geschwindigkeit bei, warum denn nicht? Für jede Geschwindigkeitsänderung muss ja schließlich erst eine Kraft aufgewandt werden. Dass kann auch eine Reibungskraft sein!
Die Geschwindigkeit eines Körpers bestimmen wir in unserem irdischen praktischen Alltag am dem Bodenfleck, auf dem wir gerade stehen. Dabei vernachlässigen wir die Geschwindigkeit, mit der sich unser Standort um die Erdachse dreht, die Geschwindigkeit der Erdbahn um die Sonne, die Geschwindigkeit der Sonnenbahn um das Milchstraßenzentrum u.s.w. Jede Geschwindigkeitsangabe ist zumindest in kosmischen Maßstäben immer abhängig vom jeweils willkürlich ausgewählten Bezugssystem. Und Du hast hier einen kosmischen Maßstab angelegt mit Deinen Beispielen. Nach Deinen Maßstäben müsste z.B. ein in die Luft geworfener Stein seine Geschwindigkeit um den Betrag ändern, mit dem sich die Erde auf der Bahn um die Sonne bewegt, weil der Stein auf dieser Bahn nicht „mitgezogen“ wird. Bei einer derartigen Geschwindigkeitsänderung (sprich Beschleunigung) würde der Stein schnurstracks in die Sonne fliegen mangels Fliehkraft auf der Sonnenumrundungsbahn.
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Kommentar von dompfeifer
17.05.2017, 19:49

Entschuldigung, hier hat das Textverarbeitungssystem wieder einmal gesponnen. Ich Wiederhole den Beitrag.

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Das hat mit der Trägheit der Körper zu tun. Das ist auch der Grund warum ein Ball wenn du ihn wirfst weiter in die Wurfrichtung fliegt und nicht nachdem er die Hand verlässt senkrecht zu Boden fliegt.

Jedoch denke ich, dass es eine horizontale Gravitation gibt, zumindest solange man nicht auf einer absoluten Fläche ist, da ja sobald Materie neben einem ist diese eine Gravitation wenn auch nur eine geringe auf dich ausübt so wie du eine Gravitation auf diese Materie ausübst.

Ich kann zwar nicht mehr darüber sagen, da ich erst 17 Jahre bin aber ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

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Kommentar von dergee
24.05.2017, 20:42

Du hast völlig recht. Der Gravitationsvektor, also die Richtung, in die die Erdbschleunigung zeigt, zielt nicht immer senkrecht in den Erdmittelpunkt. Steht man vor der Eiger Nordwand, zeigt dieser Vektor natürlich ein bisschen in deren Richtung. Mit guten Messsystemen ist das nachweisbar.

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Es gibt natürlich keine horizontale Erdanziehungskraft. Was Du als horizontale Kraft postulierst, ist die sogenannte Corioliskraft. Der Hubschrauber und der im Zug hochspringende Fahrgast empfinden eine horizontale (Schein--)kraft, die damit zu erklären ist, dass durch das ,,Aufsteigen" der Rotationsdurchmesser größer wird und somit eine Beschleunigung stattfindet. Beim Hubschrauber wird diese von der Steuerung ausgeglichen; beim Zug ist die Größe dieser horizontalen Kraft auch abhängig von der Fahrtrichtung (Am größten in Meridianrichtung)

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„Kann es …. auch sein, dass der Helikopter durch die
Gravitation mit der Erdrotation einfach mitgezogen wird …. ?“

Nein. Der Helikopter wird weder am Boden noch in der Luft im Sinne der Erdrotation „mitgezogen“, schließlich wird ja seine horizontale Geschwindigkeit gar nicht beeinflusst. Genau so wenig werden Bäume, Häuser, Schiffe, Menschen, Vögel, Fliegen oder Billiardkugeln ständig von einer Kraft „um die Erdachse herumgezogen“. Das müssten wir ja sehen und spüren. Die Gegenstände behalten nur ihre Geschwindigkeit bei, warum denn nicht? Für jede Geschwindigkeitsänderung muss ja schließlich erst eine Kraft aufgewandt werden. Dass kann auch eine Reibungskraft
sein.

Die Geschwindigkeit eines Körpers bestimmen wir in unserem irdischen praktischen Alltag am dem Bodenfleck, auf dem wir gerade stehen. Dabei vernachlässigen wir die Geschwindigkeit, mit der sich unser Standort um die Erdachse dreht, die Geschwindigkeit der Erdbahn um die Sonne, die Geschwindigkeit der Sonnenbahn um das Milchstraßenzentrum u.s.w. Jede Geschwindigkeitsangabe ist zumindest in kosmischen Maßstäben immer abhängig vom jeweils willkürlich ausgewählten Bezugssystem. Und Du hast hier einen kosmischen Maßstab angelegt mit Deinen Beispielen.

Nach Deinen Maßstäben müsste z.B. ein in die Luft geworfener Stein seine Geschwindigkeit um den Betrag ändern, mit dem sich die Erde auf der Bahn um die Sonne bewegt, weil der Stein auf dieser Bahn nicht "mitgezogen“ wird. Bei einer derartigen Geschwindigkeitsänderung (sprich  Beschleunigung) würde der Stein schnurstracks in die Sonne fliegen mangels Fliehkraft auf der Sonnenumrundungsbahn.

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"Nehmen wir mal an, ein Helikopter erhebt sich in die Luft und bleibt in der Luft stehen, ohne sich fortzubewegen.

Theoretisch könnte man jetzt ja annehmen, dass sich durch die Erdrotation die Erde unterhalb des Helikopters weiterbewegt. Genau das passiert aber nicht."

Nun ja... Genau das passiert SCHON! Allerdings soo langsam und minimal, dass ein Beobachter das nicht wahrnimmt. Wie groß der Offset sein wird, hängt lediglich von der Höhe des Heli und von der Dauer des (stationären - der Heli darf selbstverständlich seine Position nicht durch Kurskorrektur an den "Startpunkt" auf der Erdoberfläche binden...) Fluges ab.

Und wie Ulrich1919 schon postuliert hat, geht es hierbei um die sogen. Corioliskraft, welche eigentlich nur eine Scheinkraft ist.

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Der Gravitation ist das wurst, ob sie horizontal/vertikal oder in welcher Richtung auch immer wirken muss. Entscheidend sind (im einfachen Modell nach Newton) nur die Massen, und der Abstand zwischen diesen Massen. Entsprechend wird sich der Vektor zwischen den beiden Schwerpunkten der beiden Massen ausrichten (egal, ob horizontal oder wie auch immer...). Auf oder etwas oberhalb der Erdoberfläche wird der Vektor also in Richtung Erdmittelpunkt (genauer: Erdschwerpunkt) zeigen.

Was du übrigens meinst, kann man mit dem Drehimpulserhaltungssatz erklären. Jedes Objekt auf der Erde hat den Drehimpuls der Erddrehung (das würden wir merken, wenn man die Erde "anhalten" könnte, das wäre derselbe Effekt wie der, den wir merken, wenn wir mit dem Auto eine Vollbremsung hinlegen).

Durch das Hochspringen eines Menschen oder das Hochsteigen eines Helikopters oder Flugzeugs von der Oberfläche geht der Drehimpuls nicht verloren. Er bleibt bestehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Drehimpuls#Drehimpulserhaltung 

Bei dieser Deutung braucht man die Gravitation nicht einmal. Es genügt, dass der Drehimpuls eine Erhaltungsgröße ist (solange die Drehung nicht abgebremst wird, bleibt sie bestehen - das ist auch der Grund, warum die Erde sich permanent dreht, obwohl sie keinen "Antrieb" hat).

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Kommentar von OlliBjoern
17.05.2017, 00:02

Das gibt es auch für geradlinige Bewegungen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Impulserhaltungssatz

Noch einfacher ist das Konzept der Trägheit: jeder Körper bleibt in geradlinig-gleichförmiger Bewegung (solange er nicht abgebremst wird, oder beschleunigt wird).

Wenn du im Zug hochspringst, behältst du den Vorwärts-Impuls natürlich bei (den du schon vor dem Sprung hattest). Das Springen bewirkt keine Abbremsung.

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Gravitation lässt sich nicht abschirmen und nimmt nur auf Distanz ab. Das ist der Grund warum ein "Luftpolster" dazwischen keinen Unterschied macht oder ein Erdboden.

Bewegen tun sich Objekte wegen anderen Kräften :)

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"Auch hier könnte die theoretische Annahme aufkommen, dass sich der Zug, während ich in der Luft bin, sich unter den Füßen wegbewegt." --- Nö, darauf kommt man nur, wenn man von Physik keine Ahnung hat. Du springst ja nicht nur nach oben, sondern wirst durch die Bewegung des Zuges auch in dessen Richtung beschleunigt. Deine Sprungkraft und die Vorwärtsbewegung des Zuges kombinieren sich also. Sonst müsstest du ja auch auf die Idee kommen, dass der Zug unter dir wegschlittert, wenn du drin stehst.

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Kommentar von dergee
24.05.2017, 20:47

Du bist ja ganz schön schnippisch. Vor zweitausend Jahren glaubten die Gelehrten ebenfalls, dass der natürliche Zustand der Stillstand ist. Die obige Frage resultiert aus der Beobachtung und die lehrt uns, dass alles seine Geschwindigkeit scheinbar von selbst abbaut. Schau dir mal die Impetustheorie an. Das Konzept Dissipation und Trägheit, bzw. erster Hauptsatz ist gerademal runde 400 Jahre alt. Sei nicht so schnell mit einem so scharfen Urteil bei der Hand.

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Du behältst in beiden Fällen deine Geschwindigkeit einfach bei, das ist alles.
Gravitation ist da nicht im Spiel.

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Das ist irgendwie das Gleiche . Im Fall des Helikopters, wäre die Erde der Zug und würde den Helikopter mit beschleunigen. 

Du könntest im Zug einen kleinen ferngesteuerten Helikopter starten, er würde sich auch mit bewegen. Wenn du auf der Erde springst, bewegst du dich auch mit.

Wenn eine Rakete starten, wird sie aber nicht mitgezogen und man sieht, wie sich die Erde weiter dreht, aber die Rakete am Fleck bleibt. Das könnte am starken Auftrieb liegen.

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Kommentar von Purphoros
17.05.2017, 21:48

Nicht der Auftrieb, sondern die rapide zunehmende Flughöhe ist dafür verantwortlich. Das ist so, als würdest du auf einem Bürostuhl drehen und die Beine ausstrecken. 

Größere Kreise haben einen größeren Umfang, daher kann mit der selben Bewegungsenergie im vergleich zu engeren Kreisbewegungen nur ein kürzerer Kreisbogen zurückgelegt werden.

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Nein, Gravitation wirkt immer nur zum Zentrum des Gravitationsfeldes.

Wenn du dich beim Springen mit dem Zug mitbewegst, dann weil du schon zuvor die selbe Geschwindigkeit hattest, und diese durch die Trägheit deiner Masse beibehältst. Mit dem Heli ist es ganz ähnlich, obwohl da noch eine Reihe andere Kräfte wie Luftwiderstand etc mit ins spiel kommen.

Sprünge, wie du sie beschreibst, funktionieren zwar bei Super Mario und Co. so, nicht aber in der Realität, wo jede Masse ein Trägheitsmoment hat.

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