Gibt es ein Wärmebildgerät das bei 250 m bis 350 m Wärmesignaturen eindeutig erkennt (z.B. Fuchs, Dachs, Mensch) und das man auch im wald einsetzten kann?

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3 Antworten

Ich habe Erfahrung mit dieser Wärmebildkamera (zur Miete, https://mieten.mit-koepfchen.de/produkt/waermebildkamera-mieten/, Beschreibung hier https://mieten.mit-koepfchen.de/thermografie-waermebilder-selbst-machen/) und schildere dir mal meine Eindrücke. Nach Wildtieren im Wald habe ich zwar nie gesucht, habe aber viele andere vergleichbare Dinge ausprobiert. Ich denke, du kannst dir vielleicht auch so eine Meinung bilden:

1) Die Wärmebildkamera macht auch sehr kleine Temperaturunterschiede gut sichtbar. Selbst wenn keine Wärmequelle vorhanden ist (z.B. abends / nachts im Garten), dann gibt es immer noch genügend Temperaturdifferenzen, so dass man ein klares Bild erhält und auch im Dunkeln Büsche, Bäume etc. gut erkennen kann. Um so größer die Temperaturunterschiede, um so kontrastreicher ist das Bild.

2) Das Sichtfeld (Öffnungswinkel) ist ca. 15°, so dass man auch in größerer Entfernung Objekte anvisieren und betrachten kann. Wenn du in auch größerer Entfernung etwas gezielt anschaust ist ganz gut. Wenn du aber deine Umgebung ungezielt absuchst (dir einen Überblick verschaffen möchtest) ist das natürlich nicht so toll, denn durch das beschränkte Blickfeld es ist etwa so, als ob du deine Umgebung durch eine Klopapier-Rolle schauend betrachtest ;-)

3) Das was du auf dem Wärmebild (besser: Der Wärmefilm, denn das Display zeigt ein Live-Bild) sehen kannst ist etwa vergleichbar mit dem, was du auf dem Foto einer gewöhnlichen Digitalkamera siehst mit dem Unterschied, dass die Temperaturdifferenzen durch die Thermografie sehr schön hervorgehoben werden. Um auf deine Frage zurück zu kommen: Angenommen da ist ein Dachs oder Fuchs in ~200 m Entfernung, verdeckt von Unterholz, Bäumen und so weiter, dann wirst du den Fuchs auch auf dem Wärmebild mit großer Wahrscheinlichkeit nicht sehen - eben weil er verdeckt ist. 
Könntest du ihn (zumindest theoretisch) mit einer normalen Kamera sehen weil er nicht verdeckt ist, dann wirst du ihn mit der Wärmebildkamera sehen.

Sollte irgend wo ein Tier gesessen oder gelegen haben, dann kannst du wahrscheinlich die Stelle im Wärmebild sehen: Legt man seine Hand für ein paar Sekunden auf eine Tischplatte und nimmt sie dann wieder weg, dann kann man fast minutenlang seinen Handabdruck im Wärmebild sehen. Auf der Straße kann man noch Stunden nachdem ein Auto dort geparkt hat sehen, wo der Motor seine Wärme abgestrahlt hat und wo der Schatten des Autos war. Bei vorbeifahrenden Autos und Zügen sieht man, dass die Räder/Reifen durch die Reibung warm werden.

Generell gilt: Um so größer dein "Zielobjekt" und um so größer die Temperaturdifferenzen, um so einfacher wirst du etwas entdecken: Ein Mensch ist in großer Entfernung in jedem Fall einfacher durch Thermografie zu finden als ein Fuchs (weil der Mensch größer ist!). In einer kühlen Nacht werden sich Füchse und Dachse sehr gut vom Hintergrund abheben und du wirst sie leicht sehen. Bei Sonnenschein gibt es hingegen viele und so z.T. extrem unterschiedlich warme und kühle Flächen, dass dir eine Wärmebildkamera auf der Suche nach Wildtieren kaum helfen wird.

Wenn du ein sehr kleines, warmes Objekt in sehr großer Entfernung hast, dann wird es auf dem Bildschirm natürlich auch nur klein dargestellt. Ein Dachs aus der Nähe betrachtet ist wahrscheinlich "hellgelb" vor "blauem Hintergrund". Aus großer Entfernung betrachtet (z.b. 150+ Meter) wird der Dachs nur noch ein paar Bildpunkte groß sein. Diese Bildpunkte sind dann auch irgend wann nicht mehr "gelb" vor "blauem Hintergrund" sondern nur noch "rot vor blauem Hintergrund". Ist der Dachs so weit weg, dass du ihn mit den Augen nicht mehr erkennen kannst, dann kannst du ihn vermutlich mit der Wärmebildkamera auch nicht mehr sehen: Wird die Entfernung zu groß (z.B. ein paar Hundert Meter), dann "verschwimmt" das Wärmebild des Dachses immer mehr mit dem Hintergrund.

Es ist hilfreich, sich mit der Kamera ein paar Stunden vertraut zu machen. Die "Automatik"-Einstellung ist nicht immer die Beste. Mit ein paar manuellen Einstellungen kann man oft noch viel mehr interessante Dinge entdecken.

Zusammenfassend: Ich denke, eine Wärmebildkamera ist wahrscheinlich ein gutes (mindestens aber sehr interessantes!!! ) Spielzeug, um Tiere oder Menschen im Wald zu finden. "Zaubern" kann aber auch die Thermografie nicht. Aber davon abgesehen ist ein Spaziergang mit einer Wärmebildkamera eine sehr interessante Erfahrung.

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Geben tut es das allemal, als Beispiele seien da mal die Wärmebildkameras an Polizeihelikoptern oder die Wärmebildkameras im Einsatz der Feuerwehr genannt. Der Preis ist natürlich das andere Thema.

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