Gibt es ein Amt, wo man Psychiater melden kann?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo harrypotterin,

zunächst zu deiner Frage. Vermutete Verstöße von Ärzten kann man bei der zuständigen Ärztekammer melden, wo genau, hängt davon ab, wo der Arzt praktiziert (siehe z.B. hier: , für einen Überblick über die Landesärztekammern siehe hier: ). Wenn du denkst, dass ein Fehlverhalten eines Arztes vorliegt, kannst du das ruhig tun. Es wird dann überprüft, ob ein solches vorliegt und ggf. Maßnahmen in die Wege geleitet.

Soweit zur eigentlichen Frage, nun meine Meinung zur Diskussion. Meiner Erfahrung nach ist es überhaupt nicht völlig absurd, was du hier schreibst. In der KJP-Klinik, in der ich bis vor Kurzem gearbeitet habe, waren solche Berichte keine Ausnahme, wenngleich ich aus dieser Zeit eher den Eindruck gewonnen habe, dass eine Ritalin-Verordnung ohne einschlägige (Test-)Diagnostik eher bei Nicht-Kinderpsychiatern vorkommt (also v.a. Hausärzte und Kinderärzte, wobei gerade Letztere oft den Vorteil haben, die betreffenden Kinder/Jugendlichen und ihre Entwicklung schon lange zu kennen und so oft aus dem Verlauf auf AD(H)S schließen - was oft hinhaut, aber dennoch einfach nicht "lege artis" ist, also nicht den wissenschaftlichen Standards entspricht und u.a. die Verwechslung mit anderen Störungsbildern bzw. Störfaktoren in sich birgt).
Von daher ist es ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt, hier Lügen zu unterstellen (sei es die Freundin oder dich, die Fragestellerin, betreffend) - so sehe ich das.

Und was halte ich nun von dem "Teufelszeug" bzw. dem "Wundermittel" Ritalin? Wenn eine nach aktuellen Standards durchgeführte Diagnostik (bestehend aus Exploration/Gespräch mit Eltern und Betroffenem, v.a. bei kleineren Kindern Verhaltensbeobachtung an mehreren Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten und im Idealfall nicht nur in der Praxis, psychologischer Testdiagnostik, wenn möglich auch Befragung der Lehrer,  Einsichtsnahme der Grundschulzeugnisse, internistische Diagnostik und ggf. Bildgebung des Gehirns - das geht also nicht während eines ersten Termins) und (Verhaltens-)Psychotherapie zu keiner ausreichenden Besserung führt, dann ist ein Behandlungsversuch mit Ritalin sinnvoll. Eine ausgeprägtete, unbehandelte ADHS (v.a. die "mit H", also Hyperaktivität) führt nämlich leider ziemlich oft zu Folgeschäden wie ungenügendem Aufbau von Sozialkompetenz, was dazu führt, dass die Betroffenen keine Freunde finden, Schulangst/-verweigerung, mangelndes Selbstwertgefühl Depression und durch Ausbleiben von Erfolg und Anerkanntwerden v.a. von Gleichaltrigen, Beeinträchtigung der Persönlichkeitsentwicklung, das Suchen von Bestätigung durch antisoziales Verhalten bis hin zur Selbst"medikation" mit Drogen und Abrutschen in kriminelle Kreise, wo endlich ein Stück Anerkennung erlebt wird usw. . Nicht wenige Erwachsene, die auf die schiefe Bahn geraten sind, haben eine solche Geschichte hinter sich. Dem gegenüberzustellen sind selbstverständich die Nebenwirkungen (v.a. reduzierter Appetit und Schlafstörungen, insbes. zu Beginn der Medikaton) und Kontraindikationen (wenn z.B. Wachstumsstörungen vorliegen oder in der Familie Tic-Störungen bekannt sind, da Ritalin eine solche auslösen kann, wenn eine Veranlagung vorliegt). Es gibt auch andere medikamentöse Therapieoptionen als Ritalin, die häufig aber eher bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen zum Einsatz kommen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Botschaft an den Betroffenen, dass er/sie nur dann "richtig funktioniert", anerkannt wird usw., wenn er/sie Tabletten nimmt. Auch deshalb sollte eine medikamentöse Behandlung immer nur im Kombipaket mit Psychotherapie stattfinden. Unter den Psychotherapien ist v.a. Verhaltenstherapie und Systemische Therapie eine gute Wahl (Letztere wird leider i.d.R. nicht von den Kassen finanziert).

Das setzt natürlich immer voraus, dass auch wirklich eine "echte" ADHS vorliegt und nicht z.B. eine schwierige Umgebung (Elternhaus, Kiga/Schule - ein Klassiker bei fälschlich diagnstizierter ADHS) oder körperliche/psychische Entwicklungsdefizite, die kein besser angepasstes Verhalten ermöglichen oder Probleme der Sinnesorgane wie eine Schwerhörigkeit. Nicht zu vernachlässigen sind auch Eltern, die die Leistungen der Kinder pushen wollen oder Jugendliche, die Hilfe beim Abnehmen wollten oder sich Sorgen um ihren Abischnitt machen etc. pp. ... . Und genau deswegen wäre eine Verordnung noch im Erstkontakt meiner Meinung ein ziemlicher Schnellschuss.



Ich hatte zwei Schulkameraden mit ADHS. Bei einem dritten war diese Diagnose nicht gesichert. Das Syndrom stand jedenfalls nicht im Vordergrund. Der Volksmund nannte solche Kinder "Verbrechertypen". Damals gabe es noch keine medikamentöse Therapie. Alle drei wurden zu Massenmördern, und machten Schlagzeilen.

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Diese Story kann ich leider nicht glauben. Wenn Deine Freundin wegen einer AD(H)S-Problematik beim Kinder-und Jugendpsychiater war, hat er ihr unter 

GARANTIE KEIN RITALIN VERORDNET, ohne mit den Eltern Rücksprache zu halten, weil er das gar nicht machen kann!

Die Eltern müssen ihr Einverständnis geben, nur dann kann er dieses Medikament auch verordnen.

Da hat Dir Deine Freundin einen sauberen Bären aufgebunden!

Offensichtlich weiß sie über die Gepflogenheiten und den Umgang mit einer AD(H)S gar nicht Bescheid.

Erst muss mal ein Test gemacht werden, und zwar zunächst ein IQ-Test, anschließend folgt der Aufmerksamkeits- und Konzentrationstest.

Diese Test-Verfahren dauern bis zu 11 Tage, so dass es gar nicht möglich ist, dass der Psychiater beim 2. Besuch bereits Ritalin verordnet haben soll.

Ohne feststehende Diagnose wird auch kein Ritalin verordnet.

Deshalb kannst beruhigt sein, dass Deine Aussage:

 und der Psychiater verschreibt sie ohne ein Wimpernzucken

mit Sicherheit nicht zutrifft.

Die Aussage von Dir, wonach es sich bei Ritalin um eine "Droge" handeln würde, ist überdies grundverkehrt. Solche Geschichten kommen nur von den
Verschwörungstheoretikern der ADHS-Leugner.

In Ritalin ist der Wikstoff MPH (Methyl-Phenidat) enthalten, und zwar in so einer geringen Dosis, dass er gar nicht als Droge wirken kann.

Das Ritalin bewirkt bei einem ADHS-ler, dass sein Geamtzustand beruhigt und heruntergefahren wird, also das Gegenteil einer Droge!

Es gibt jedoch Menschen, die das Methyl-Phenidat in Reinform auf illegalem Wege besorgen, und in dieser Reinform kann es aufputschend wirken.

Ist also ein völlig anderer Ansatz.

Es erstaunt mich doch sehr, dass Du Dich so explizit mit der Situation Deiner
Freundin beschäftigst, von der Du noch nicht mal nähere Angaben hast als diese dürftige, die mit Sicherheit nicht stimmt.

Du solltest Dir angewöhnen, besser zu hinterfragen, ehe Du Dich auf Spekulationen einlässt und damit auch eine "Bauchlandung" machen kannst.

So, wie der Fall geschildert wird von Dir, hat Dich Deine Freundin - warum auch immer - angelogen!

Und ohne Fakten hast auch keine Chance bezüglich einer Beschwerde.
Bei eindeutigen Verstößen, die in dem Fall nicht gegeben sind, gibt es 
eine Anlaufstelle beim Gesundheits-Ministerium der Bundesrepublik Deutschland.

da  es  sich um 14 jährige kinder handelt , findet  die  freundin e s wahrscheinich ganz interessant , das sie jetzt ritalin nehmen  muß.. evtl könnte ja der pychater  erwähnt haben, das  sie  nach erfolgter untersuchung   ritalin bekommen wird , und die freundin hat  das dann so ausgelegt , als ob er  eben sofort  ritalin verschrieben hätte.  kinder eben ,pupertierend ! :-)

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Das Ritalin bewirkt bei einem ADHS-ler, dass sein Geamtzustand beruhigt
und heruntergefahren wird, also das Gegenteil einer Droge!

Ritalin beruhigt nicht, man verhält sich nur ruhiger, bei Leuten mit ADS ist es so, dass sie nicht noch ruhiger werden, sondern aktiver.

Bei AD(H)S-Erkrankten liegt ein Mangel an Dopamin im Gehirn vor, einem wichtigen Botenstoff, der für die Informationsübertragung zwischen bestimmten Nervenzellen zuständig ist. Ritalin stimuliert die dopaminhaltigen Nervenverbindungen, so dass die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen wieder hergestellt wird. Dadurch können sich die Betroffenen besser konzentrieren.

AD(H)Sler und "normale" Menschen haben ein unterschiedliches Konzentrationsniveau. Das der anderen ist auf dem Normalniveau, während das der AD(H)Sler niedriger ist. Um diesen Niveauunterschied auszugleichen kann man Medikamente mit Methylphenidat einnehmen.

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Mmh...das ist wirklich krass!Mein Sohn ist seid 3 Monaten mit der Diagnostik beschäftigt, wir haben so viele Termine! !!Ich kann es nicht fassen!Er muss Tests machen und alles,das kann ja echt nicht sein!Vielleicht kannst du herauszufinden bei welcher krankenkasse sie ist und dort anrufen.Schließlich läuft das ja darüber und die bezahlen diese Maßnahme. Ich verstehe deine sorgen, ich bin selber noch nicht soweit das ich den Medikamen zustimme und fühle mich total schlecht wenn es darum geht das für meinen Sohn zu entscheiden. Verstehe aber die Mutter nicht,das sie das einfach so mitmacht...Viel Glück! !!Lg

Ich glaub, sie "erlaubt's" ihr, weil sie es unbedingt will. Schade sowas! Ich würde meinem Kind erst Ritalin/sonst was geben, wenn alle alternativ Therapien gescheitert sind oder der Betrag, den man selbst zahlen muss zu hoch ist. ~viel Glück euch!

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@harrypotterin

@harrypotterin: Man weiß inzwischen längst dank zahlreicher Studien, dass es keine Alternativ-Behandlungsmethoden gibt, die erfolgreich sind!

Auf dem Gebiet gibt es leider viel zu viele Märchenerzähler, die bisher alle Beweise schuldig blieben, wonach Alternativ-Methoden erfolgreich wären.

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lottlott: Brauchst Dir nichts zu denken bei der Story, die stimmt nämlich definitiv nicht. Wie Du ja selbst erlebst, sind für die Diagnostik mehrere Termine nötig, so dass kein Kinder-und Jugend-Pychiater einfach ein Rezept ausstellt über Ritalin ohne Einwilligung der Eltern!

Das sind die typischen Stories, wie sie von den AD(H)S-Leugnern ins Netz gestellt werden!

Für  Deinen Sohn wünsche ich Dir alles erdenklich Gute.

Erkundige Dich mal bei dem Kinder- und Jugendpsychiater wie es aussieht bezüglich einer Verhaltenstherapie.

Normalerweise beginnt man erst mit einer Verhaltenstherapie ehe ein Medikament spruchreif wird.

Erst dann, wenn der Verhaltenstherapeut feststellt, dass eine Verbesserung übee Verhaltenstherapie nicht mehr erzielbar ist, weil die Aufmerksamkeit und Konzentration viel zu beeinträchtigt ist, erst dann wird der Einsatz eines Medikamentes in Erwägung gezogen.

Und da gibt es heute sehr viel modernere Medikamente als das hier angesprochene Ritalin. Mach Dich da mal sachkundig.

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Meine Eltern verweigern Ritalin!

Hey,

mein kleiner Bruder(8) hat ADHS(wurde beim Psychiater festgestellt). Meine Eltern glauben das nicht. schon in der ersten Klasse haben die Lehrer darauf aufmerksam gemacht, aber sie wollten es nicht glauben und meinte, dass die Lehrer keine Ahnung von ihrem Kind haben. Sie haben ihn dann auf eine neue Grundschule geschickt, aber auch dort haben die Lehrer wieder von ADHS gesprochen. Erst haben meine Eltern sich wieder verweigert ihn testen zu lassen, später haben sie sich dann aber doch dazu entschlossen es testen zu lassen mit der Hoffnung den Beweis zu bekommen, dass mein kleiner Bruder gesund ist.

nun das ist er ja aber leider nicht. Der Psychiater meinte, dass er neben einer Verhaltenstherapie Medikamente nehmen sollte. Aber das wollen sie nicht und einen Therapieplatz hat er auch noch nicht bekommen, weil es da solange Wartezeiten gibt.

Mein Bruder leidet sooo. Er ist in der 2. Klasse und wird von den anderen Kindern total ausgeschlossen, die Lehrer strafen ihn sehr oft, weil er eben nicht so gut zuhören kann und viel zappelt. Nachmittags geht er in den Hort und da wird er auch viel ausgeschlossen oder ist mit den Hausaufgaben total überfordert. Während seine Klassenkameraden eine halbe Stunde für die Hausaufgaben brauchen, benötig er 2- 2 1/2Stunden. Zuhause ist er manchmal auch unerträglich. Er ist chaotisch, rastet häufig aus und ist kaum zu bremsen... ich weiß, dass es für meine Eltern nicht leicht ist ein krankes Kind zu haben. Sie arbeiten beide sehr viel und sehr lange und haben dann nicht so viel Zeit sich mit all diesen Dingen zu beschäftigen. Aber sie müssen meinem Bruder doch helfen! Wie kann ich ihnen klar machen, dass er die Medikamente braucht? Wie kann ich sie davn überzeugen?

danke für ernstgemeinte Antworten

LG eiramanel

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Das ist doch irgendwie normal.

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