Gibt es den Ort auf dem Bild Ständchen im Mondschein von Carl Spitzweg?

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4 Antworten

Eher müsste man wohl sagen "... wirklich gab" - in der Mitte des 19. Jh..

Er arbeitete in München und in Straubing, reiste aber auch gerne. In der kunstgeschichtlichen Literatur fand ich keine konkreten Hinweise.
Ob auf den Gemälden historisch-echte Häuser und Gassen zu sehen sind, könnte dir wohl am besten jemand aus den jeweiligen Stadtarchiven beantworten.

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Dass Spitzweg im Freien malen konnte, hatte auch er der Erfindung der Farbtube (1841) zu verdanken.

"Der amerikanische Maler John G. Rand (1801 - 1873) ist nicht wegen seiner Gemälde in die Kunstgeschichte eingegangen, sondern wegen einer bahnbrechenden Erfindung: die Tube für Ölfarben. Er wollte mit diesen Tuben aus Blei seine Farben vor dem Austrocknen schützen. Am 11. September 1841 meldete er das Patent für seine Erfindung. Darin beschreibt er "ein Behältnis, das Farben und andere Flüssigkeiten konservieren soll, indem man sie in ein metallenes Gefäß füllt, das man zusammendrücken und nach Gebrauch wieder luftdicht verließen kann." Damit revolutionierte er die Kunst.

Der weltberühmte Impressionist Auguste Renoir (1841 - 1919) sagte einmal: "Ohne die Farbtube hätte es weder einen Cezanne noch einen Manet, vielleicht überhaupt keinen Impressionismus gegeben."

Das Londoner Unternehmen Winsor & Newton griff das Patent noch im gleichen Jahr 1841 auf, entwickelte einen entsprechenden Drehkopf-Verschluss und nahm es ins Sortiment. Mit einschlagendem Erfolg: viele Künstler waren begeistert von der neu gewonnen Freiheit, Farben problemlos lagern und mitnehmen zu können. Der Plain-Air-Malerei wurde die Tür geöffnet. (...)"

https://www.martin-missfeldt.de/oelmalerei/einfuehrung/geschichte-der-oelmalerei.php

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Die wenigsten Bilder Spitzwegs bilden wirklich "Originalschauplätze" ab, sie sind fast ausschließlich im Atelier entstanden und mehr aus einzelnen Details zusammengesetzt.

Wie @rotmarder schon geschrieben hat, ist er sehr viel gereist. Von diesen  Reisen brachte Spitzweg eine Menge von Skizzen mit nach Hause, aus denen er im Atelier seine Gemälde zusammenfügte.

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Spitzweg machte auch Zeichnungen und Malereien im Freien – ab 1860 auch nachts. Es ist also möglich, dass dem Ölbildchen "Das Ständchen im Mondschein" eine solche Landschaftsstudie zugrunde liegt.

https://www.bildergipfel.de/kunstdrucke/kunststile\_und\_epochen/19\_jahrhundert/staendchen\_im\_mondschein\_carl\_spitzweg

1860 hielt er sich in Sulzbach am Main (BA) auf, wo er Studien für seine Kleinstadt-Bilder machte und ausserdem eine Reise nach Benediktbeuern (BA).


Man müsste in diesen beiden Städten Postkarten, Fotos und andere BIlder aus der Zeit suchen und mit seinem Motiv vergleichen.
Möglicherweise veränderte Spitzweg seine Studien wenig, weil er ohnehin schon die idyllischsten Orte festgehalten hatte.

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