gibt es eigentlich nocht sklaven?

7 Antworten

Welcher Bürgerkrieg? Der Amerikanische Sezessionskrieg? Der ist kompliziert.

Also offiziell ist die Sklaverei soweit ich weiß ab 1862/63 durch Lincoln abgeschafft. Das gilt dann später (1865) auch für die eroberten Gebiete bzw. genauer gesagt die Südstaaten die jetzt wieder eingegliedert werden im Zuge der Reconstruction.

Hier stellt sich aber das Problem: Was wird aus den ehemaligen Sklaven, die jetzt Freie sind. Die sind erstmal frei und das ist auch gut so, aber ich denke die meisten von ihnen werden sehr schnell gemerkt haben, dass Freiheit ihnen nichts zu essen und kein Dach über dem Kopf beschert, ganz im Gegenteil.

Also was bleiben jetzt für möglichkeiten:

Erste Möglichkeit: Zurück auf die Plantage und fragen ob man da wieder arbeiten kann

Haben welche gemacht und wurden z.T. auch echt wieder von ihren ehemaligen Herren aufgenommen, z.T. weil diese sich noch verantwortlich fühlten. Allerdings hatten die ehemaligen Herren inzwischen selbst nicht mehr viel. Der Krieg an sich hatte Ressourcen und Leben gekostet und nebenbei hatte General Sherman bei seinem Marsch durch Georgia eine Schneise der Verwürstung hinterlassen und je nachdem sah es auf anderen Plantagen auch nicht besser aus, die wurden nämlich entweder von der Nordstaatenarmee 'geplündert' oder von den Könföderierten (da wurden im Zuge des Krieges eben Nahrungsmittel requiriert, was gängige Praxis war und bei der Gelegenheit z.T. auch noch das ein oder andere mitgehen gelassen). Insofern hatten die ehemaligen Sklavenhalter hier auch Probleme für sich zu sorgen, ganz zu schweigen von den ehemaligen Sklaven die keine Möglichkeit hatten sich selbst zu unterhalten.

Zweitens: In den Norden gehen und da was erreichen oder allgemein selbstständig leben

Kann man machen, hat aber nur in den Fällen wirklich funktioniert, in denen zumindest eine gewisse Grundbildung da war.

Drittens: Lohnsklaverei,

So grausam es klingt, aber hier ging man eigentlich vom Regen in die Traufe und das war vermutlich auch der Weg der meisten ehemaligen Sklaven. Jetzt waren sie zwar frei, aber Hunger und Not trieben sie z.B. in irgendwelche Manufakturen, wo genauso art gearbeitet wurde wie auf den ehemaligen Plantagen und sich vermutlich schlechter um sie gekümmert wurde. (ich möchte nichts verharmlosen, aber im Süden gab es zumindest den Status des EIgentums. Um sein Eigentum kümmert man sich normalerweise allein weil man Geld dafür gezahlt hat.) Um den Ersetzbaren Billigstlohnarbeiter kümmerte sich in der Regel niemand, was in erster Linie daran lag, dass es durch die Zuwanderung in den großen Städten ohnehin ein überangebot an Arbeitskräften gab und zweitens Schwarze immer noch einen Schlechten Ruf hatten und somit z.B. unter den in Massen vor der Hungersnot geflüchteten Iren standen, mit denen ebenfalls um Arbeit konkurriert werden musste.

Die Lohnsklaverei als solche gitb es im Übrigen auch noch heute. Hier in Deutschland nicht mehr in diesem Ausmaß udn diesem Grad wie damals, aber gerade in ärmeren Ländern mit großen Textilmanufakturen z:b. Bangladesh ist das Schicksal der dort arbeitenden vermutlich genau das eines Lohnsklaven in einer Großstadt um 1860, der seinen lebensunterhalt in der Fabrik zusammenschuften musste. Sehr viel arbeit für sehr wenig Lohn und immer die Angst entlassen und damit Hunger, Elend, Obdachlosigkeit und Tod preisgegeben zu werden, wenn die Arbeit zu langsam oder zu unordentlich war, wenn man krank oder alt wurde oder anderweitig Probleme hatte oder machte.

Gleiches gilt z.B. für Bergbau in manchen Regionen, die per se noch sehr rückständig sind. Auch hier ist man als Arbeiter eigentlich dem täglichen Risiko des Sterbens ausgesetzt, man arbeitet sehr lange Phasen untertage, bei marodesten Sicherheitsvorkehrungen und die Lunge ist nach spätestens 10 Jahren komplett verschlissen

Sklaven nicht aber Sklaven ähnliche Verhältnisse fast überall auch in Deutschland (Stichwort Lebensmittelindustrie und Arbeitsverhältnisse)

Die Deutschen hielten im 2. Weltkrieg über 13 Millionen Sklaven. Sie arbeiteten überall in Deutschland & von Deutschland beherrschten Gebieten, für den Staat, beiGrossbauprojekten, in grossen und kleinen deutschen Firmen und sehr viele auch bei Bauern... praktisch jeder Bauer, der so um 1940-45 in Deutschland tätig war, hatte einen Sklaven, den er vom Staat oder von der SS mietete. Man nannte das euphemistisch "Ostarbeiter"...

In verschiedenen Ländenr wurde Sklaverei noch nicht abgeschafft...

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