Gibt es eine Grenze?

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5 Antworten

Aus der Perspektive künstlicher neuronaler Netze ergibt sich eine rechnerische Grenze. Aufgrund der Einblicke in synaptische Vorgänge vermutet man, dass Dein gesamtes Wissen in den Synapsenstärken sitzt. Einzelne Synapsen sind dabei in die Repräsentation mehrer Ereignisse eingebunden. Aus dieser Perspektive ergibt sich eine kombinatorische Grenze, die allerdings aufgrund der hohen Synapsenzahl recht hoch ist. Durch viele spezifische Erfahrungen/Lernen kommt es (nachgewiesen für motorisches und einige Arten von kognitivem Lernen) in kleinen Grenzen zu Vergrößerungen der Hirnbereiche und auch zu Veränderungen in der Dichte neuronale Netzwerke, die im Zusammenhang mit hohe Synapsenzahl und starke dendritische Verästelung stehen. Überspitzt formuliert holt sich so das Gehirn zusätzlichen Speicherplatz!

das menschliche gehirn hat unwahrscheinlich große kapazität die noch kein mensch voll genutzt hat, von daher schwer zu sagen.

wenn du etwas für immer behalten magst, kommt es drauf an wie sehr es dich interessiert und auch, wie intensiv du dich damit beschäftigst. so bestimmte sachen vergisst man eben nicht mehr

Es mag eine Grenze geben, aber an die kommt man nicht so schnell in einem Leben. Man kann praktisch sagen, die Kapazität des Gedächtnisses ist unbegrenzt. Allerdings wird oft übersehen, dass Vergessen einen ganz wichtigen Nutzen hat. Man findet dann die Dinge, auf die es ankommt wesentlich leichter, als wenn man jeden überflüssigen Gedächtnisbalast noch in Erinnerung hätte.

Zur Verbesserung des Gedächtnisses gibt es Mnemotechniken. Danach kann man googlen und wenn man fleissig übt, bekommt man ein besseres Gedächtnis. Ansonsten kann man sich Dinge, zu denen man vielfältige Bezüge hat, besser merken, als solche, die unvermittelt im Raum stehen. Wenn ein Briefmarkensammler 10 neue Marken sieht, weiss er sofort, was das für welche sind und kann sich mühelos an sie erinnern. Ein Briefmarkenlaie müsste sich Mühe geben, sie sich zu merken. Und wenn man gefühlsmäßige Assoziationen hat und Erinnerungen in mehreren Gedächtnismodalitäten (also auch in verschiedenen Sinnen), dann kann man sich etwas besser merken.

Isegrimm 07.07.2011, 14:14

Es gibt noch einen prinzipiellen Unterschied zwischen kurzem Gedächtnis und Langzeitgedächtnis, wobei es mehrere Kurzzeitgedächtnisse gibt. Ein Ober im Eiscafé kann sich eine komplizierte Bestellung eine ganze Weile merken (auch deswegen, weil er Mnemotechniken anwendet) das wird aber niemals ins Langzeitgedächtnis überführt. Die Übertragung erfolgt mutmaßlich nachts und ist von Träumen begleitet. Dabei werden flüchtige Gedächtnisinhalte in festverdrahtete Schaltkreise überführt. Zu was das führt, kann man bei alten Menschen feststellen: bei ihnen ist oft die Merkfähigkeit reduziert und sie können möglicherweise auch nichts mehr ins Langzeitgedächtnis kopieren. Aber sie erinnern sich an Dinge aus vergangenen Zeiten, als ob sie gestern gewesen wären. Von den Dingen, die im Langzeitgedächtnis sind, vergisst man wahrscheinlich nichts jemals ganz, aber die Zugänglichkeit einer Erinnerung kann, wenn sie unwichtig ist, reduziert sein. Bis man sich an die Namen aller Mitschüler in der ersten Klasse erinnert, das dauert meistens. Aber weg sind diese Namen nicht!

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wenn du das öfter nutzt, was nicht genutzt wird, geht/kommt in die vergessene schublade, bis es mal wieder genutzt wird aber in "welcher" -schublade war es noch ???

Ja, schieb es ins Langzeitgedächtnis. Ich weiß heute noch die Telefonnummern meiner Lehrfirma (30 Jahre her). Die Grenzen der Kapazität hat bis jetzt niemand erreicht.

Klara2012 07.07.2011, 14:01

Geh mal ins Altersheim,da sind schon einige an ihre Grenzen gekommen...

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Isegrimm 07.07.2011, 14:04
@Klara2012

Genaugenommen durch Prozesse der Demenz, also das Abbaus von Gehirnkapazität. Zwangsläufig ist das nicht. Wenn man auf eine Festplatte eindrischt, verliert man auch Daten, obwohl sie diese möglicherweise unbegrenzt lange speichern könnte.

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