Gibt es ein Amt, wo man Psychiater melden kann?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Hallo harrypotterin,

zunächst zu deiner Frage. Vermutete Verstöße von Ärzten kann man bei der zuständigen Ärztekammer melden, wo genau, hängt davon ab, wo der Arzt praktiziert (siehe z.B. hier: , für einen Überblick über die Landesärztekammern siehe hier: ). Wenn du denkst, dass ein Fehlverhalten eines Arztes vorliegt, kannst du das ruhig tun. Es wird dann überprüft, ob ein solches vorliegt und ggf. Maßnahmen in die Wege geleitet.

Soweit zur eigentlichen Frage, nun meine Meinung zur Diskussion. Meiner Erfahrung nach ist es überhaupt nicht völlig absurd, was du hier schreibst. In der KJP-Klinik, in der ich bis vor Kurzem gearbeitet habe, waren solche Berichte keine Ausnahme, wenngleich ich aus dieser Zeit eher den Eindruck gewonnen habe, dass eine Ritalin-Verordnung ohne einschlägige (Test-)Diagnostik eher bei Nicht-Kinderpsychiatern vorkommt (also v.a. Hausärzte und Kinderärzte, wobei gerade Letztere oft den Vorteil haben, die betreffenden Kinder/Jugendlichen und ihre Entwicklung schon lange zu kennen und so oft aus dem Verlauf auf AD(H)S schließen - was oft hinhaut, aber dennoch einfach nicht "lege artis" ist, also nicht den wissenschaftlichen Standards entspricht und u.a. die Verwechslung mit anderen Störungsbildern bzw. Störfaktoren in sich birgt).
Von daher ist es ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt, hier Lügen zu unterstellen (sei es die Freundin oder dich, die Fragestellerin, betreffend) - so sehe ich das.

Und was halte ich nun von dem "Teufelszeug" bzw. dem "Wundermittel" Ritalin? Wenn eine nach aktuellen Standards durchgeführte Diagnostik (bestehend aus Exploration/Gespräch mit Eltern und Betroffenem, v.a. bei kleineren Kindern Verhaltensbeobachtung an mehreren Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten und im Idealfall nicht nur in der Praxis, psychologischer Testdiagnostik, wenn möglich auch Befragung der Lehrer,  Einsichtsnahme der Grundschulzeugnisse, internistische Diagnostik und ggf. Bildgebung des Gehirns - das geht also nicht während eines ersten Termins) und (Verhaltens-)Psychotherapie zu keiner ausreichenden Besserung führt, dann ist ein Behandlungsversuch mit Ritalin sinnvoll. Eine ausgeprägtete, unbehandelte ADHS (v.a. die "mit H", also Hyperaktivität) führt nämlich leider ziemlich oft zu Folgeschäden wie ungenügendem Aufbau von Sozialkompetenz, was dazu führt, dass die Betroffenen keine Freunde finden, Schulangst/-verweigerung, mangelndes Selbstwertgefühl Depression und durch Ausbleiben von Erfolg und Anerkanntwerden v.a. von Gleichaltrigen, Beeinträchtigung der Persönlichkeitsentwicklung, das Suchen von Bestätigung durch antisoziales Verhalten bis hin zur Selbst"medikation" mit Drogen und Abrutschen in kriminelle Kreise, wo endlich ein Stück Anerkennung erlebt wird usw. . Nicht wenige Erwachsene, die auf die schiefe Bahn geraten sind, haben eine solche Geschichte hinter sich. Dem gegenüberzustellen sind selbstverständich die Nebenwirkungen (v.a. reduzierter Appetit und Schlafstörungen, insbes. zu Beginn der Medikaton) und Kontraindikationen (wenn z.B. Wachstumsstörungen vorliegen oder in der Familie Tic-Störungen bekannt sind, da Ritalin eine solche auslösen kann, wenn eine Veranlagung vorliegt). Es gibt auch andere medikamentöse Therapieoptionen als Ritalin, die häufig aber eher bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen zum Einsatz kommen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Botschaft an den Betroffenen, dass er/sie nur dann "richtig funktioniert", anerkannt wird usw., wenn er/sie Tabletten nimmt. Auch deshalb sollte eine medikamentöse Behandlung immer nur im Kombipaket mit Psychotherapie stattfinden. Unter den Psychotherapien ist v.a. Verhaltenstherapie und Systemische Therapie eine gute Wahl (Letztere wird leider i.d.R. nicht von den Kassen finanziert).

Das setzt natürlich immer voraus, dass auch wirklich eine "echte" ADHS vorliegt und nicht z.B. eine schwierige Umgebung (Elternhaus, Kiga/Schule - ein Klassiker bei fälschlich diagnstizierter ADHS) oder körperliche/psychische Entwicklungsdefizite, die kein besser angepasstes Verhalten ermöglichen oder Probleme der Sinnesorgane wie eine Schwerhörigkeit. Nicht zu vernachlässigen sind auch Eltern, die die Leistungen der Kinder pushen wollen oder Jugendliche, die Hilfe beim Abnehmen wollten oder sich Sorgen um ihren Abischnitt machen etc. pp. ... . Und genau deswegen wäre eine Verordnung noch im Erstkontakt meiner Meinung ein ziemlicher Schnellschuss.



Wurzelstock 22.06.2016, 07:51

Ich hatte zwei Schulkameraden mit ADHS. Bei einem dritten war diese Diagnose nicht gesichert. Das Syndrom stand jedenfalls nicht im Vordergrund. Der Volksmund nannte solche Kinder "Verbrechertypen". Damals gabe es noch keine medikamentöse Therapie. Alle drei wurden zu Massenmördern, und machten Schlagzeilen.

0

Mmh...das ist wirklich krass!Mein Sohn ist seid 3 Monaten mit der Diagnostik beschäftigt, wir haben so viele Termine! !!Ich kann es nicht fassen!Er muss Tests machen und alles,das kann ja echt nicht sein!Vielleicht kannst du herauszufinden bei welcher krankenkasse sie ist und dort anrufen.Schließlich läuft das ja darüber und die bezahlen diese Maßnahme. Ich verstehe deine sorgen, ich bin selber noch nicht soweit das ich den Medikamen zustimme und fühle mich total schlecht wenn es darum geht das für meinen Sohn zu entscheiden. Verstehe aber die Mutter nicht,das sie das einfach so mitmacht...Viel Glück! !!Lg

harrypotterin 13.08.2015, 17:51

Ich glaub, sie "erlaubt's" ihr, weil sie es unbedingt will. Schade sowas! Ich würde meinem Kind erst Ritalin/sonst was geben, wenn alle alternativ Therapien gescheitert sind oder der Betrag, den man selbst zahlen muss zu hoch ist. ~viel Glück euch!

0
Adlerblick 14.08.2015, 19:12
@harrypotterin

@harrypotterin: Man weiß inzwischen längst dank zahlreicher Studien, dass es keine Alternativ-Behandlungsmethoden gibt, die erfolgreich sind!

Auf dem Gebiet gibt es leider viel zu viele Märchenerzähler, die bisher alle Beweise schuldig blieben, wonach Alternativ-Methoden erfolgreich wären.

2
Adlerblick 14.08.2015, 18:59

lottlott: Brauchst Dir nichts zu denken bei der Story, die stimmt nämlich definitiv nicht. Wie Du ja selbst erlebst, sind für die Diagnostik mehrere Termine nötig, so dass kein Kinder-und Jugend-Pychiater einfach ein Rezept ausstellt über Ritalin ohne Einwilligung der Eltern!

Das sind die typischen Stories, wie sie von den AD(H)S-Leugnern ins Netz gestellt werden!

Für  Deinen Sohn wünsche ich Dir alles erdenklich Gute.

Erkundige Dich mal bei dem Kinder- und Jugendpsychiater wie es aussieht bezüglich einer Verhaltenstherapie.

Normalerweise beginnt man erst mit einer Verhaltenstherapie ehe ein Medikament spruchreif wird.

Erst dann, wenn der Verhaltenstherapeut feststellt, dass eine Verbesserung übee Verhaltenstherapie nicht mehr erzielbar ist, weil die Aufmerksamkeit und Konzentration viel zu beeinträchtigt ist, erst dann wird der Einsatz eines Medikamentes in Erwägung gezogen.

Und da gibt es heute sehr viel modernere Medikamente als das hier angesprochene Ritalin. Mach Dich da mal sachkundig.

3

Diese Story kann ich leider nicht glauben. Wenn Deine Freundin wegen einer AD(H)S-Problematik beim Kinder-und Jugendpsychiater war, hat er ihr unter 

GARANTIE KEIN RITALIN VERORDNET, ohne mit den Eltern Rücksprache zu halten, weil er das gar nicht machen kann!

Die Eltern müssen ihr Einverständnis geben, nur dann kann er dieses Medikament auch verordnen.

Da hat Dir Deine Freundin einen sauberen Bären aufgebunden!

Offensichtlich weiß sie über die Gepflogenheiten und den Umgang mit einer AD(H)S gar nicht Bescheid.

Erst muss mal ein Test gemacht werden, und zwar zunächst ein IQ-Test, anschließend folgt der Aufmerksamkeits- und Konzentrationstest.

Diese Test-Verfahren dauern bis zu 11 Tage, so dass es gar nicht möglich ist, dass der Psychiater beim 2. Besuch bereits Ritalin verordnet haben soll.

Ohne feststehende Diagnose wird auch kein Ritalin verordnet.

Deshalb kannst beruhigt sein, dass Deine Aussage:

 und der Psychiater verschreibt sie ohne ein Wimpernzucken

mit Sicherheit nicht zutrifft.

Die Aussage von Dir, wonach es sich bei Ritalin um eine "Droge" handeln würde, ist überdies grundverkehrt. Solche Geschichten kommen nur von den
Verschwörungstheoretikern der ADHS-Leugner.

In Ritalin ist der Wikstoff MPH (Methyl-Phenidat) enthalten, und zwar in so einer geringen Dosis, dass er gar nicht als Droge wirken kann.

Das Ritalin bewirkt bei einem ADHS-ler, dass sein Geamtzustand beruhigt und heruntergefahren wird, also das Gegenteil einer Droge!

Es gibt jedoch Menschen, die das Methyl-Phenidat in Reinform auf illegalem Wege besorgen, und in dieser Reinform kann es aufputschend wirken.

Ist also ein völlig anderer Ansatz.

Es erstaunt mich doch sehr, dass Du Dich so explizit mit der Situation Deiner
Freundin beschäftigst, von der Du noch nicht mal nähere Angaben hast als diese dürftige, die mit Sicherheit nicht stimmt.

Du solltest Dir angewöhnen, besser zu hinterfragen, ehe Du Dich auf Spekulationen einlässt und damit auch eine "Bauchlandung" machen kannst.

So, wie der Fall geschildert wird von Dir, hat Dich Deine Freundin - warum auch immer - angelogen!

Und ohne Fakten hast auch keine Chance bezüglich einer Beschwerde.
Bei eindeutigen Verstößen, die in dem Fall nicht gegeben sind, gibt es 
eine Anlaufstelle beim Gesundheits-Ministerium der Bundesrepublik Deutschland.

eggenberg1 14.08.2015, 18:14

da  es  sich um 14 jährige kinder handelt , findet  die  freundin e s wahrscheinich ganz interessant , das sie jetzt ritalin nehmen  muß.. evtl könnte ja der pychater  erwähnt haben, das  sie  nach erfolgter untersuchung   ritalin bekommen wird , und die freundin hat  das dann so ausgelegt , als ob er  eben sofort  ritalin verschrieben hätte.  kinder eben ,pupertierend ! :-)

2
Laura4love 22.09.2016, 20:42

Das Ritalin bewirkt bei einem ADHS-ler, dass sein Geamtzustand beruhigt
und heruntergefahren wird, also das Gegenteil einer Droge!

Ritalin beruhigt nicht, man verhält sich nur ruhiger, bei Leuten mit ADS ist es so, dass sie nicht noch ruhiger werden, sondern aktiver.

Bei AD(H)S-Erkrankten liegt ein Mangel an Dopamin im Gehirn vor, einem wichtigen Botenstoff, der für die Informationsübertragung zwischen bestimmten Nervenzellen zuständig ist. Ritalin stimuliert die dopaminhaltigen Nervenverbindungen, so dass die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen wieder hergestellt wird. Dadurch können sich die Betroffenen besser konzentrieren.

AD(H)Sler und "normale" Menschen haben ein unterschiedliches Konzentrationsniveau. Das der anderen ist auf dem Normalniveau, während das der AD(H)Sler niedriger ist. Um diesen Niveauunterschied auszugleichen kann man Medikamente mit Methylphenidat einnehmen.

0

Du scheinst echt kaum eine Ahnung zu haben, was da abgelaufen ist Zitat:"in der ersten zweiten Stunde" was denn nun? Hast du eine Ahnung was da genau gelaufen ist ich denke nicht. Es wird auch kaum ein Arzt so dumm sein Medikamente zu verschreiben, wenn es nicht gerechtfertigt ist. Außerdem bewirken. Die ADHS Medikamente bei nicht betroffenen nicht besonders positiv...

Laura4love 22.09.2016, 20:55

Naja, die Medikamente wirken zwar schon bei nicht-betroffenen, allerdings ähnlich wie Drogen. Und dann kann man auch abhängig und süchtig davon werden (für Betroffene ist das ganz und gar nicht der Fall).

0

Ich nehme ebenfalls Ritalin und als ichs mir verschreiben lassen habe ist das ähnlich abgelaufen, was mich sehr irritiert hat. Bei mir steht die Diagnose ADHS zwar seit Kleinkindalter und ich habe unzählige alternative Methoden ausprobiert bevor ich zu dem Medikament gegriffen habe aber als ich eben für das Rezept zu einem Neurologen gegangen bin wollte der nichtmal meinen Befund sehen.

Bei mir ist es zwar eine ganz andere Situation nachdem ich die Entscheidung für die Medikation nicht von heute auf morgen getroffen habe aber es scheint Sitte zu sein das Zeug ohne mit der Wimper zu zucken zu verkaufen....

Adlerblick 04.10.2016, 21:42

@askAkira: Im Kleinkindalter kann man noch gar keine gesicherte Diagnose der ADHS stellen, insofern ist für mich nicht nachvollziehbar warum auf diese Diagnose zurückgegriffen hat ohne einen neuen Test zu machen.

Wer hat denn nun die Diagnose überhaupt bei Dir gestellt, nachdem Du zu einem Neurologen gegangen bist nur des Rezeptes wegen?

Wer hat Dich denn zum Neurologen geschickt?

Ohne Befund und ohne eindeutige Übeweisung bekommst Du von einem Neurologen weder einen Termin noch ein Rezept!

0

Ich würde da echt aufpassen, Ritalin ist nicht ohne, die liste der Nebenwirkungen ist sehr lang. Und wenn es immer zum lernen benutzt wird ist es später nichtmer möglich sich ohne Ritalin richtig zu konzentrieren.

harrypotterin 13.08.2015, 17:10

Bin deiner Meinung, danke. Weißt du, ob man das irgendwo melden kann?

0
eggenberg1 14.08.2015, 18:22
@harrypotterin

oO   woher hast du dein wissen ?? denn es ist  unqualifiziert , was  du da von dir gibst.. in meiner direkten verwandschaft  sind 2 kinder  ,die  ADHS  haben . sie bekamen beide  zur  schulzeit  ritalin um sich  im unterrciht  besser  konzentrieren zu  könne , bekamen zusätliche aber auch  ergotherapie  und andere schulung. als sie 14  waren haben beide   das medikament abgesetzt , wollennicht mehr und sie kamen sehr gut  damit klar. bis heute   gehen  sie  Ihren  weg  OHNE ritalin --sie müsen sich immer wieder  in erinnerung rufen, dasssie adhs haben ,wenes mal um ordnung oder konstantes handeln  geht , aber dazu ist kein ritalin mehr notwendig .

2
eggenberg1 14.08.2015, 18:24
@harrypotterin

harrypotterin -- was nimmst du dir heraus ?-- du bist 14 jahre alt und  meinst wirklich die situation  richtig  einschätzen zu  können? -- sprich mal lieber mit deiner  freundin , dass sie nicht so  rumlügen soll !

1
Adlerblick 14.08.2015, 19:06

@iIBaNaNaZzOo:

 Und wenn es immer zum lernen benutzt wird ist es später nichtmer möglich sich ohne Ritalin richtig zu konzentrieren.
Diese Aussage ist völlig falsch!
Du gehst vom Wirkstoff Methyl-Phenydat in Reinform aus,das Manche als "Aufputschmittel" einsetzen.
MPH wird bei einer AD(H)S in einer niederen Dosis eingesetzt, das das Gegenteil bewirkt von dem Aufputschmittel, es bewirkt nämlich lediglich, dass die ADHS-ler sich herunterfahren können, so dass durch diese Beruhigung eine bessere Konzentration möglich wird.
Und darüber entsteht keinerlei abhängige Wirkung, wie Du das dargestellt hast.
Außerdem musst Du Dir darüber im klaren sein, dass ADHS vererbt wird und nicht heilbar ist.
Es kann lediglich durch entsprechendes Training mit dem Verhaltenstherapeuten eine bessere Struktur und die Organisations-Fähigkeit herausgearbeitet werden.
2
Laura4love 22.09.2016, 20:52
@Adlerblick

Du sagst es!

@oOBaNaNaZzOo: Methylphenidat sollte man sowieso nicht nur zum lernen einnehmen... Regelmäßige Einnahme, wie z.B. jeden Tag unter der Woche, wird meistens mit dem Arzt  vereinbart. Immer nur wenn man es gerade braucht ist naiv, denn es hilft den ganzen Tag Alltags- und Schulsituationen zu meistern.

1

Benimmt sie sich (offensichtlich sichtbar) wie ein 10 jahre altes kind?

Was möchtest Du wissen?