Gibt es eine beidseitige Scheibenbremse?

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4 Antworten

So etwas gibt es wohl. Und zwar von Schmidt Maschinenbau, inklusive Nabendynamo (bekannt als SON). Einfach mal unter nabendynamo.de nachfragen. Passende Gabeln soll es von Schauff und Agresti geben. Sinn und Zweck ist Symmetrie, eine einseitige Scheibenbremse belastet eine Gabel eben nur einseitig, siehe http://fahrradzukunft.de/11/tandem-starrgabel/ . Eine geeignete Bremse wäre die Magura Big, sie ist darauf ausgelegt, mit einem Geber zwei Nehmer zu bedienen.

Inhaltlich kann ich hier gar nix beitragen: Verstehe ich zu wenig von. Aber die Art deiner Argumentation finde ich vorbildlich! Auch, dass du die Behandlung der Frage: "Muss Symmetrie eigentlich sein oder nicht" noch mit einer Quelle unterlegst, finde ich klasse. Kompliment!! Und Danke für den motivierenden Beitrag! Wenn doch alle so (ähnlich) wären!

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Braucht man nicht. Immerhin reicht die Bremskraft hydraulischer Scheibenbremsen sogar bei Motorrädern aus. Wenn ich einen Berg runterbretter und bremse (wohlgemerkt nur mit einer mechanischen Bremse), muss ich echt aufpassen, das es mich nicht über den Lenker jagt.

Motorräder haben heutzutage zumeist Doppelscheibenbremsen.

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@kuku27

Nur eine Stichprobe: Ist das BMW C 600 Sport ein ganz schweres und schnelles Motorrad? 647 ccm, 60 PS, 175 km/h, Doppelscheibenbremse 270 mm. Ich würde mal sagen, die meisten, die nicht Roller oder Leichtkraftrad heißen. Zumindest ist es nicht ungewöhnlich.

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@user353737

Zumindest wenn ich mir die MotoGP ansehe, kann ich im Feld keine Doppelscheibenbremsen entdecken. Außerdem ist es zumindest am Hinterrad aufgrund der Kette unmöglich, eine Doppelscheibenbremse zu verwenden, und das ist schließlich (zumindest beim Fahrrad) die wichtigste Bremse. Vorne die Bremse verwende ich so gut wie nie.

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@downhillmaster

Die Moto GP hat sicher eine Scheibenbremse. Und zwar vorn. Genau da, wo es sinnvoll ist. Bei Deinem Nick hätte ich gedacht, dass Du fahrtechnisch fit bist. Die Hinterradbremse bringt nur einen Bruchteil der nötigen Bremsleistung. Die wirklich wichtige Bremse ist vorn. Dein Problem ist vielleicht einfach nur eine schlecht dosierbare Bremse.

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@user353737

Hab nie gesagt, das ich Motorrad fahre. Tu ich auch nicht. Sehe mir aber gerne Rennen an, daher weiß ich, dass die Motorräder dort vorne wie hinten Scheibenbremsen haben, im Unterschied zum Fahrrad aber auf verschiedenen Seiten (vorne links, hinten rechts). http://www.youtube.com/watch?v=-YAiXqOwkmE

Wie gesagt fahre ich selber kein Motorrad, sondern MTB. Wenn man Downhill fährt, verlagert man das Körpergewicht sehr weit nach hinten, indem man hinter den Sattel geht, und zwar, damit man am Hinterrad maximale Bremskraft ausüben kann, ohne das das Hinterrad blockiert.

Bremst man bergab mit der Vorderradbremse (bei hohem Tempo), verliert man schnell die Kontrolle und überschlägt sich. Ich spreche an dieser Stelle aus schmerzhafter Erfahrung. Das Vorderrad hat bergab die Funktion der Richtungsgebung (eigentlich überall). Bremst man bergab mit der Vorderbremse, blockiert das Rad aufgrund der Gewichtsverlagerung nach hinten. Somit hat man kein richtungsgebendes Rad mehr, was logischerweise zum Sturz führt, wenn man nicht mächtig Glück hat.

Ich habe auch schon Downhill-MTBs gesehen, die aufgrund von Gewichtsvorteilen lediglich eine Hinterradbremse hatten. Die Hinterradbremse ist daher zumindest beim Downhiller die wichtigere, es sei denn, man möchte einen Endo machen.

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@downhillmaster

Zunächst einmal eine Korrektur. Ich schrieb: "Die Moto GP hat sicher eine Scheibenbremse." Ich meinte natürlich Doppelscheibe.

Hab nie gesagt, das ich Motorrad fahre.

Habe ich auch nie behauptet. Ich bezog mich auf das: "Wenn ich einen Berg runterbretter und bremse (wohlgemerkt nur mit einer mechanischen Bremse), muss ich echt aufpassen, das es mich nicht über den Lenker jagt." in Kombination mit: "Außerdem ist es zumindest am Hinterrad aufgrund der Kette unmöglich, eine Doppelscheibenbremse zu verwenden, und das ist schließlich (zumindest beim Fahrrad) die wichtigste Bremse. Vorne die Bremse verwende ich so gut wie nie." Fahrrad oder Motorrad - die Vorderradbremse ist die wichtige - offenbar mit Einschränkungen, siehe unten.

Wie gesagt fahre ich selber kein Motorrad, sondern MTB. Wenn man Downhill fährt, verlagert man das Körpergewicht sehr weit nach hinten, indem man hinter den Sattel geht, und zwar, damit man am Hinterrad maximale Bremskraft ausüben kann, ohne das das Hinterrad blockiert.

Gut, wahrscheinlich bist Du fahrtechnisch fitter als ich es zunächst vermutet hatte. Sorry für meine Fehleinschätzung. Was allerdings im Downhill gilt, gilt in anderen Bereichen nicht. Beim Bremsen tun sich hier offenbar Gegensätze auf.

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@kuku27

In meiner Garage steht eine uralte 250er Yamaha – selbst die hat vorne eine Doppelscheibenbremse, auch wenn sie mit ihren 44PS Mühe hat, irgendwas zu reißen. Ich glaube, Dein Argument hält nicht.

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@noses

Interessanterweise findet man auch bei Fahrrädern oftmals unnötige oder übertrieben professionelle Parts an Billigfahrrädern.

Nur mal ein Beispiel: Vorige Woche habe ich beim real ein rostiges 24-Zoll Damenrad der Marke McKenzie gesehen, 32-Zähne-Einfachkranz vorne, Schraubkranz (vermutlich kleinster Zahnkranz 14 Zähne) hinten, aber: vorne und hinten hydraulische Hayes Scheibenbremse, 20cm-Bremsscheiben, und dabei hatte der rahmen nicht mal Scheibenbremsaufname, die wurde nachträglich angeschweißt.

Ich kann verstehen, das ein vorsichtiger und sorgsamer Familienvater seiner kleinen Tochter kein Fahrrad mit schlechter Bremse zumuten will, aber so schnell kann das Rad doch gar nicht werden, dass V-brakes nicht reichen.

Wenn jemand nicht professionell fährt und sicher fahren möchte, baut er lieber zu viel als zu wenig ein, ohne eine realistische Relation zu beachten. Da wird selbst ein 24-Zoll Damenrad zur unzähmbaren Höllenmaschine, die nur mit besten Bremsen unter Kontrolle zu bringen ist.

Profis achten aber auch auf das Gewicht und setzen die Sicherheitsausstattung mit Beschleunigung und Leistung des Gefährts (egal ob Fahrrad, Auto, Santa´s Schlitten, Snowmobil oder Motorrad) in Relation.

Um in diesem Zusammenhang langsam aber sicher auf die Frage zurückzukommen: Ich kann mir vorstellen, dass ein Motorradfahrer durch schwere und komplexe Bremsanlagen für maximale Bremskraft sorgen muss, aber beim Fahrrad braucht man zum Beispiel Doppelscheibenbremsen nicht. Man hat dadurch nur mehr Gewicht und eine Bremskraft, die vollkommen überproportional ist.

Es mag sowas für Fahrräder geben, aber wirklich sinnvoll ist es nicht, da die maximale Bremskraft beim Fahrrad (und sobald das Rad blockiert, ist die Bremskraft maximal) sehr viel geringer ist als die beim Motorrad. Natürlich variiert die Bremskraft von Rad zu Rad und von Situation zu Situation. Wer schwerer ist, hat eine höhere maximale Bremskraft. Wer schneller fährt, hat ebenfalls eine höhere maximale Bremskraft.

Upps, eigentlich wollte ich gar keinen Roman schreiben :D

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@downhillmaster

Es mag sowas für Fahrräder geben, aber wirklich sinnvoll ist es nicht, da die maximale Bremskraft beim Fahrrad (und sobald das Rad blockiert, ist die Bremskraft maximal) sehr viel geringer ist als die beim Motorrad.

Noch einmal für's Verständnis: Es geht nicht zwingend um die Leitungsfähigkeit der Bremse. Du hast vollkommen Recht: Da braucht es in der Regel keine Scheibenbremse, erst recht keine doppelte. Es geht um die symmetrische Belastung der Gabel, die man durch die Doppelscheibe erreicht. Gerade beim Tandem kann das ein interessanter Aspekt sein, weil die Last auf der Gabel sehr hoch werden kann.

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Nö, gibt es nicht, habe ich jedenfalls noch nie gesehen und ich googele ständig nach irgendwelchen Naben. Bei Bedarf verbessert man die Mechanik und vergrößert die Bremsscheibe.

Sowas wäre mir nicht bekannt. Wieso auch? Schonmal ne 200er Scheibe mit ner Vierkolbenbremse gefahren? Da reicht ein leichtes Ziehen mit einem Finger um dich über den Lenker zu befördern.

Abgesehen von der Bremsleistung lässt sich selbst das Fading (nachlassen der Bremsleistung bei Dauerbelastung/Erhitzen) größtenteils mit der richtigen Bremse/Bremsscheibe und den passenden Belägen in den Griff bekommen.

Selbst bei einem Gewicht von sagen wir mal 130 Kilo hat man mit einer guten Bremse mitlerweile keine Probleme mehr.

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