Gibt es ein Museum oder Führungen zum Schlachtfeld der Bronzezeit im Tollensetal (Mecklenburg-Vorpommern)?

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2 Antworten

und eben von der Schlacht erzählen und wie sich was und warum zugetragen haben könnte?

Wie soll das denn gehen? Wir reden hier über die Bronzezeit, da gibt es keine schriftlichen Quellen in unseren Breiten. Wir haben nur den archäologischen Befund, den wir mit mehr oder weniger viel Phantasie interpretieren können.

In ganz klaren Worten: Das meiste, was man dazu sagen kann, ist spekulativ. Leider spielen da auch viele Kollegen mit, wie ich auf einer Tagung am Wochenende selbst erleben durfte.

Fakt ist, dass es dort eine Viezahl von Toten gibt, die Traumata aufweisen, dazu gibt es einige wenige Pferdeskelette.

Möglicherweise handelte es sich bei den Pferden um Reittiere, die (mir bekannten) Belege dafür kann allerdings durch die Bank auch anders deuten, es ist also auch eine andere Nutzung der Pferde denkbar.

Die Hochrechnung der Zahl der beteiligten Individuen ist sehr mutig, von Siegern und Besiegten zu reden ist noch mutiger.

Die meisten Skelette sind nicht vollständig, wurden teilweise verlagert, das gleiche gilt für die übrigen Funde.

Die C14-Daten zeigen im Übrigen sogar zwei verschiedene Daten-Cluster auf. Dabei kann die Lagerung im feuchten Milieu eine Rolle spielen, es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass es sich um mehrere Kampfereignisse handelt.

Interessant ist, dass man den vorgeschichtlichen Flusslauf nachvollziehen kann, möglicherweise (!!!) handelt es sich um Streitigkeiten um einen Flussübergang.

Wenn du dir das Tal ansehen möchtest, spricht da natürlich nichts dagegen, allerdings geht Deutschland mit seinen vorgeschichtlichen Bodendenkmälern weitaus zögerlicher um als beispielsweise die Briten, die darauf zumindest hinweisen und Tafeln aufstellen. Hier spielt da sicherlich auch der Denkmalschutz mit rein, schließlich wurde wurde bislang nur ein kleiner Teil der Befunde ausgegraben, die Gefahr für das Bodendenkmal durch Raubgräber ist nicht von der Hand zu weisen.

Mehr als ein Spaziergang vor Ort wird das also nicht. Ich würde eher zur Ausstellung in Halle "Auf den Spuren des Krieges" fahren. Und dabei immer im Hinterkopf behalten, dass wir in der Archäologie immer mit Wissenslücken leben müssen. Der eine Kollege weist auf sie hin, der andere versucht sie zu stopfen, damit der Laie mehr davon hat.

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