Gibt es eine Frist in der man eine Rechnung anzweifeln kann?

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7 Antworten

ich such mal ! Bin selber Bürokauffrau und muss sagen: schon schräg, dass der die 2. Mahnung abwartet um DANN die RE anzuzweifeln.. hätte gedacht, dass muss unverzüglich, max. innerhalb der Zahlungsfrist von 30 Tagen monieren. Meld mich wieder, wen ich was finde!

Warum sollte man das müssen? Entweder beesteht ein Zahlungsanspruch oder nicht. Wann der Rechnungsempfänger erstmalig Zweiel hat, dürfte - von Spezialvorschriften nach dem HGB abgesehen - erstmal egal sein.

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@NegierigEr

Die Zweifel hätte er aber nach Stellung der Rechnung äußern müssen, und nicht nach der zweiten Mahnung, so würde ich das jedenfalls sehen. Aber eben da liegt ja die Frage.

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@rootyman

Genauso meine ichs. Generell ist der kunde verpflichtet zu zahlen, wenn er dies aus irgendeinem Grund als nicht zuahlbar ansieht, hat er nicht einfach mal abzuwarten sondern sich selbst deswegen auch zu bewegen. Sonst kann ich als Kunde ja auch mal 12 Jahre warten und upsi, ist eh alles verjährt und der andere hat Pech, übertrieben gesagt.

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@SiViHa72

Naja es kommt ja dann irgendwann das gerichtliche Mahnverfahren und da übersteigen dann die Kosten schnell den Wert der Rechnung, aussitzen kann man es in der Regel nicht, aber gerade bei kleinen Beträgen sowie bei Kleinunternehmen/Selbstständigen die vielleicht nicht unbedingt über die Zeit/Mittel für einen Rechtsstreit verfügen ist es einfach eine Frechheit nicht zu zahlen bzw. es so hinauszuzögern.

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http://www.wer-weiss-was.de/theme68/article4148469.html

Das war jetzt das Sinnigste,w as ich auf die Schnelle finden konnte. Und ich erinnere mich daran (habe 2010 Externe IHK-Prüfung gemacht), dass uns immer gessagt wurde, der unstrittige Betrag habe immer innerhalb Zahlungsziel gezahlt zu werden, der strittige muss mitgeteilt werden unverzüglich. Da man nämlich auch trotz strittiger RE in Verzug kommen kann.

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Meines Wissens gibt es keine Widerspruchsfristen für Rechnungen. Rechnungen müssen innerhalb des Zahlungsziels beglichen werden. Wenn nicht, kann das Mahnverfahren eingeleitet werden. Diese Kosten kommen dann noch auf den Rechnungsbetrag drauf. Wenn einzelne Posten der Rechnung strittig sind, muß die Rechnung dennoch bezahlt werden, mindestens in den Teilen, die unstrittig sind. Bei einzelnen Posten gibt es keinen Grund, den ganzen Betrag einzubehalten. Und wie gesagt, ist das Mahnverfahren eingeleitet, kommen diese Kosten oben drauf, die auch bezahlt werden müssen. Wenn der Bescheid vom Amtsgericht angekommen ist und dem nicht widersprochen wird, ist der Widerspruch ohnehin vom Tisch. Was dann kommt, ist die Vollstreckung. Und die kann durchgeführt werden, auch wenn ein oder mehrere Posten der Rechnung bis dahin noch strittig sein sollten.

Ich bin nun kein Rechtsanwalt, stelle aber selber gelegentlich Rechnungen und manchmal geht es eben ins Mahnverfahren. Bei zwei Verfahren habe ich das Mahnverfahren und das ganze Drumherum an ein Inkassobüro abgegeben (die mit dem "C"). Der Erfolg war gut. Zwei habe ich selber betrieben, mit sehr mäßigem Erfolg, auf die Vollstreckungsmöglichkeit des einen davon warte ich heute noch.

Du hast die Möglichkeit, Dich beim Amtsgericht beraten zu lassen. Wenn Du gar nicht sicher bist, wie Du vorgehen sollst, kannst Du Dir dort die wichtigsten Auskünfte holen. Inkasso-Unternehmen beraten auch, aber natürlich auch im eigenen Interesse. Viel Glück! LG

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Ich sitze in dem Falle am längeren Hebel weil ich einfach den Server abstellen kann und werde, das wird dann jedoch sehr stressig werden im Nachgang wie man sich sicherlich denken kann, also habe ich nach einer Möglichkeit gesucht es reibungsloser abzuwickeln. Sobald der Server abgestellt ist wird ihm eh der Po auf Grundeis gehen...

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@rootyman

Ich drücke Dir die Daumen! Unangenehm ist sowas immer, zum Glück bist Du am Drücker.

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Eine Rechnung ist kein "Bescheid"; der irgendwann rechtskräftig werden würde o.ä.

Wenn ein Kunde Deine Rechnung nicht zahlt, mußt Du ihn auf Zahlung verklagen. Besteht Deine Forderung zurecht, muß der Kunde die Rechnung zuzüglich des Schadens zahlen, der Dir durch Zahlungsverzug und Klage entstanden ist.

Besteht die Forderung zu Unrecht, muß er nicht zahlen und Du zahlst im auch noch die Kosten seiner Rechtsverteidigung. So läuft das nun mal im Geschäftsleben.

Aber so nach dem Motto: "Die Rechnung hättest Du früher anzweifeln müssen. Die Forderung ist zwar nicht berechtigt, aber weil Du nicht schnell genug widersprochen hast, mußt Du jetzt trotzdem zahlen" - das gibt es natürlich nicht.

Gut, macht wenn man es so ausdrückt macht es natürlich Sinn. Für mich sieht die Geschichte eher grad so aus: "Ich(Kunde) habe momentan nur sehr begrenzte Finanzielle Mittel, also zögere ich die Rechnung heraus. Oh jetzt kommen die Mahnungen, ich fange an die Rechnung anzuzweifeln"

Habe gehofft das hin und her abzukürzen indem ich sagen kann "die Frist zur Beanstandung endete letzten Monat" ... aber Du hast schon recht, wenn die Rechnung falsch wäre dann sollte es keine Frist geben die man verfehlen kann ... denn Falsch wäre Falsch!

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@rootyman

Genau so isses. Und ansonsten kann ich nur sagen: Willkommen im Geschäftsleben. So brav wie Privatkunden zahlen Unternehmen ihre Rechnungen nämlich eher selten. Es gibt wohl kaum einen Selbständigen, der nicht eine Menge an Außenständen hat.

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Was heißt anzweifeln... entweder besteht der Anspruch (ggf teilweise), dem der Kunde nachkommen muss oder er besteht nicht! Du als Verkäufer bzw Rechnungsschreibe muss natürlich nachweisen können (da du in der Beweispflicht bist), dass der Anspruch auch wirklich besteht!

Der Anspruch besteht und ist belegbar durch Emails. Es wurden auf konkrete Angebote Aufträge erteilt. Leider zwei Unterposten nur mündlich, da sie im Meeting besprochen wurden und eilig waren. Der Anspruch besteht aber in jedem Falle.

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@rootyman

Gut dann steht der Geltendmachung der schirftlich festgehaltenen Ansprüche nicht im Wege, allerdings bzgl der mündlichen Vereinbarung, musst du Beweisen dass diese bestehen... also gibt es Zeugen oder gibt es zumindest Indizien, die diese mündlichen Posten nachvollziehbar bzw ansatzweise beweisen lassen... Ich weiß ja nicht als was du dich selbstständig gemacht hast, aber bestehen die Unterposten zB aus Leistungen, die du erbracht hast und die vom Käufer auch angenommen worden sind?

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@rootyman

Gut dann steht der Geltendmachung der schirftlich festgehaltenen Ansprüche nicht im Wege, allerdings bzgl der mündlichen Vereinbarung, musst du Beweisen dass diese bestehen... also gibt es Zeugen oder gibt es zumindest Indizien, die diese mündlichen Posten nachvollziehbar bzw ansatzweise beweisen lassen... Ich weiß ja nicht als was du dich selbstständig gemacht hast, aber bestehen die Unterposten zB aus Leistungen, die du erbracht hast und die vom Käufer auch angenommen worden sind?

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Nun weiß ich nicht, aufgrund welcher Tatsache Du ihm eine Rechnung geschrieben hast - Warenlieferung, Dienstleistung o.ä. Besteht aber (aus Sicht des Kunden) ein Mangel (an der Warenlieferung, Deiner Dienstleistung etc.), so muß der Kunde diesen Mangel unverzüglich anzeigen. Unverzüglich heißt eben sofort nach Erkennen.

Unverzüglich ist nicht geschehen, die Rechnung wurde erst gestellt nachdem die Arbeit abgeschlossen war und in gebrauch. Konkret waren dies Webseitenverbesserungen sowie Serverumzug.

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solange sie nicht gezahlt wurde. Danach wird es schwieriger.

Das Problem liegt wahrscheinlich darin, dass die Rechnung teilweise aus Angeboten und teilweise aus Rechnungsposten nach mündlicher Absprache besteht, diese möchte er nun wahrscheinlich anzweifeln. Es handelt sich konkret um Arbeiten an einer Webseite, welche auf meinem Server hostet. Ich habe ihm eine letzte Frist gestellt und stelle meine Leistungen am kommenden Freitag ein, sprich schalte seinen Account ab. Jetzt habe ich die Befürchtung, dass dann Schadensersatzforderungen kommen. Die Rechnung ist jedoch dann 2 Monate überfällig und ich habe ihn ausdrücklich schriftlich darauf hingewiesen dass die Leistungen eingestellt werden. Eigentlich sollte ich auf der sicheren Seite sein.

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@rootyman

Schadensersatz kann ja nur generiert werden, wenn es entsprechende Vertragsbedingungen gibt. Auch mündliche Vereinbarungen sind Verträge. Wenn da z. B. abgemacht wurde, daß die Leistung eingestellt wird bei Zahlungsverzug, dann ist das definitiv in Ordnung. Wenn Du es nicht sowieso schon getan hast, würde ich diese Punkte noch mal nachsehen in dem Material, was Du schriftlich hast. Wenn gar nichts darüber vereinbart ist, bist Du aus meiner Perspektive (!) ohne Zahlung auch nicht zu einer Leistungserbringung verpflichtet.

Ich habe das dumme Gefühl - auch nur meine Perspektive! - daß Du es mit einem Pleitier zu tun hast. Rechnungen, die erst bei der 2. Mahnung oder gar im Mahnverfahren angezweifelt werden, lassen mich immer vermuten, daß da einer überhaupt nicht mehr zahlen will oder kann und das auch schon länger weiß...

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@montrup

Deine Spidey-Senses täuschen dich nicht, habe durch den Kundenkontakt und Recherche mittlerweile herausgefunden dass das Business nicht wirklich gut läuft. Es ist eindeutig nur ein Vorwand um nicht zu zahlen bzw. den Preis zu drücken. Aber es handelt sich um ein mittelgroßes Unternehmen aus dem Gesundheitssektor und der Rechnungsbetrag (<1000€) ist mehr als angemessen für die erbrachte Leistung

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Etwas mehr Details bitte. Ist es eine Telefonrechnung? Oder geht es um eine Warenlieferung?

Es geht um Verbesserungsarbeiten an einer bestehenden Webseite, Serverumzug, Emailumzug.

Alle Tätigkeiten sind dokumentierbar ausgeführt.

Ausserdem gab es Probleme mit dem bisherigen Serveranbieter, welche durch mich gelöst wurden und somit Arbeit und Zeit benötigten, was ich natürlich in Rechnung gestellt habe. Diese sind aber nicht "anfassbar" im sinne von geschriebenen Codezeilen oder sonstigem sondern halt "nur" Arbeitszeit, dies wird denke ich angezweifelt obwohl ausdrücklich auf die Berechnung der Arbeit im Meeting hingewiesen wurde.

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@rootyman

Ganz doofe Frage: Irgendwelche Belege dieser zeiten? Sei´s über Stundennahcweis oder ggf. vieleicht wenigstens durch die Blume in Form vona nderen Dokumenten, die das indirekt belegen (Fahrten oder oder)

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@SiViHa72

Ganz hart auf hart gibts den Einzelverbindungsnachweis der Telefonrechnung sowie diverse Emails mit dem ehemaligen Serverbetreiber welche die Arbeit belegen.

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