Gibt es eine höhere Logik?

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10 Antworten

In Johann Gottlieb Fichtes Anschauungsraum taucht dieser Begriff der "höheren Logik" auf - die er als "transzendente Logik" deklariert.

Dazu sei mir folgende Zitierung gestattet: „Die höhere Logik » steigt synthetisch «, streng und systematisch auf, »ohne Sprung, ohne Zirkel, ohne Stillstand, mit strenger Bestimmtheit « zum lebendigen Begriff, wobei das Leben des Begriffs »im Begreifen des Realen« besteht und dadurch »dasselbe wird, eben als Leben, sich entwickelndes, u. fortschreitendes, das Begreifen in ein System von Mannigfaltigkeiten gespalten«. An der Spitze dieser Begriffe stehe der Urbegriff, »als innere Form des göttlichen Daseyns «. In der Metaphysik müsse der Verstand sich selbst verstehen »in der Einheit des Gesetzes«. (Manfred Kühn „Johann Gottlieb Fichte : ein deutscher Philosoph“; München, Beck Verlag, 2012, S.480)

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Kommentar von weizenmehl96
19.07.2016, 00:18

ughh sich solche Texte einzuverleiben dauert immer ewig DX warum steigt die höhere Logik auf? Und was macht diesen Prozess synthetisch?

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Hallo Weizenmehl96,

man kann auf verschiedene Arten "Schlüsse ziehen" ziehen, z.B.

"Im Sommer wird der Rasen braun. Schluss: Er hat zu wenig Wasser." Das ist kein logischer Schluss, sondern ein Schluss aus der Erfahrung.

"Sven hat keine Hausarbeiten." - Schluss der Lehrerin: Sven ist faul. - Wertende Verallgemeinerung, kein logischer Schluss.

"Alles Leben hat sich evolutionär entwickelt" - Schluss: Es gibt keinen Gott/ bzw. "Evolution ist eine von Gott gegebene Regel der Schöpfung" - Es gibt einen Gott. Ein Schluss, der eine Entscheidung begründet, aber kein logischer Schluss.

Das Fallgesetz lautet: Fallgeschwindigkeit = 1/2 g x Quadat der Zeit. - Wissenschaftliche Schlussfolgerung auf ein Naturgesetz nach dem Prinzip Verifizierung/ Falsifizierung - kein logischer Schluss.

"Max ist ein Dackel. - Alle Dackel sind Hunde." - Schluss: Also ist Max ein Hund. - Logischer Schluss aus zwei Aussagen.

Eine Stufe der höheren Logik wäre dann die formale Logik oder Aussagenlogik mit "Wahrheitstafeln", Beziehungen zur Mengenlehre. Bevor du an eine noch höhere Logik gehst, kannst du dich je erst mal damit beschäftigen.

Nächste Sache im Kommentar, da inhaltlich etwas anderes.


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Kommentar von Nadelwald75
17.07.2016, 19:05

Hallo Weizenmahl96,

mal ein Beispiel für einen logisch korrekten Schluss mit falschen Ergebnissen:

Weizenmehl96 ist ein Franzose. - Alle Franzosen sind blond. Logisch richtiger Schluss: .....Na?

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Kommentar von Nadelwald75
17.07.2016, 19:12

Hallo Weizenmehl96,

"Die Welt erklärt sich uns nur dadurch, dass wir sie wahrnehmen, weil wir sie nur so mit all unseren Möglichkeiten wahrnehmen können."

Einverstanden, aber ein logischer Schluss ist das nicht. Er passt eher in die amerikanische Verhaltenspsychologie, nach der wir alle durch Erbanlagen( Temperamente) unterschiedlich geprägt sind, unsere unterschiedlichen Erfahrungen in unterschiedlichen sozialen Bedingen machen, hierbei auswählen und werten.

Augrund dieser Vorgaben treffen wir unsere Entscheidungen.

Das Ganze, was da entstanden ist, würde man Charakter nennen.

Du hast also eine Art Landkarte im Kopf, die das Bild der Wirklichkeit ist, aber nicht die Wirklichkeit selbst. Und diese Landkarte ist bei jedem Menschen anders.

Problem der Kommunikation, Kooperation und Konflikthandhabeng wäre dann, diese unterschiedlichen "Landkarten" zu vergleichen und einen Konsens zu treffen.

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Es gibt nur eine Logik der richtigen Verknüpfungen. Es gibt je nach Menschen unterschiedliche Fähigkeiten, logisch zu denken. Es gibt unterschiedlich falsche oder willkürliche Hypothesen, die logisch korrekt verknüpft dennoch zu abstrusen Schlüssen führen können. Das ist aber dann keine "höhere Logik" sondern einfach nur willkürliche Spekulation mit nicht in der allgemeinen Erfahrung nachvollziehbaren Behauptungen.

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Eine höhere Logik? Glaube ich nicht. Logik steht häufig in Zusammenhang mit Vernunft, Verstand und mit Denken. Wenn Du hier darüber hinaus gehen möchtest landest Du bei der Mystik.

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Kommentar von weizenmehl96
19.07.2016, 00:15

Aber findest du unsere Vernunft, unser Verstand und Denken sind absolut? Es gibt doch Lücken, die wir bisher noch nicht füllen konnten. Diese Lücken könnten doch alles, was wir zu wissen glauben umdrehen. 

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Logik ist unabhängig von dem, was man wahrnehmen kann. Sie ist unabhängig davon was man begreifen kann. 

Ob wir uns etwas erklären können oder nicht, hat damit nichts zu tun. 

Logik ist nichts weiter als eine Schlussfolgerung ohne Widersprüche. 

Gibt es neue fakten, die im Widerspruch zu bereits Bekanntem stehen, muss man sein Weltbild entsprechend anpassen. 

es ist also egal, was es noch so alles gibt, an wird sich empor arbeiten, wenn man der Logik folgt.

"Was haltet ihr von volgender Behauptung, die ich jetzt mal so aufstelle: Die Welt erklärt sich uns nur dadurch, dass wir sie wahrnehmen, weil wir sie nur so mit all unseren Möglichkeiten wahrnehmen können."
Das klingt sehr nach Eso-Geschwafel, denn unsere Wahrnehmung ist sehr beeinflussbar.
Wir können unserer Wahrnehmung also nicht vorbehaltlos vertrauen und deswegen können wir keine Rückschlüsse ziehen, indem wir unserer Wahrnehmung vorbehaltlos vertrauen.

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Kommentar von weizenmehl96
19.07.2016, 00:12

Schon aber mir ging es ja darum, dass die unentdeckte Logik etwas anderes ist, als unsere Logik. Und das würde ja heißen, dass es auch logisch sein könnte, wenn plötzlich alle physikalischen Gesetze ausgeschaltet würden. Denn wir würden ja nicht die komplette Logik kennen. 

Und es ist.... einfach eine Denkweise, die ich sehr mag. 

Zumindest im praktischen Sinne. Denn es ist das, was uns als Individuum am nächsten kommt oder?

Aber ja, wenn es nicht gerade "DIE LOGIK" ist, dass jeder Mensch sozusagen seine eigene Realität mit eigener Logik und allem hat, ist die Idee nicht so stark. 

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Da gibt es eine ganz liebe Geschichte von 2 Küken, die noch nicht geschlüpft sind und sich das, was sie hören und fühlen (das Bewegen der Eier) so, wie sie es in ihrer Situation erleben, erklären und verstehen.

Und wenn sie dann schlüpfen, die Küken, sieht die Welt ganz anders aus, als sie sie sich es ausgedacht/ausgemalt hatten, die Geräusche, die sie wahrgenommen hatten, haben auch ganz andere Ursachen, als sie vermutet hatten.

So etwa verhält es sich auch mit der menschlöichen Logik. Der menschliche Verstand ist begrenzt, unsere Wahrnehmung beschränkt.

Und es gibt eine höhere Logik, die sich uns (noch) nicht erschlossen hat.

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Kommentar von weizenmehl96
19.07.2016, 00:13

mhh das ist ein schöner Vergleich :) 

Ja, ich denke, es ist ziemlich notwendig :D 

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eine interessante frage mit vielen denkmodell-möglichkeiten........:)

die letzte frage zuerst.......natürlich fehlen uns "sinne" um alles komplett wahrzunehmen, sinne können jedoch auch durch technische hilfsmittel dann entsprechend besser oder sogar vollständig "genutzt" werden........... nimmt man das wort parallel-dimension mal zur hilfe, und würde sowas wirklich existieren, fehlen uns schon mal sinne und technischen möglichkeiten, diese parallel-dimension wahrzunhemen/entdecken..........:)

logik ist nur ein "wort" dass immer nur relativ wäre, denn die logik von einem kind ist wesentlich einfacher und "lustiger" als die eines erfahrenen mathe-professor.....ein kind schlägt die hände vor sein gesicht und denkt dann, weil es nichts sieht, sehen andere ihn/es auch nicht...lustige logik, die jedoch immer nur auf das eigene weltbild und das eigene wissen aufgebaut ist......... da wir menschen uns auch immer weiter entwickeln, entwickeln wir auch unsere eigene logik weiter, denn nur was wir auch verstehen, erscheint für uns logisch zu sein..........so gesehen ist die logik immer nur das jeweilige verstehen dessen, der das wort "logik" als solches für sich selbst definieren muss............. deine vorstellung ist also soweit "richtig"........allerdings dürfte eine art "logiksystem" nicht existieren, denn dass müsste wiederum einen "erschaffer" dieses systems voraussetzen, was wiederum bedeuten würde, dass ein "etwas" das universum und alles darin erschaffen hat....... ein gott wäre dass jedoch nicht, denn die geschichte der religionen beweist nun mal, dass der mensch sich seine götter selbst erschaffen hat, WEIL er aus seiner logik heraus alles unverständliche diesem gott zugeschoben hat.......... die frage wäre dann also, WER hätte alles erschaffen, wenn der gott der menschen nicht existiert.............. eine logische frage oder?..........*g*

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Wie "unsere" gesetze der physik im weltall ausgehebelt werden (s. Schwarze löcher) so gelten auch "unsere" logik-gesetze nur für den uns wahrnehmbaren bereich. Alles weiter wäre pure spekulation...

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Ja, "Gottes Denkweise" ist die beste Logik, denn diese ist "Liebe" (1.Joh.4,16).

Wir begreifen diese durch das "Opfer Jesu" (Röm.6,23), wenn wir den "Sinn dafür" haben.

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Darüber kann man sich jetzt über deine Behauptung streiten. Wir Menschen steigern unser Wissen über die Welt und über das Universum ständig und exponentiell ( jetzt zumindest). Da wir immer was neues erfahren, und das Neue vll ein altes Problem löst und das wiederum ein weiteres Problem löst, könnten wir vielleicht irgendwann alles wissen (was ich bezweifeln werde, da die Menschheot dafür zu früh aussterben wird)

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